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    St. Goar

    Beißen, schlagen und beleidigen: Hunsrücker rastete im Jugendraum aus

    Ein 19-jähriger Hunsrücker musste sich nun vor dem Amtsgericht St. Goar verantworten.

    St. Goar – Ein 19-jähriger Hunsrücker musste sich nun vor dem Amtsgericht St. Goar verantworten.

    Das Gericht verurteilte ihn unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Drogenbesitzes zu einer einjährigen Jugendstrafe, die zur Bewährung auf zwei Jahre ausgesetzt wurde.

    Was war passiert? Im Februar 2010 fand sich der junge Mann zu einer Karnevalsfeier in einem Jugendraum ein. „Im Flur würgte mich plötzlich ein Typ. Weil er nicht aufhörte, zog ich ihm die Bierflasche über den Kopf“, gab der Angeklagte gegenüber dem Gericht an. Das Opfer erlitt eine Platzwunde und verlor das Bewusstsein. Mehrere Jugendliche eilten herbei, um zu schlichten. „Ich fühlte mich bedroht, deshalb bin ich ziemlich ausgerastet“, so der 19-Jährige weiter – er war zur Tatzeit stark alkoholisiert (1,41 Promille). Zunächst biss er einem anderen Jugendlichen in den Arm und mit der flachen Hand schlug der Angeklagte einer beruhigend auf ihn einredenden Frau ins Gesicht und beschimpfte sie. Schließlich warf der Hunsrücker einer jungen Frau eine Bierflasche an den Kopf. Richter Klaus Behrendt, der Direktor des Amtsgerichts, kritisierte das Verhalten des jungen Mannes scharf: „Der Amoklauf war heftig. So etwas kann schlimmstenfalls auch tödlich enden.“ Opfern und weiteren Zeugen ersparte der Schläger eine Aussage, denn er zeigte sich geständig und entschuldigte sich im Gerichtssaal per Handschlag bei ihnen. Ferner räumte der junge Mann ein, Ende 2008 bis zu 50 Gramm Haschisch erworben und teilweise an Freunde verschenkt zu haben – so war es auch in der Anklageschrift zu lesen.  

    Trotzdem attestierte die Jugendgerichtshilfe dem jungen Mann eine positive Sozialprognose: „Der Angeklagte beging seine Taten als Heranwachsender, danach hat er sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Er ist auf einem guten Weg, weil er seine Ausbildung in absehbarer Zeit erfolgreich abschließt.“ Zudem meide er seit Monaten den Alkohol, der für seinen damaligen Ausraster verantwortlich sei. Die Staatsanwaltschaft forderte, eine 15-monatige Bewährungsstrafe gegen den Hunsrücker zu verhängen: „Er soll auch hundert Sozialstunden ableisten.“ Demgegenüber bat der Verteidiger um eine milde Strafe. Mit Blick auf den Amoklauf sprach Richter Behrendt von der besonderen Schwere der Schuld. „Das war so gefährlich, dass wir Ihnen einen Denkzettel verpassen müssen“, gab er dem Angeklagten unmissverständlich zu verstehen. Der junge Mann erhielt eine Jugendstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, muss an einem Antiaggressionstraining teilnehmen, sich Drogentests unterziehen und darf ein Jahr lang keinen Alkohol konsumieren. „Mit diesen Auflagen wollen wir Sie auf Ihrem weiteren Lebensweg unterstützen“, stellte der Richter klar.

     

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