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    Gemünden

    Resolution für erweiterte Kernzone: Kreistagsfraktionen wollen Soonwald schützen

    Die Kernzone des Naturparks Soonwald-Nahe soll erweitert werden. Dies fordern die Fraktionen des Kreistags geschlossen von der Landesregierung. Aus Sicht der Fraktionen ist dies der aktuell einzige und ein zielorientierter Weg, um die einzigartige Kulturlandschaft der Gemündener Höhe und angrenzende Gebiete vor einem Eingriff durch einen geplanten Steinbruch und Windräder zu schützen.

    Das Engagement des Kreises für den Schutz des Soonwaldkamms ist nicht neu. Bereits vor zwei Jahren hat sich der Kreistag dazu bekannt, den Schutz des Wassers und der Soonwald-Quellen höher einzustufen als ein potenzielles Interesse am Abbau von Steinen. Eine entsprechende Resolution ist im Sommer 2015 gefasst worden und an die zuständigen übergeordneten Behörden und Institutionen weitergereicht worden. „In der Sache ist danach nur leider zu wenig passiert“, sagte Michael Maurer, Chef der SPD-Kreistagsfraktion bei einem Ortstermin. Am Samstag trafen sich Vertreter aller Kreistagsfraktionen zu einem Austausch an der Sargenrother Nunkirche. „Wir möchten noch aktiver werden“, sagte Maurer stellvertretend.

    Gemeinsam mit Vertretern aus mehreren Orten, die sich für den Schutz der einmaligen Kulturlandschaft einsetzen, trafen sich die regionalen politischen Spitzenvertreter auf Einladung der Gruppierung Bürger für Gemünden. Der Gemündener Walter Schmidt hatte seitens der Gruppe für ein gemeinsames Treffen geworben, dem die Parteien auch gern nachkamen. „Eine solche Ökologie wie an der Gemündener Höhe habe ich noch nie gesehen“, erklärte Wolfgang Hübner seitens der FDP. Er erinnerte daran, dass die Verbandsgemeinde Kirchberg bereits vor geraumer Zeit einen Vorstoß gemacht hatte, um mit der Ausweisung von Wasserschutzzonen zumindest einen Teilbereich des geplanten Steinbruchareals und damit die Quellen zu schützen. „Hier sprichwörtlich das Wasser abzugraben, das geht nicht“, sagte Hübner. Dafür hatte sich vor zwei Jahren auch der Kreistag in seiner Resolution ausgesprochen und sich politisch bei der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald dafür stark gemacht, diesen Schutzcharakter in den neuen Regionalplan einfließen zu lassen.

    Nach diesem erfolgreichen Vorstoß war es zuletzt jedoch ruhiger geworden. „Hätten wir uns für den Nationalpark im Soonwald entschieden, würden wir heute hier nicht stehen“, sagte Daniela Lukas von Nievenheim beim Ortstermin mit Bedauern. Auch die anderen Vertreter der Fraktionen hätten den Soonwald-Nationalpark begrüßt, aber die politischen Weichenstellungen waren andere. „Ein Biosphärenreservat im Soonwald ist kaum machbar, das ist sehr teuer“, sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Wagner.

    So wirbt die am Samstag unterzeichnete Resolution dafür, die ursprüngliche Idee des Landes wieder aufzugreifen und das Großareal um die Gemündener Höhe in die Kernzone aufzunehmen. Damit gäbe es einen höheren Landschaftsschutz für Flora und Fauna. Walter Schmidt erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Kernzone einst als geschlossenes System angedacht gewesen war, bevor sie im 2014 umgesetzten Entwurf in zwei Gebiete aufgeteilt worden ist. Aus der ursprünglichen durchgängigen Kernzone wurde ein Bereich des Kamms, grob zwischen der Soonwaldhöhe bei Tiefenbach und dem Lützelsoon gelegen, „ausgeschnitten“.

    „Es gibt Mächte, die gern in die Tiefe gehen“, sagte Wolfgang Wagner beim Ortstermin mit einem Lächeln. „Deshalb wollen wir die Silhouette des Soonwalds sowie die Flora und Fauna schützen.“ Michael Maurer fand deutliche Worte: „Wer hier hier darauf kommt, den Berg 100 Meter abzugraben, ist nicht ganz dicht.“ Einhellig war der Tenor der Fraktionen, das sensible Gebiet schützen zu wollen. Entsprechend dankte Roger Mallmenn nicht nur im Namen der Linken allen Engagierten, die sich für den Erhalt des Soonwalds einsetzen: „Ihr Einsatz ist hier sehr wichtig.“ Im Namen aller Kreistagsfraktionen unterzeichneten die Vertreter der Parteien die Resolution, die an Umweltministerin Ulrike Höfken übergeben wird.

    Von unserem Chefreporter Volker Boch

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