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    Hunsrück: Betrunkener (21) macht einen Mofafahrer zum Krüppel

    Er lag sechs Wochen lang im Koma. Als er erwachte, war nichts mehr so, wie es einmal war – und möglicherweise auch nie mehr sein wird. Zwar kann sich der 36 Jahre alte Hunsrücker an nichts erinnern. Doch der Blick in den Spiegel lässt ihn Schlimmes erahnen. Er ist entstellt. Auf einem Auge sieht er alles doppelt- und dreifach. Sein Kopf schmerzt. Seine Beine wollen auch nicht mehr so, wie er es früher gewohnt war. Und als Maschinenführer wird er wohl nie wieder arbeiten können.

    Der Unfallverursacher, ein 21-jähriger Hunsrücker, musste am Dienstag  auf der Anklagebank im Simmerner Amtsgericht Platz nehmen, weil er mit  1,64 Promille einen schweren Verkehrsunfall verursacht hatte.
    Der Unfallverursacher, ein 21-jähriger Hunsrücker, musste am Dienstag auf der Anklagebank im Simmerner Amtsgericht Platz nehmen, weil er mit 1,64 Promille einen schweren Verkehrsunfall verursacht hatte.
    Foto: dpa

    Hunsrück - Er lag sechs Wochen lang im Koma. Als er erwachte, war nichts mehr so, wie es einmal war – und möglicherweise auch nie mehr sein wird. Zwar kann sich der 36 Jahre alte Hunsrücker an nichts erinnern. Doch der Blick in den Spiegel lässt ihn Schlimmes erahnen. Er ist entstellt. Auf einem Auge sieht er alles doppelt- und dreifach. Sein Kopf schmerzt. Seine Beine wollen auch nicht mehr so, wie er es früher gewohnt war. Und als Maschinenführer wird er wohl nie wieder arbeiten können.
    Wie ist das passiert? Im Juni 2011 wurde der Mann das Opfer eines schweren Verkehrsunfalls in Büchenbeuren. Gegen 20.30 Uhr befuhr er mit seinem Mofa die K 75, als er plötzlich von einem Auto erfasst wurde. Der 36-Jährige flog durch die Luft. Er erlitt ein Schädelhirntrauma und eine schwere Augenverletzung, die möglicherweise nicht mehr geheilt werden kann – funktionell wie kosmetisch. „Dass er hier überhaupt sitzt, haben wir nur seinem Schutzengel zu verdanken. Noch an der Unfallstelle war sogar mit seinem Ableben zu rechnen“, verdeutlichte Richter Peter Hüttemann, wie schwerwiegend die Verletzungen des Mannes waren.
    Der Unfallverursacher, ein 21-jähriger Hunsrücker, musste am Dienstag auf der Anklagebank im Simmerner Amtsgericht Platz nehmen. Rückblick: Mit 1,64 Promille saß er an jenem Abend hinterm Steuer seines Kleinwagens. Nachdem er trotz Überholverbots ein Auto überholt hatte, erfasste er das Mofa des 36-Jährigen und setzte seine Fahrt noch einige hundert Meter fort. Wie der Angeklagte betonte, wollte er an der nächsten Verkehrsinsel wenden und zur Unfallstelle zurückkehren. Doch das ging schief. Er überfuhr die Verkehrsinsel und landete mit seinem Golf in einer Böschung. Erst danach kam er zum Ort des Geschehens zurück. Auf die Frage, weshalb er betrunken mit dem Auto fuhr, sagte der Mann: „Es gab Streit zu Hause, weil ich besoffen war. Ich setzte mich ins Auto. Ich wollte niemanden verletzen.“
    Das Amtsgericht verurteilte den 21-Jährigen zu einer siebenmonatigen Jugendfreiheitsstrafe, die zur Bewährung auf zwei Jahre ausgesetzt wurde. Er muss weitere acht Monate auf seinen Führerschein verzichten und eine Geldauflage von 2000 Euro zahlen. Richter Hüttemann betonte nach der Urteilsverkündung erneut die „Schwere der Schuld“. Der Unfallverursacher, der bis dato nie strafrechtlich in Erscheinung getreten war, nahm das Urteil regungslos entgegen. Maximilian Eckhardt

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