40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Rhein-Hunsrück-Zeitung
  • » Bauen im Welterbe: Studenten lenken Blick auf neue Architektur
  • Aus unserem Archiv
    Boppard

    Bauen im Welterbe: Studenten lenken Blick auf neue Architektur

    Das Welterbe kann modern werden. Das zeigt bis zum 4. Oktober die Möglichkeit, die Ausstellung „Abtauchen“ der Architekturstudenten der Technischen Universität Darmstadt im Museum der Stadt Boppard. In der Kurfürstlichen Burg sind Studien zu sehen, wie die leer stehende Nikolausschule in Assmannshausen zu einem neuen prägenden Element der Landschaft werden könnte – vielleicht ist dies ein Beispiel für andere Projekte im Tal.

    Studenten der TU Darmstadt stellen ihre Entwürfe zur Umnutzung der Nikolausschule in Assmannshausen in Boppard aus. Welterbemanagerin Nadya König-Lehrmann (links), Architekt Markus Podehl (2. von links), Professor Jens Wittfoht (3. von rechts) und Bürgermeister Walter Bersch (rechts) freuen sich über die Impulse. Foto: Suzanne Breitbach
    Studenten der TU Darmstadt stellen ihre Entwürfe zur Umnutzung der Nikolausschule in Assmannshausen in Boppard aus. Welterbemanagerin Nadya König-Lehrmann (links), Architekt Markus Podehl (2. von links), Professor Jens Wittfoht (3. von rechts) und Bürgermeister Walter Bersch (rechts) freuen sich über die Impulse.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Die hoch über dem Ortszentrum liegende Schule in Assmannshausen soll eine neue Nutzung erfahren. Aus dem ehemaligen Schulgebäude, das im Oberen Mittelrheintal auffällt, soll ein Thermalbad entstehen. 30 Studenten bearbeiteten die Aufgabenstellung. Die zwölf interessantesten Arbeiten sind jetzt in der Ausstellung in der Bopparder Burg zu sehen.

    „Welche Aufgaben können reizen?“, ist zu Beginn des Semesters immer eine Frage, die beantwortet werden will, erläuterte Professor Jens Wittfoht bei der Vernissage. Der in Boppard geborene und lebende Architekt Dr. Markus Podehl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt und war auf das Gebäude im Sommer 2016 aufmerksam geworden. „An die Architektur- und Baukultur sollen die Studenten herangeführt werden. Sie müssen sich mit Raumprogrammen auseinandersetzen und Entwürfe im gleichen Größenverhältnis berücksichtigen. Der besondere Ort im Welterbetal in exponierter Lage ist derzeit keine Bereicherung. Hier sollen die Studenten vor Ort Inspirationen sammeln und mit ihren Entwürfen Impulse geben. Mit der Therme können positive Einflüsse für Assmannshausen, auch für die Hotellerie und die Umgebung Strahlwirkung entwickeln, damit wieder mehr Menschen hier – an einem besonderen Ort – Urlaub machen. Licht, Ausblick, mit allen Sinnen sollen die Thermalbadbesucher den außergewöhnlichen Ort erleben. Es soll kein Wellnessbad entstehen, sondern ein ruhiger, zurückhaltender Ort geschaffen werden, von dem die Region aus erlebbar ist“, so Jens Wittfoht bei der Eröffnung.

    Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Initiative Baukultur und dem Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal entwickelt. In ihrem Grußwort ließ Welterbemanagerin Nadya König-Lehrmann nicht unerwähnt, dass sie die Studentenarbeit gerne begleitet hat. „Hier erhalten wir einen frischen und neuen Denkansatz“, sagte sie und hob hervor, dass es die neuen Erfahrungen seien, die alle Beteiligten mit diesem Projekt sammeln. König-Lehrmann ist Architektin und hat das Projekt inhaltlich begleitet. Seit 2005 arbeitet der Zweckverband an der regionalen Entwicklung, bei der mittelalterliche Stadtstrukturen erhalten bleiben sollen.

    „Dichter und Denker haben der Region zu weltweitem Ruhm verholfen. Das Gebäude thront auf halber Höhe. Die Lage des Gebäudes bietet sich förmlich an, mit Sichtbeziehungen spielerisch und mit Licht- und Schattenspiel zu experimentieren. Über den Rhein hinweg ist es eine besondere und positive Ausstellung in Boppard“, sagte König-Lehrmann bei der Ausstellungseröffnung.

    Bürgermeister Walter Bersch freute sich über die Ausstellungseröffnung in der Burg, zumal Boppard bereits nach Thermalwasser gebohrt hat und ein Schwimmbad realisieren möchte. Er gab einen Überblick über die Geschichte der Burg mitsamt ihrer aufwendigen sechs Jahre dauernden Renovierung und derzeit im Abschluss befindlichen Umfeldgestaltung. Studentische Arbeiten sind in Boppard sehr willkommen, bereits 1999 haben Studenten unter der Leitung von Professor Emil Hädler (Hochschule Mainz) die Burg aufgemessen, weil keine Pläne mehr existierten. Auch das Kloster Marienberg war für weitere Studentenarbeiten interessant. „Das Interesse der Stadt an der Ausstellung wird zunehmen“, sagte Bersch.

    Wer sich von den Entwürfen der Studenten der TU Darmstadt inspirieren lassen möchte, hat dazu täglich außer montags zu den Museumszeiten Gelegenheit.

    Von unserer Reporterin Suzanne Breitbach

    Boppard Simmern
    Meistgelesene Artikel
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Mittwoch

    5°C - 9°C
    Donnerstag

    9°C - 13°C
    Freitag

    5°C - 11°C
    Samstag

    0°C - 6°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Jahresrückblick 2016 der RHZ
    Anzeige