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    Büchenbeuren

    LKW-Unfall auf B50 bei Büchenbeuren mit schweren Umweltfolgen: Feuerwehr will Diesel-Verseuchung stoppen [3. Update/Fotos/Video]

    Aus einem LKW-Unfall auf der B50 bei Büchenbeuren am Mittwochmittag entwickelte sich eine schwere Umweltbedrohung: Der Tank eines holländischen LKW war abgerissen und mehrere Hundert Liter Diesel waren ausgeflossen. Ein Bachlauf in Richtung Büchenbeueren wurde verseucht. Über hundert Feuerwehrleute kämpften bis zum Donnerstag gegen den Umweltschaden. Um 11:30 Uhr scheint die Gefahr gebannt.

    Der Lkw war am Mittwochmittag um 12.25 Uhr zwischen den Anschlussstellen Flughafen Hahn und Büchenbeuren auf einer relativ geraden Strecke, vermutlich durch eine Unachtsamkeit des Fahrers, nach rechts in die Seitenschutzplanke gefahren. Hierbei riss bei dem Lkw ein Dieseltank vom Fahrzeug ab. Es flossen daraufhin mehrere Hundert Liter Diesel ins Erdreich.  Die Untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück wurde verständigt. Durch die Feuerwehr der VG Kirchberg wurden Ölsperren ausgelegt und man wähnte die Situation im Griff.

    Doch nach etlichen Stunden zeigte sich, dass die Schutzmaßnahmen nicht ausreichten. Teile der ausgeflossenen 600 Liter Dieselöl waren in den Bachlauf in Richtung Büchenbeuren gelangt. Die Feuerwehr versuchte, durch massive Wasserspülungen eine Art Hochwasserdruck zu erzeugen, damit der Diesel in Bewegung kam. Das gelang aber nur zum Teil. "Im ganzen Ort stinkt es wie auf einer Tankstelle", sagen Zeugen. Mehr als Hundert Feuerwehrleute sind derzeit im Einsatz, weitere Einheiten aus Rhaunen wurden angefordert, um die drohende Umweltkatastrophe zu verhindern. to

    [Update, Do, 9 Uhr] 

    „Der Einsatz wird sich bis in die Abendstunden des Donnerstag ziehen“, berichtet Oliver Socha, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Kirchberg, nach einer schlaflosen Nacht am Donnerstagmorgen. Die Feuerwehren der Verbandsgemeinde waren bis dahin damit beschäftigt, einen ökologischen Gau in der Hirschbach zu verhindern.  

    Am Donnerstagmorgen lässt sich der Hintergrund und die Details des Einsatzes am Vortag und in der Nacht so beschreiben: Die Wehrleute hatten zunächst gehofft, den Diesel aus dem kaputten Tank umpumpen zu können. Als sie aber endlich an den Tank des Fahrzeugs herankamen, wurde offensichtlich: Der Schaden war schlimmer als befürchtet, der Kraftstoff komplett ausgelaufen.

    Weil die B 50, an der der LKW-Unfall passierte, nicht in einem geschlossenen System kanalisiert ist, floss der Treibstoff über Schächte zur Böschung und weiter in einen Kanal, der normalerweise das Regenwasser in den Hirschbach leitet. Nun aber drohte der Diesel – gut 600 Liter – den Bach zu verschmutzen. Mit Ölbarrieren und Bindemittel versuchte die Feuerwehr die Dieselflut einzudämmen.

    „Die B 50 mussten wir halbseitig gesperrt lassen, da wir mit über 80.000 Liter Wasser den Hirschbach gespült haben. Das künstliche angelegte Hochwasser soll die Dieselrückstände in Bewegung versetzen. Hierzu mussten wir mit zahlreichen Einsatzfahrzeugen im Pendelverkehr Wasser zur Havariestelle, nahe der Eisenbahnunterführung, bringen“, kommentiert Oliver Socha, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Kirchberg, die vielen Einsatzfahrzeuge auf der B 50. Zu diesem Zweck wurden die Einheiten Raversbeuren mit ihrem 9.000 Liter Wasserfass und die Einheit Hahn mit ihrem 7.000 Literfass, beide an einem Traktor, alarmiert.

    Die Feuerwehr Sohren-Büchenbeuren setzte ihre neu angeschaffte Drohne ein, um sich über den Bachlauf von der B 50 bis zur Ortslage Büchenbeuren einen Überblick zu verschaffen. „Mit der Drohne mit 6 Propellern und einer 4 K Hochauflösenden Kamera, konnten wir den Ölfilm aus der Luft verfolgen und dokumentieren“, so Socha.

    Das Öl brauchte etwa 6 Stunden, bis es in der Ortslage von Büchenbeuren ankam, da das kleine Gewässer sich durch marode und teils zugefallene Entwässerungsrohre entlang der alten Bahnstrecke, Büchenbeuren – Flughafen Hahn, seinen Weg suchte.  Insgesamt wurden 12 Ölsperren aufgebaut, von der B 50, über die Ortslagen Büchenbeuren, Niederweiler und bis in den Ortskern von Rhaunen.

    In den Abendstunden mussten die Ölsperren dann zusätzlich ausgeleuchtet werden.  Zur Unterstützung wurden auch Entsorgungsfirmen hinzugezogen. Einige besorgte Bürger beobachteten den Einsatz genau und man hörte durchaus die Frage: Was  wäre passiert,  wenn es diesmal nicht nur der Tank eines LKW gewesen wäre, sondern die Ladung eines Gefahrgut-LKW ausgelaufen wäre? Sebastian Schmitt

    [2. Update, 11:30 Uhr] Unsere Reporter waren vor Ort und bringen erste gute Nachrichten mit: Der Dieselkraftstoff konnte inzwischen soweit wie möglich gebunden und entfernt oder weggespült werden. Nun laufen noch Reparaturarbeiten an den Leitplanken, bevor der Verkehr wieder ungehindert an der Unfallstelle vorbeifließen kann.

    [3. Update, 17:15 Uhr] Nach ersten Informationen der Unteren Wasserbehörde hat die Feuerwehr die Situation in den Griff bekommen. Es ist gelungen, den ausgelaufene Dieselkraftstoff größtenteils aufzufangen. Verunreinigtes Erdreich an der Unfallstelle wurde abgetragen. Ob es weitere Umweltschäden gibt, wird ein Gutachter klären und Proben entnehmen, um dies genau zu ermitteln.

    600 Liter Diesel in Erdreich und Hirschbach gelangt: Feuerwehr kämpft gegen Verseuchung
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