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Rheinböllen

Neujahrsempfang: CDU startet mit Schwung ins politische Jahr

Mit einem Blick auf den Bund, vor allem aber mit klaren Botschaften für die Region ist die CDU Rhein-Hunsrück in Rheinböllen offiziell in 2018 gestartet. Beim Neujahrsempfang der CDU stand längst nicht nur Gastredner Mike Mohring aus Thüringen im Blickpunkt, sondern es gab auch klare Aussagen zu Großthemen des Kreises von Mittelrheinbrücke bis Hunsrückbahn.

Gut 500 Gäste kamen zum Neujahrsempfang der CDU nach Rheinböllen. Sie hörten nicht nur Hauptredner Mike Mohring und die Klänge des Saxophon-Quartetts Quattro Forte, sondern auch Klartext der Kreis-CDU zu den Themen Mittelrheinbrücke und Bahnlärm. 
Gut 500 Gäste kamen zum Neujahrsempfang der CDU nach Rheinböllen. Sie hörten nicht nur Hauptredner Mike Mohring und die Klänge des Saxophon-Quartetts Quattro Forte, sondern auch Klartext der Kreis-CDU zu den Themen Mittelrheinbrücke und Bahnlärm.
Foto: Werner Dupuis

Ein traditionell gut gefüllter Saal will einfach unterhalten werden. Dieser Gedanke hatte auch beim Neujahrsempfang der CDU im Rheinböllener KiR seine Berechtigung. Insofern entpuppte sich Mike Mohring, wie Hans-Josef Bracht als Kreisvorsitzender und Gastgeber des Abends später feststellte, als „ein ganz großartiger Griff“. Den meisten der gut 500 Gäste aus der Region dürfte der eloquente 46-jährige CDU-Chef aus Thüringen bis dato nur wenig bekannt gewesen sein. Neben seiner Funktion als Oppositionsführer im Erfurter Landtag hat Mohring den Vorsitz der Fraktionsvorsitzendenkonferenz von CDU und CSU – eine über die Ländergrenzen hinweg bedeutende, wenngleich im Hintergrund wirkende Aufgabe. Dass Mohring Menschen gewinnen kann, machte er bei seiner ganz offensichtlich frei gehaltenen Rede deutlich. Er sorgte im Saal für Begeisterung. Der ursprünglich als Redner vorgesehene Bundestagsabgeordnete Jens Spahn, der wegen der laufenden Sondierungsgespräche in Berlin absagen musste, grüßte unterdessen aus der Hauptstadt per Videobotschaft.

Mit Schwung, rhetorischem Profil und Verve hielt Mohring ein flammendes Plädoyer für die Demokratie und das politische Engagement abseits der Randbewegungen. Den linken und rechten Tendenzen erteilte Mohring eine klare Absage. Vor gut drei Jahren hatte er sich im Landeswahlkampf noch Ärger eingehandelt, weil er laut einem Bericht des „Spiegel“ gegen einen Beschluss des CDU-Bundesvorstands mit der AfD Gespräche geführt hatte. Vielmehr bekannte er sich zu den wertkonservativen Grundsätzen der Christdemokratie und als Ostdeutscher zur Aufbruchstimmung der Wendezeit. Mohring dachte am Mikrofon zurück an die Zeit von Montagsdemos und ein tiefes inneres Bestreben, für demokratische Rechte wie Meinungs- oder auch Pressefreiheit kämpfen zu wollen. „Wir müssen jeden Tag rausgehen und für die Demokratie streiten“, erklärte er.

