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Oberwesel

Oberwesel: Mit Gemeinsinn Kaufkraft binden

Ein neues Konzept soll Kunden vom Gewerbegebiet "Im Tuscheren" in die Innenstadt locken.

Um den Einzelhandel in Oberwesel attraktiv zu gestalten, setzen sich Bürgermeister Jürgen Port (2. von links) und Stadtmanagerin Lena Höver (4. von links) dafür ein, dass sich möglichst viele Betriebe von der Initiative Servicequalität zertifizieren lassen. Werner Brager (links) vom Geschäft Brillen Brager ist als elfter Betrieb und das Kulturhaus Oberwesel, vertreten durch Margot Hütte (3. von links) und Manuela Mades (2. von rechts), als zwölfter Betrieb mit dabei. Sara Isabelle Scheer vom Zweckverband Oberes Mittelrheintal unterstützt die Qualitätsinitiative. Foto: Suzanne Breitbach
Um den Einzelhandel in Oberwesel attraktiv zu gestalten, setzen sich Bürgermeister Jürgen Port (2. von links) und Stadtmanagerin Lena Höver (4. von links) dafür ein, dass sich möglichst viele Betriebe von der Initiative Servicequalität zertifizieren lassen. Werner Brager (links) vom Geschäft Brillen Brager ist als elfter Betrieb und das Kulturhaus Oberwesel, vertreten durch Margot Hütte (3. von links) und Manuela Mades (2. von rechts), als zwölfter Betrieb mit dabei. Sara Isabelle Scheer vom Zweckverband Oberes Mittelrheintal unterstützt die Qualitätsinitiative.
Foto: Suzanne Breitbach

Von unserer Redakteurin Martina Koch

Auch bei Rewe und dem dort ansässigen Baumarkt gibt es Überlegungen, die Verkaufsflächen zu erweitern, für die leer stehende Diskothek laufen Verhandlungen mit einer Schuhhandelskette. "In dem Gebiet ist richtig Bewegung drin", freut sich denn auch Stadtbürgermeister Jürgen Port.

Ein Gang durch die Oberweseler Innenstadt zeigt aber hier und da ein anderes Bild: Seit Schlecker dichtgemacht hat, fehlt der Innenstadt ein Drogeriemarkt, einen Nachmieter gibt es für die Immobilie bis heute nicht. Die ehemalige Metzgerei steht ebenfalls leer. Im Wettstreit zwischen der Innenstadt und dem Einkaufsparadies auf der sogenannten grünen Wiese vor den Toren der Stadt scheint in Oberwesel Letzteres klar im Vorteil zu sein.

Doch von einer Schwächung des Zentrums zugunsten des Gewerbegebiets will Port nichts wissen. Gemeinsam mit Stadtmanagerin Lena Höver und den Gewerbetreibenden arbeitet er an einem Konzept, um die Kunden des Gewerbegebiets zu einem Einkaufsbummel in die Innenstadt zu locken.

"Die Ladenflächen im Zentrum sind für die großen Filialen im Einzelhandel zu klein", erklärt Höver. Deswegen arbeite man daran, diese Betriebe im Tuchscheren anzusiedeln – schon um Oberwesel im Wettbewerb mit den umliegenden Kommunen zu stärken: "Wenn wir keinen Rewe nehmen, nimmt ihn jemand anderes." Dem Leerstand in der Innenstadt soll mit anderen Mitteln begegnet werden: "Wir können mit dem Flair unserer Stadt punkten", ist sich Port sicher.

Oberwesel ist keine historische Kulisse, sondern ein Lebensraum für 2000 Einwohner, die hier einkaufen, flanieren und sich abends auf ein Glas Wein treffen – und damit die gastfreundliche Atmosphäre schaffen, die bei den Touristen so gut ankommt. Der ein oder andere exklusive kleine Laden soll das Angebot in Zukunft erweitern, wünscht sich der Bürgermeister: "Um die Leute in die Innenstadt zu locken, muss man Nischen für schöne Geschäfte finden."

Um im Wettbewerb mit anderen Kommunen und der Konkurrenz aus dem Internet nicht unterzugehen, setzen die Oberweseler dabei vor allem auf ihren Gemeinsinn: Die Stadt verfügt über einen aktiven Gewerbeverein, in einem zusätzlichen Netzwerk sind die in der Initiative Servicequalität zertifizierten Betriebe miteinander in Kontakt. Stadtmanagerin Lena Hövel besucht regelmäßig die Gewerbetreibenden und nimmt ihre Anregungen auf: "Es ist ein Vorteil, dass die Stadt so klein ist, dann kann man mehr miteinander umsetzen."

Auch das lebendige Vereinsleben der Stadt zahlt sich nach Ansicht ihres Bürgermeisters letztlich wirtschaftlich aus: "Wenn drei Oberweseler eine Idee haben, gründen sie einen Verein." Die Verbundenheit in diesen Interessengemeinschaften bringt ihre Mitglieder dazu, lokal einzukaufen – statt von der heimischen Couch aus im Internet einzukaufen.

Den innerstädtischen Einzelhandel in Zeiten der Onlinekonkurrenz lebendig zu halten, ist dennoch keine leichte Aufgabe: "Man kann diese Entwicklungen nicht aufhalten, aber man muss damit umgehen können", seufzt Port. Die Werbung für den Standort Oberwesel ist ein langer Prozess, der viel Engagement fordert. Und dabei außerordentlich wichtig ist, will man die Stadt als Wohnort attraktiv halten: "Die Leute bleiben nur dann in den Rheinanlagen, wenn Infrastruktur, Einzelhandel und Wirtschaft stimmen."

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