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    Cochem-Zell/Mainz

    Im Hunsrück platzen Fusionsträume

    Die Bürger von Lahr, Mörsdorf und Zilshausen sollen Cochem-Zeller bleiben, vorerst jedenfalls. Ihr ausdrücklicher Wunsch, bei einer Gebietsänderung zur Verbandsgemeinde Kastellaun zu wechseln, wird im Rahmen der aktuellen Kommunal- und Verwaltungsreform wahrscheinlich nicht berücksichtigt. Das geht aus einem Schreiben von Innenminister Roger Lewentz hervor.

    Können die Aufkleber in den Reißwolf? Mit dem Slogan „Wir wollen nach Kastellaun“ werben die Lahrer, Mörsdorfer und Zilshausener für eine Ausgliederung aus Cochem-Zell. Innenminister Roger Lewentz sieht darin aber die Belange des Kreises beeinträchtigt.
    Können die Aufkleber in den Reißwolf? Mit dem Slogan „Wir wollen nach Kastellaun“ werben die Lahrer, Mörsdorfer und Zilshausener für eine Ausgliederung aus Cochem-Zell. Innenminister Roger Lewentz sieht darin aber die Belange des Kreises beeinträchtigt.
    Foto: Kevin Rühle

    „Zum gegenwärtigen Stand gehe ich davon aus“, so schreibt er, „dass die Belange des Landkreises Cochem-Zell gegen eine solche Umgliederung sprechen und bei einer Abwägung höher als die von den Ortsgemeinden Mörsdorf, Lahr und Zilshausen für ihren Zusammenschluss mit der Verbandsgemeinde Kastellaun im Rhein-Hunsrück-Kreis angeführten Aspekte zu gewichten sind.“ Adressiert ist das Schreiben an die beiden heimischen Landtagsabgeordneten Anke Beilstein (CDU), Benedikt Oster (SPD) und an Landrat Manfred Schnur. Sie waren am Dienstag gemeinsam mit Manfred Führ, Bürgermeister der VG Treis-Karden, den Fraktionsvorsitzenden Harry Dienes (CDU) und Werner Oster (SPD) in Mainz, um mit dem Minister über die Kommunalreform zu sprechen – und um sich Rückendeckung zu holen für eine Gebietsänderung innerhalb der Kreisgrenzen von Cochem-Zell. Die gab Lewentz mündlich und direkt anschließend schriftlich.

    In dem Brief von Lewentz heißt es auch: „Nach dem Abschluss der ersten Reformstufe, das heißt nach den allgemeinen Kommunalwahlen im Jahr 2014, sollte eine Optimierung der Strukturen der Landkreise und kreisfreien Städte näher angegangen werden. In diesem Kontext besteht dann sicherlich auch die Möglichkeit, eine Umgliederung der Ortsgemeinden Mörsdorf, Lahr und Zilshausen in die Verbandsgemeinde Kastellaun vertieft zu betrachten.“

    Das heißt: Bei der jetzigen Reform sollen die Hunsrück- und Moseldörfer Pommern, Treis-Karden, Müden, Moselkern, Lütz, Lahr, Lieg, Mörsdorf und Zilshausen mit der Verbandsgemeinde Cochem fusionieren, die Eifeldörfer Binningen, Brohl, Dünfus, Forst, Möntenich, Roes, Brieden und Kail mit der Verbandsgemeinde Kaisersesch. Diese Aufteilung der Ortsgemeinden wäre mehrheitsfähig und hätte laut Lewentz „keine nachteilige Wirkung auf die Höhe der einmaligen einwohnerbezogenen Zuweisung“, also auf die sogenannte Hochzeitsprämie.

    Die klaren Worte von Lewentz wertet Anke Beilstein als Entscheidungshilfe. „Der Druck ist immens“, sagt sie, „vor allem auf die Ehrenamtlichen im Verbandsgemeinderat Treis-Karden.“ Werner Oster, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat, spricht sogar von Telefonterror. „Jeden von uns erreichen unzählige Anrufe“, sagt er, vornehmlich von Hunsrückern, die sich in einer Bürgerinitiative organisiert haben. Landrat Schnur sagt: „Der Bürgerwille soll nicht weggewischt werden, aber es gibt andere, vorrangige Gesichtspunkte.“

    Unterdessen ist die Stimmung in Lahr, Mörsdorf und Zilshausen aufgeheizt. Yvonne Horbert von der Bürgerinitiative erklärt knapp: „Wir sind entsetzt.“ Sie kündigt Protest an und sagt: „Wir werden laut untergehen, nicht leise.“

    Zutiefst enttäuscht sind auch die drei Ortsbürgermeister. Franz-Josef Petry aus Mörsdorf: „Wir sind am Boden zerstört, aber wir hören nicht auf zu kämpfen. Im Gegenteil: Jetzt erst recht! Es kann nicht sein, dass das Bürgervotum ignoriert wird.“ In den drei Dörfern haben sich mehr als 80 Prozent der Wahlberechtigten für einen Wechsel zur Verbandsgemeinde Kastellaun ausgesprochen, die Gemeinden haben bereits formell die Ausgliederung aus dem Kreis Cochem-Zell beantragt.

    Hans-Peter Färber aus Lahr bedauert es, dass die Ortschefs keinen Gesprächstermin bei Minister Lewentz bekamen. Sie hatten ihm Anfang Dezember geschrieben und um „ein offenes Ohr“ gebeten. Robert Etges aus Zilshausen schöpft indes Hoffnung aus einem Satz, der ebenfalls im Schreiben von Roger Lewentz steht: dass das Landesgesetz zur Kommunal- und Verwaltungsreform Ausnahmen zulässt. pie

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