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Cochem/Hunsrück

Mauss-Affäre: Neue Details zu Waffenbesitz

Abseits der Spendenaffäre der CDU und der Bewährungsstrafe wegen Steuerhinterziehung gegen den ehemaligen Geheimagenten Werner Mauss sind neue Dokumente aus der Cochemer Kreisverwaltung aufgetaucht. Laut Bericht der Allgemeinen Zeitung wurde Mauss noch 2015 ein Waffenschein ausgestellt, Landrat Manfred Schnur soll sich persönlich darum gekümmert haben.

Screenshot www.smith-wesson.com/revolvers
Foto: Screenshot

Für zwei Revolver Smith & Wesson sowie eine Pistole Walther P 99 soll laut „Behördenvermerken“ ein Waffenschein ausgestellt worden sein – gültig bis November 2018. Auffällig sei, dass sich Schnur offenbar persönlich um den Vorgang gekümmert hat. Zudem würden diese Dokumente zeigen, dass der Landrat gegenüber dem Kreistag im November 2016 weit weniger Angaben gemacht hat als ihm Fakten bekannt waren.

Im November 2016 stellte Peter Minnebeck (B’90/Grüne) mehrere Fragen zur damals aufkommenden Affäre um die Spenden von Werner Mauss an die Cochem-Zeller CDU. Unter anderem wollte das Kreistagsmitglied wissen, ob Waffenscheine an Mauss ausgestellt wurden.

In einer ersten Stellungnahme sagte Schnur damals, dass „der Betreffende“ Inhaber eines Jagdscheines sei und als solcher berechtigt zum Besitz von Waffen. 2013 habe Mauss die Sicherung der Waffen mit Fotos belegt, eine Kontrolle vor Ort habe es nicht gegeben. Dass die Kreisverwaltung aber auch Waffen genehmigte, die offensichtlich nicht für die Jagd gedacht sind, erwähnte Schnur nicht. Im Dezember, einen Monat später, verzichtete Schnur ganz auf weitere Auskünfte zu diesem Thema und verwies auf datenschutzrechtliche Bestimmungen. Laut AZ wurde 1999 der erste Waffenschein an „Richard Nelson“ ausgestellt.

An dieser Darstellung ändert sich auch auf erneute Nachfrage nichts. „Die Kreisverwaltung hat keine Unterlagen an die Öffentlichkeit herausgegeben“, heißt es. Und auch die Beantwortung weiterer offener Fragen scheitern aus Sicht der Verwaltung am Datenschutz. Dass ein ehemaliger Geheimagent, der auf einem als abgeschirmt zu bezeichnenden Anwesen lebt, auch Waffen besitzt, scheint nicht ungewöhnlich. Es erfolgt seitens der Kreisverwaltung der Hinweis, dass der Landrat als Behördenleiter mit allen Themengebieten beschäftigt und so eine Vielzahl von Dokumenten unterschreibt. Die Darstellung der Allgemeinen Zeitung wird also weder bestätigt noch abgestritten.

Von unserem Redakteur Kevin Rühle

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