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    Hahn: Fünf Manager wollen mitmachen

    Der Vorschlag für ein sogenanntes "Management-Buy-Out" auf dem Flughafen Hahn legt auf dem Tisch. Fünf von zehn Mitgliedern des Hahn-Managements wollen sich derzeit an der Initiative beteiligen. Jörg Schumacher, Sprecher der Flughafen-Frankfurt-Hahn-GmbH, sagte bei der Bekanntgabe: „Das Management des Flughafens steht zum Standort. Wir möchten mit diesem Schritt auch zum Ausdruck bringen, dass wir vom Potenzial des Flughafens überzeugt sind und große Chancen für die Zukunft des Standortes sehen. Ein Management-Buy-Out ist aus unserer Sicht die beste Form der Privatisierung eines Unternehmens, da beide Seiten – sowohl Verkäufer als auch Käufer – das Unternehmen kennen und es über mehrere Jahre gemeinsam entwickelt haben.“

    Vier von derzeit fünf Mitgliedern des Managements, die sich am Management-Buy-Out des Hahns beteiligen (von links) Ulrike Müller (Leiterin Ausbau und Flughafenentwicklung), Verkehrsleiter Stefan Maxeiner, Geschäftsführer Jörg Schumacher und  Bernd Müller (Leiter Finanzen). Im Bild fehlt Marketing-Leiter Udo Preißner.
    Vier von derzeit fünf Mitgliedern des Managements, die sich am Management-Buy-Out des Hahns beteiligen (von links) Ulrike Müller (Leiterin Ausbau und Flughafenentwicklung), Verkehrsleiter Stefan Maxeiner, Geschäftsführer Jörg Schumacher und Bernd Müller (Leiter Finanzen). Im Bild fehlt Marketing-Leiter Udo Preißner.
    Foto: Thomas Torkler

    Flughafen Hahn - Der Vorschlag für ein sogenanntes "Management-Buy-Out" auf dem Flughafen Hahn legt auf dem Tisch. Fünf von zehn Mitgliedern des Hahn-Managements wollen sich derzeit an der Initiative beteiligen. Jörg Schumacher, Sprecher der Flughafen-Frankfurt-Hahn-GmbH, sagte bei der Bekanntgabe: „Das Management des Flughafens steht zum Standort. Wir möchten mit diesem Schritt auch zum Ausdruck bringen, dass wir vom Potenzial des Flughafens überzeugt sind und große Chancen für die Zukunft des Standortes sehen. Ein Management-Buy-Out ist aus unserer Sicht die beste Form der Privatisierung eines Unternehmens, da beide Seiten – sowohl Verkäufer als auch Käufer – das Unternehmen kennen und es über mehrere Jahre gemeinsam entwickelt haben.“

    Hahn-Finanzleiter Bernd Müller nannte Zahlen: Die Mehrheitsanteile, die durch einen Management-Buy-Out erworben werden sollen, liegen bei 25 Millionen Euro. Dieses Geld wird mit Hilfe eines Finanzierungsmodells, in das eine Bank sowie ein Investor involviert sind, aufgebracht. Bei Beginn der Verhandlungen mit der Landesregierung sollen diese öffentlich gemacht werden. „Wir haben natürlich eine Finanzierungszusage, sonst würden wir jetzt nicht an die Öffentlichkeit gehen", betont Jörg Schumacher.

    Infrastrukturminister Roger Lewentz sagte in einer ersten Stellungnahme "Das Land wird das Angebot aus dem Management heraus rechtlich und betriebswirtschaftlich prüfen. Zu Details kann momentan noch nichts gesagt werden. Grundsätzlich ist es jedoch positiv zu werten, wenn aus dem Management heraus, das den Hahn bestens kennt, die Perspektive des Flughafens so positiv bewertet wird, dass man im Unternehmen einsteigen und sich finanziell engagieren will."

    Aufsichtsratsmitglied Hans-Josef Bracht, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU im Landtag, sagte: "Ich freue mich, dass durch die Initiative Bewegung in die Sache kommt. Wenn das Angebot gut und seriös ist, halte ich das für eine gute Lösung. Es wurde Zeit, dass sich was tut, denn wir sind beim Hahn nicht weiter als vor zweieinhalb Jahren, als die Fraport ausgestiegen ist." Nach wie vor hält Bracht die Fraport, die kürzlich als Reaktion auf eine CDU-Initiative ein erneutes Einsteigen auf dem Hahn abgelehnt hatte, für die beste Lösung für den Hahn: "Fraport ist für uns nach wie vor ein hochinteressanter Partner, auch wenn man sich zurzeit ziert." 

    Der Betriebsrat der Beschäftigten der Flughafen-Frankfurt-Hahn-GmbH unterstützt das Vorhaben der Manager, die Mehrheit der Anteile am Unternehmen zu erwerben: "Eine Privatisierung aus den eigenen Reihen ist auf jeden Fall einem fremden Investor vorzuziehen, dessen Interessen man nicht kennt und dem es vermutlich vorrangig um eine möglichst hohe Rendite geht. Bei unseren Führungskräften wissen wir, dass sie den Flughafen weiterentwickeln wollen und auch dazu in der Lage sind. Die Aufgabe des Betriebsrates ist es, die Interessen der Kollegen zu vertreten, dass die Arbeitsplätze erhalten werden und es zu keinen finanziellen Einbußen kommt. Diese Interessen sehen wir mit dieser Lösung am ehesten gewährleistet", sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Jörg Munsteiner.     

    Positiv bewertet auch der Verein "Bürger für Hahn" den Vorstoß der Hahn-Manager: „Wir stehen geschlossen hinter diesem Vorschlag“, so der Vorsitzende Werner Heich. „Die tiefe Verbundenheit der Entscheidungsträger zur Region hat bei allen wichtigen Fragen über die Zukunft des Flughafens stets eine Rolle gespielt“, sagte Heich.

    Die Gewerkschaft ist dagegen skeptisch:  „Nach wie vor bleiben die Investoren selbst im Dunkeln, genauso wie Ihre Beweggründe und Ihre Ziele. Wir fordern die Landesregierung auf, das Angebot sorgfältig zu prüfen. Eine Privatisierung darf nicht um jeden Preis geschehen, schon gar nicht wenn damit Arbeitsplatzabbau oder schlechtere Arbeitsbedingungen verbunden sein sollten“, sagt verdi-Landeschef Uwe Klemens.
    Neutral verhält sich zurzeit noch der neue Aufsichtsratsvorsitzende Hans Endler: „Zunächst ist eine Angelegenheit zwischen Gesellschaftern und Management“, sagt er. Ein Management-Buy-Out könne in unterschiedlichen Situationen sicher ein gangbarer Weg sein. Und: „Wenn ein Management aufsteht und sich engagiert, ist das grundsätzlich ein gutes Signal“, sagt Endler.

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