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    Koblenz

    Bopparder niedergestochen, Rollstuhlfahrer geschlagen: Gewalttäter muss für fünfeinhalb Jahre in Haft

    Weil er einen Bekannten in der Bopparder Wohnung eines Freundes niederstach, in der Simmerner Fußgängerzone einen 45-Jährigen sowie dessen 16-jährigen Sohn, der im Rollstuhl sitzt, mit Fausthieben verletzte und in einem Simmerner Mehrfamilienhaus randalierte, verurteilte das Koblenzer Landgericht unter dem Vorsitzendem Richter Ralf Bock am Montag einen 25-jährigen Wohnsitzlosen zu einer Gesamthaftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung.

    Von unserer Redakteurin Martina Koch

    Damit liegt das Strafmaß knapp über der von der Staatsanwaltschaft geforderten Haftstrafe von fünf Jahren und vier Monaten. Auf die Anordnung der Einweisung in eine Entziehungsanstalt verzichtete das Gericht, obwohl der Angeklagte schwer von Alkohol und anderen Drogen abhängig ist. Da der Mann eine stationäre Therapie vehement ablehne, seien die Erfolgsaussichten einer solchen Maßnahme gering.

    Der Prozess stand zunächst ganz im Zeichen der Aussage des am 9. Mai in Simmern attackierten Vaters und seines jugendlichen Sohnes. Die beiden Zeugen zeichneten ein erschreckendes Bild von der Unberechenbarkeit und Skrupellosigkeit des Angreifers. Aus dem Nichts taucht der 25-Jährige am späten Abend hinter den beiden Hunsrückern, die aus einem türkischen Imbiss kommen auf, pöbelt den Vater an und schlägt ihm unvermittelt mit der Faust ins Gesicht.

    Jugendlichen Rollstuhlfahrer geschlagen

     

    Mit den Worten "Du meinst wohl, ich schlag keinen Krüppel" wendete er sich dann an den im Rollstuhl sitzenden Jugendlichen und verpasst auch ihm einen Fausthieb ins Gesicht. "Wie kann man nur jemanden schlagen, der absolut hilflos ist. Das hat mein Weltbild zerstört", zeigte sich der Vater, der eine Prellung im Gesicht davontrug, fassungslos von dem Vorfall.

    Auch eine 29-jährige damalige Nachbarin des Angeklagten wird den Abend so schnell nicht vergessen können: Nachdem der Mann Vater und Sohn attackiert hat, dringt er in die Wohnung der Frau ein. In der Hand hält er dabei ein langes Messer. Die 29-Jährige flieht panisch schreiend ins Nachbarhaus und wartet dort aufs Eintreffen der Polizei. Ihre Wohnung gab sie nach dem schrecklichen Erlebnis auf und zog aus Simmern weg.

    Wiederholungsgefahr ist groß

    "Betrachtet man diesen Lebenslauf, kann einem Angst und Bange werden", sagte Staatsanwältin Andrea Maier im Hinblick auf die jüngsten Gewaltausbrüche sowie das lange Vorstrafenregister des 25-Jährigen. Unter Drogen- und Alkoholeinfluss hatte er, der als Elfjähriger mit dem Trinken begann, in seiner Geburtsstadt Erfurt und später im Rhein-Hunsrück-Kreis immer wieder andere Menschen aus nichtigen Anlässen heraus schwer verletzt. Selbst als das Landgericht Koblenz Anfang des Jahres eine gegen ihn verhängte Haftstrafe in eine Bewährungsstrafe umwandelte, in dem Glauben, der Mann habe sein Suchtproblem in den Griff bekommen, ändert er sein Verhalten nicht.

    Entsprechend verheerend fällt die Prognose des Gerichts für den Angeklagten aus: "Solche Taten sind auch in Zukunft zu erwarten". machte der Vorsitzende Richter Ralf Bock in seiner Urteilsbegründung deutlich. Wenn sich der 25-Jährige weiterhin einer Suchttherapie verweigere, werde er immer wieder gewalttätig werden.

    25-Jähriger vor Gericht: Bopparder mit Küchenmesser niedergestochen
    Boppard Simmern
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