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    Simmern

    Neuer Pfarrer möchte Türen aufschließen

    Nach gut einem halben Jahr Vakanz hat die Pfarreiengemeinschaft Simmern wieder einen Pfarrer.

    Lutz Schultz hat jetzt die Schlüsselgewalt in Simmern. Aber der Kirchenschlüssel hat für den neuen katholischen Pfarrer eine ganz andere Symbolik: Er möchte allen aufgeschlossenen Menschen Türen öffnen.
    Lutz Schultz hat jetzt die Schlüsselgewalt in Simmern. Aber der Kirchenschlüssel hat für den neuen katholischen Pfarrer eine ganz andere Symbolik: Er möchte allen aufgeschlossenen Menschen Türen öffnen.
    Foto: Werner Dupuis

    Lutz Schultz wird am Sonntag, 6. April, um 14 Uhr in einem feierlichen Hochamt als neuer Seelsorger für die Pfarreien Simmern, Biebern und Ravengiersburg eingeführt.

    Als Pfarrer hat Lutz Schultz nun die Schlüsselgewalt in der Pfarreiengemeinschaft Simmern. Zuständig für die Kreisstadt Simmern und 25 Dörfer im Umland mit zusammen etwa 6300 Katholiken, weiß der neue Pfarrer, dass die Organisation der Seelsorge in der weiträumigen katholischen Diaspora kein Zuckerschlecken ist. Aber die Symbolik der Schlüsselgewalt endet nicht an der Kirchenpforte.

    Der freundliche Mittfünfziger zeigt sich gegenüber allem Neuen, das ihm im Hunsrück begegnen wird, aufgeschlossen. „Ich suche aufgeschlossene Menschen und möchte ihnen Türen aufschließen." Damit spricht der 55-Jährige eine Einladung an alle Katholiken aus – auch an jene, denen Kirche fremd oder gleichgültig geworden ist, die ihr aus welchen Gründen auch immer den Rücken gekehrt haben.

    „Ich möchte viele Menschen dazu einladen, gemeinsam zu ergründen, was sie suchen. Ich möchte ihnen die Möglichkeit geben, nach ihrer Vorstellung Kirche aufzubauen." Die seelsorgerische Leitlinie ist für ihn die Vielfalt: Die Vielfalt in der Gesellschaft muss sich auch im Gemeindeleben widerspiegeln, ist Lutz Schultz überzeugt. „Ich bin gespannt, was wir miteinander entdecken."

    Dass der neue Pfarrer neugierig ist auf alles, was auf ihn zukommt, hat er in anderen Lebenssituationen bewiesen. Und dass er sich nicht scheut, neue Wege zu gehen. Nach seiner 17-jährigen Amtszeit als Pfarrer, später auch als Dechant, in Andernach nahm er eine Auszeit und verwirklichte sein „Lebensprojekt". 600 Kilometer pilgerte er auf dem Jakobsweg von Lissabon nach Santiago de Compostella. Vier Wochen lang war er unterwegs. Zwar machte er sich allein auf den Weg, aber er blieb nicht allein. „Ich traf Menschen, mit denen ich gar nicht gerechnet habe", erzählt er von sehr schönen Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und Religion.

    Aber allen, die diesen Weg gehen, ist eines gemeinsam: Sie haben ein Anliegen. Das ist dem Geistlichen auf dem Jakobsweg klar geworden. „Ich habe meine neuen Gemeinden mit auf den Pilgerweg genommen und die Bitte, dass Gott seinen Segen legt auf den Anfang, den er uns schenken will", schrieb Schultz im Pfarrbrief.

    Auch den Weg nach Simmern hat der neue Pfarrer schon zu Fuß beschritten. In vier Etappen führte die Route von seiner alten Wirkungsstätte Andernach über Koblenz, Boppard und Kastellaun in die Kreisstadt. „Am Neujahrstag bin ich in Simmern angekommen", sagt er, ohne die Symbolik, die dahintersteckt, beim Namen zu nennen.

    Aufgeschlossen gegenüber allem Neuen – eine neue Erfahrung ist für den Pfarrer die Seelsorge in der Diaspora. Die protestantische Dominanz ist für ihn überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: „Unser Christsein geht nur noch ökumenisch." Davon ist Schultz fest überzeugt. Das bedeutet für ihn aber nicht, dass die katholische Kirche ihre Traditionen über Bord werfen muss. Aber sie muss sich von überkommenen Formen lösen, in der Liturgie und auch in der Katechese.

    „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir Kinder und Jugendliche ansprechen wollen." Vieles ist nach seinem Geschmack zu schematisch, zu formelhaft und daher nicht lebendig genug. Daraus folgert vielleicht sein wichtigster Anspruch an eine zeitgemäße Glaubensgemeinschaft: Die ganze Kirche muss sich auf den Weg machen. „Was Menschen suchen, ist die Begeisterung, die aus dem Evangelium kommt." Das eint alle christlichen Kirchen. Und deswegen freut sich der neue katholische Pfarrer von Simmern und Umgebung gerade auch auf die Zusammenarbeit mit den evangelischen Christen. Wolfgang Wendling

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