Schwungvoll streifte Mohring die international wie national brennenden Fragen der Flüchtlingssituation bis hin zum Streitthema „Subsidiärer Schutz“ sowie das fragile System Europas. Er unterstrich als Thüringer, der beispielsweise in der Person des in beiden Bundesländern beliebten „Doppel-Ministerpräsidenten“ Bernhard Vogel eine inhaltliche Brücke zwischen seiner Heimat und Rheinland-Pfalz schlug, die besonderen Herausforderungen im ländlichen Raum. Mohring betonte, dass die Sorgen rund um Erfurt nicht wesentlich anders seien als rund um Mainz und nannte exemplarisch Fragen des öffentlichen Nahverkehrs, der Schulen, Pflege oder auch staatlicher Fürsorge. Dass ihm die Aufwertung der beruflichen Ausbildung im Handwerk ein Anliegen ist, untermauerte der Thüringer mit einem Blick auf die aus seiner Sicht zu geringe Starthilfe junger Menschen in den Ausbildungsberufen bis hin zum kostenintensiven Ablegen einer Meisterprüfung.

Mohring streifte viele Themen und zeigte sich als charmanter, gleichsam ernsthafter Redner, der allgemeine Probleme bearbeitete, die Menschen unmittelbar berühren. Gut auf die regionale CDU-Linie eingelenkt, zeigte er sich bei der Streitfrage „Mittelrheinbrücke“. Eine Brücke, die zwei Bundesstraßen verbinde und eine Bundeswasserstraße quere, könne keine kommunale Brücke sein, stellte er fest. Das klang fast nach einer Aufforderung für Bundesverkehrsminister Christian Schmidt, bei St. Goar eine Bundesbrücke in die Planung zu bringen.

Mit der Brücke griff Mohring eines der Stichworte auf, die auch der Kreisvorsitzende Hans-Josef Bracht in seiner Ansprache in den regionalen Fokus rückte. „Das Land ist allein in der Verantwortung“, sagte der Kreisvorsitzende, der Landrat Marlon Bröhr ausdrücklich für dessen konsequente Haltung bei diesem Thema lobte.

Bei der Hunsrückbahn, so Bracht, solle der illusorische Gedanke einer Reaktivierung aufgegeben werden, argumentierte Bracht weiter und forderte Mainz dazu auf, nicht weiter an einem extrem teuren Projekt festzuhalten, das sinnentleert sei. Stattdessen sprach er sich für einen „durchgehenden Radweg“ aus – und wünschte dem Flughafen Hahn im Namen der CDU „eine gute Zukunft“.

Dem Bundestagsabgeordneten Peter Bleser gratulierte Bracht dazu, zum achten Mal in Folge den Wahlkreis gewonnen zu haben. Ausdrücklich dankte er ihm für sein Engagement für die Ortsumgehungen von Gödenroth und Kastellaun, die Bleser „gegen den Willen der Landesregierung“ umgesetzt habe. Auch der Einsatz für eine Verbesserung der problematischen Bahnlärmsituation am Mittelrhein verdiene Respekt.

„Wir sind noch längst nicht am Ziel“, sagte Bracht hinsichtlich der Bahnlärmsituation und warb dafür, den Tunnel bei St. Goar und Oberwesel in der langen Umfahrungsvariante weiterhin konkret als Projekt zu bearbeiten. Von der Idee einer rechtsrheinischen Alternativtrasse hielt er sich inhaltlich entfernt. „Wir müssen an konkreten Projekten arbeiten“, sagte Bracht und plädierte für den gezielten Ausbau der bestehenden Trassen zwischen Köln und Trier sowie Rhein-Sieg und Rhein-Main, um Entlastung zu bringen.

Auch Bleser sprach in einem Grußwort von einer „schwierigen Operation“ am Rhein, skizzierte aber erfolgreiche Schritte der Vergangenheit, die zu Verbesserungen des Lärmschutzes geführt haben. Wie positiv sich ländliche Regionen durch infrastrukturelle Weichenstellungen prägen lassen, verdeutlichte der Bundestagsabgeordnete anhand des Hochmosel-übergangs, der 2018 fertig werden soll. Er bezeichnete es als Traum, wenn es nun noch gelänge, den Lückenschluss der B 50 in zehn Jahren zu erreichen.

Von unserem Chefreporter Volker Boch

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