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    Oberwesel

    Magisches Zahlenspiel: Oberweseler Karnevalisten setzen sich selbst ein Denkmal

    Die Zahl 11 ist die magische Zahl der Narren. Pünktlich am 11.11. um 11.11 Uhr beginnt in den Hochburgen der rheinischen Fastnacht und des Karnevals die närrische Session. Sie endet am Aschermittwoch, am 14. Februar 2018, und ist damit eine recht kurze Periode.

    Paul Müller-Brand (links) schuf die Bronzefigur des Ur-Narren. Uwe Lahnert, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft Goubloch, die in dieser Session 121 Jahre als wird, ist begeistert davon. Hans Jörg Bisle-Müller (Mitte) betrachtet die Fastnacht während der Enthüllung philosophisch. Foto: Werner Dupuis
    Paul Müller-Brand (links) schuf die Bronzefigur des Ur-Narren. Uwe Lahnert, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft Goubloch, die in dieser Session 121 Jahre als wird, ist begeistert davon. Hans Jörg Bisle-Müller (Mitte) betrachtet die Fastnacht während der Enthüllung philosophisch.
    Foto: Werner Dupuis

    Die Steigerung des magischen Zahlenspiels erleben die Oberweseler Narren. Die Karnevalsgesellschaft Goubloch wird während der kommenden Session 11 mal 11, also 121 Jahre alt. Auch kommende Generationen sollen an das denkwürdige Jubiläum und die lange närrische Tradition erinnert werden. Darum wurde eine Denkmal mitten in der Rheinstadt direkt neben dem Rathaus initiiert, das heute Abend um 20.11 Uhr mit lautem Alaaf und Helau enthüllt wird.

    Anlässlich des Jubiläums werden die drei aktiven Fassenachtsvereine, die Kolpingsfamilie mit ihrer Kolpingelf, die KG Goubloch 1897 Oberwesel und der Katholische Frauenbund Oberwesel (kfd), das Fastnachtsdenkmal gemeinsam einweihen. Anschließend wird im Ratskeller das neue Oberweseler Prinzenpaar proklamiert.

    Umrahmt wird die Einweihung mit einem kleinen Programm der beteiligten Vereine, sodass für Kurzweil und ein ausgiebiges Training der Lachmuskulatur sicher gesorgt ist. Der in Oberwesel lebende Philosoph Dr. Hans Jörg Bisle-Müller wird sich augenzwinkernd und zugleich wissenschaftlich mit den Abgründen des Lachens in einer besonderen Vorlesung beschäftigen.

    Unzählige Narren und Enthusiasten haben in den vergangenen 121 Jahren in Oberesel den Frohsinn unter das Volk gebracht. Mal mit erhobenem Zeigefinger, mal urkomisch, aber immer aus der Mitte ihres Herzens. Die Weseler Fastnacht ist fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt.

    Diese Fastnacht symbolisiert eine Narren-Figur aus Bronze, die auf einem 3 Tonnen schweren Basaltblock aus einem Steinbruch bei Kirn sitzt. Der Narr hockt auf der Spitze des Steins – ganz nah am Abgrund.

    Die Skulptur dient als Sinnbild des Ur-Narren, der ebenfalls auf den Orden der KG Goubloch dargestellt ist. In seinen Händen hält er das Narrenzepter und ein Weinglas. Laut ihrem Schöpfer, dem in Nastätten lebenden Künstler Paul Müller-Brand, vereint sie die menschlichen Eigenschaften Humor, Respekt und Fröhlichkeit miteinander. Mit einem Glas Oberweseler Wein in der Hand und das Narrenzepter schwingend blickt der Ur-Prinz mit dem Schalk im Nacken fröhlich auf das Geschehen vor und im Rathaus.

    Die Bronze-Figur ist im Wachsausschmelzverfahren entstanden. Dies ist eine Jahrtausende alte, schon in der Antike von Griechen und Römern angewandte Technik, der sich Paul Müller-Brand meisterlich bedient. Um der Figur eine besondere Patina und Farbe zu geben, wählte der Künstler für die Legierung der Bronze ein Mischungsverhältnis von 88 Teilen Kupfer und 12 Teilen Zinn. Die Temperatur des flüssigen Metalls betrug beim Gießen 700 Grad. Die Figur selbst wurde aus fünf Elementen gegossen und dann nahtlos zusammen geschweißt. Die Modelle werden meist aus Wachs, seit einigen Jahren auch aus Kunststoffen hergestellt. Im Verlauf des Verfahrens wird sowohl das Modell als auch die Form zerstört. Daher wird es auch als Verfahren der verlorenen Form bezeichnet.

    Von unserem Reporter
    Werner Dupuis

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