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    Kirchberg

    Kein Kirchberger Wetter zum Michaelismarkt [Fotostrecke]

    Wo war es, das berühmte „Kirchberger Wetter“, das schon so viele Male das wichtigste Fest in der Stadt auf dem Berge, den Michaelismarkt, beglückt hat?

    Diesmal muss es sich verirrt haben. Denkbar ist auch, dass es sich in diesem Jahr mal nach Kastellaun und Simmern aufgemacht hat, denn sowohl beim Bürgerfest in der Burgstadt, als auch beim Stadtfest in der Kreisstadt war an den vergangenen beiden Sonntagen der Satz zu hören: Wir haben halt Kirchberger Wetter.

    Nun ja, getreu der Devise, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, kamen schon noch einige Gäste auf den historischen Marktplatz, an die Stände in der Haupt- und in der Kappeler Straße. Und wer ganz schlau war, hatte seinen Marktbesuch schon am Vormittag hinter sich gebracht, denn zu der Zeit lachte es noch, das Kirchberger Wetter. Die Sturmwarnung und der angekündigte Regen in den Wetterberichten vom Vortag dürfte einige Besucher wohl dazu bewogen haben, lieber daheim zu bleiben.

    Doch davon ließen sich die Stammgäste nicht abhalten. Es sind zwar offenkundig weniger Firmen, die ihren Mitarbeitern einen halben Tag frei geben, um das Markttreiben genießen zu können, aber die Tradition wird weitergelebt. Um die Mittagszeit geht's zum Umtrunk an den Wein- oder Bierstand, der Chef holt eine zünftige Grundlage in Form von Schwenkbraten, Wurst, Pommes oder Pizza, und dann kann das Vergnügen bis in die späten Abendstunden gehen.

    Und zwischendurch verlässt man mal die gesellige Runde schlendert an den Ständen entlang, um das Warenangebot zu begutachten. Die obligatorischen warmen Socken, das bunte Sortiment an Messern, Scheren und anderen Scheidewerkzeugen – beste Qualität aus Solingen versteht sich – Schnausereien von Zuckerwatte über gebrannte Mandeln bis zum Lebkuchenherz, Textilien, Stoffe, Glückwunschkarten und vieles mehr hatte der Michaelismarkt zu bieten.

    Wer kulinarisch jenseits von Bratwurst und Pommes unterwegs war, konnte sich so manche Köstlichkeit für die eigene Kochleidenschaft mit nach Hause nehmen. Prächtigen Ingwer aus China oder Brasilien gab's beispielsweise zu erstehen, und am Stand erfuhr man vom Experten, dass Ingwer nicht in den Kühlschrank gehört, sondern wie Knoblauch in der Küche aufgehängt werden sollte, damit er sich länger hält: „Die Triebe schneiden sie ab, die Schnittstellen verschließen sich sofort wieder“, lautete der Tipp des Verkäufers, der unter anderem außerdem Süßkartoffeln und Kurkuma verkaufte.

    Apropos Knoblauch, den gab's wieder an dem kleinen Stand am Obertorzentrum. Knollen aus Frankreich, die die Speisen unvergleichlich verfeinern. Dazu noch einen Löffel Senf – aber welchen bloß? Onkel Harry aus Stromberg hatte sie alle: mit Apfel-Meerrettich-Geschmack, mit Heidelbeeren, sogar Bier- und Whiskey-Senf konnte man bei ihm probieren.

    Ansonsten fiel auf, dass diesmal die Schmuckstände umlagert waren. Ohrringe, Halsketten und Armbänder nahm die Damenwelt genau in Augenschein – da war schnell das passende „Maartstick“ gefunden. Spaß machte das zumindest bis in die frühen Nachmittagsstunden. Als es dann zum stürmischen Wind auch noch zu regnen anfing, brachte ein Besucher es auf den Punkt: „Awei wird's awa ekelisch.“ Aber schließlich musste die Innengastronomie auch noch ihren Schnitt machen. Und im nächsten Jahr ist bestimmt wieder Kirchberger Wetter.

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Torkler

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