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    Gehlweiler

    Fans wandern staunend durch die Scheinwelt

    Großer Andrang herrschte beim Besuchertag am Heimat-Filmset in Gehlweiler. Nichts ist normal in dem kleinen Dorf am Simmerbach. Als hätte hier eine Zeitreise stattgefunden, sind im dem Ortskern uralte, lehmverputzte Fachwerkfassaden mit Strohdächern zu sehen. Falls es regnet, versinkt die Dorfstraße im Morast, ansonsten gleich sie einem holprigen Feldweg. Überall stehen Holzkarren und anderes uraltes landwirtschaftliches Gerät herum.

    Jedes Haus hat noch einen Misthaufen. Vor einer windschiefen Scheuneneinfahrt blöken Schafe. Und über allem thront ein mit Bruchsteinen gemauerter Kirchturm, den es in der Wirklichkeit gar nicht gibt. Denn die Gehlweilerer gehen nach Gemünden oder Schlierschied zum Gottesdienst.

    Aus Gehlweiler ist Schabbach geworden, das imaginäre Hunsrückdorf aus der Filmtrilogie „Heimat“ von Edgar Reitz. Der Regisseur ist in seine alte Heimat zurückgekehrt und dreht hier „Die andere Heimat“. Reitz bleibt bei seinem Thema: Weggehen, um anzukommen. Die Geschichte spielt dieses Mal im frühen 18 Jahrhundert, als viele Hunsrücker ihre Heimat aus der Not heraus verließen, um nach Brasilien auszuwandern.

    Am Sonntag war die Filmkulisse für zweimal eine Stunde fürs Publikum geöffnet. Staunend wanderte man durch die Scheinwelt. Gemeinsam haben Kulissenbauer aus Bayern und Hunsrücker Handwerker den Fantasien des Regisseurs Gestalt gegeben. An drehfreien Tagen sollen weitere Besuche in Schabbach möglich sein. Um Störungen zu vermeiden, ist während der Dreharbeiten das gesamte Gelände hermetisch und weitläufig abgesperrt.

    Vor dem ersten Drehtag am Dienstag kam Ministerpräsident Kurt Beck. Er gilt als Kenner und Förderer der Filme von Edgar Reitz und war begeistert vom Szenario. Reitz führte ihn durch die Gassen und beschrieb die elenden Lebensbedingungen der Hunsrücker Bevölkerung in der Vergangenheit. Sozialdemokrat Beck hörte gebannt zu. Neben Komplimenten für Reitz würdigte der Ministerpräsident auch das Engagement der Einwohner von Gehlweiler, ohne deren Unterstützung die Realisierung des Filmprojektes unmöglich wäre. Als symbolischen Dank und um sich „in aller Ruhe einmal mit ihnen unterhalten zu können“, lud er die Hausbesitzer, die von den Dreharbeiten besonders betroffen sind, zum nächsten Neujahrsempfang ein.

    Y Weitere Fotos unter www.rhein-zeitung.de/rhein-hunsrück.

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