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    St. Goar-Oberwesel

    Negativer Beschluss im Stadtrat Oberwesel: Der Zug für einen Solidarpakt ist abgefahren

    Es klang nach einer interessanten Geschichte: "Beratung und Beschlussfassung über einen Beitritt zum möglichen Solidarpakt für die Verteilung der Erlöse aus Anlagen für erneuerbare Energien", hieß es im Oberweseler Stadtrat. Aber er gab keine Beratung in der Sitzung. Was es gab, war ein Beschluss: Einstimmig lehnte der Stadtrat einen Beitritt von Oberwesel zu einem Solidarpakt ab.

    Zwei Windräder hinter dem Gewerbepark Wiebelsheim stehen auf Grund und Boden der Gemeinde Laudert. Dahinter sind die vier zuerst errichteten Windräder im Oberweseler Stadtwald zu erkennen. Mittlerweile kassiert Oberwesel ordentlich Geld mit mit seinen zehn Anlagen.
    Zwei Windräder hinter dem Gewerbepark Wiebelsheim stehen auf Grund und Boden der Gemeinde Laudert. Dahinter sind die vier zuerst errichteten Windräder im Oberweseler Stadtwald zu erkennen. Mittlerweile kassiert Oberwesel ordentlich Geld mit mit seinen zehn Anlagen.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Redakteur Wolfgang Wendling

    Dabei kommt der Stadt Oberwesel bei einem Zustandekommen eines VG-weiten Solidarpaktes die Hauptrolle zu. Denn auf städtischem Areal befinden sich zehn der insgesamt zwölf in der VG St. Goar-Oberwesel real existierenden Windenergieanlagen. Bei den restlichen beiden Windrädern ist die Gemeinde Laudert der Profiteur. Auch in Laudert ist ein Solidarpakt kein Thema, teilt Ortsbürgermeister Arnold Grings auf Anfrage mit. Ob auch Wiebelsheim und Perscheid als öffentliche Grundherren geeigneter Windkraftstandorte in Erscheinung treten können, steht noch in den Sternen.

    Zwischen Laudert und Oberwesel ist das Tischtuch zerrissen

    Zwischen Oberwesel und Laudert ist das Tischtuch zerrissen, seitdem vor Jahren die ersten vier Anlagen im Oberweseler Stadtwald errichtet wurden. Die Gemeinde Laudert fühlte sich durch weitere Windräder in ihrer Nähe – auch das benachbarte Lingerhahn hatte vier Anlagen den Boden bereitet – brüskiert. Laudert Ortsbürgermeister initiierte die Bürgerinitiative "Windradfreie Hunsrückhöhen". Er rief sogar zum Boykott Oberweseler Geschäfte auf. Allein aus diesem Grund ist für die Oberweseler der Zug für einen Solidarpakt abgefahren.

    Dass sich nun zwei Windräder über Lauderter Gemeindefläche drehen, ist für Arnld Grings kein Widerspruch: "Wir haben immer gesagt: Wir tun alles, um nicht von Windrädern zugestellt zu werden. Und wenn wir verlieren, wollen wir selbst welche haben." Anders ausgedrückt: "Wir hätten nie welche aufgestellt, wenn wir nicht rundherum umstellt worden wären."

    Mittlerweile drehen sich 21 Windräder im Dunstkreis der Gemeinde Laudert: Neben den zwei eigenen sind dies zehn Anlagen im Oberweseler Stadtwald, vier in Lingerhahn und fünf in Riegenroth, unter denen die Lauderter nach Auskunft des Bürgermeisters besonders leiden. "Die Solidargemeinschaft in der VG und im Kreis hat uns im Stich gelassen", beklagt sich Grings bitterlich.

    VG hat noch nicht über Solidarpakt beraten

    Durch das Nein aus Oberwesel und Laudert ist ein möglicher Solidarpakt bereits vom Tisch, bevor ihn Bürgermeister Thomas Bungert im Frühjahr innerhalb der VG-Gremien aufs Tapet bringt. Bungert möchte dennoch am Thema festhalten, weil auf Initiative der CDU-Fraktion im VG-Rat der Auftrag an die Verwaltung erging, den Solidarpakt auf den Weg zu bringen.

    Damit ist jetzt Bungerts dritter Anlauf gescheitert, dass die von der Windkraft profitierenden Gemeinden einen kleinen Teil ihrer Pachteinnahmen für die Solidargemeinschaft abzweigen. So geschieht es in den Verbandsgemeinden Simmern, Rheinböllen, Kirchberg und Emmelshausen. Bungert hat aus den beiden früheren Bruchlandungen bei seinen Solidarpakt-Bemühungen gelernt.Um die Akzeptanz zu erhöhen, soll der Solidaritätsbeitrag der Windkraftprofiteure nicht in Form von Geldzahlungen an die übrigen Gemeinden erfolgen, sondern in einen Feuerwehrfonds fließen.

    Da kommt Grings Bungert entgegen: "Wir wären bereit, punktuell zu helfen, wenn größere Anschaffungen bei den Feuerwehren in der VG anstünden."

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