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    Ausstellung in Simmern: Holzfelder Fotograf dokumentiert die Wendezeit

    "Wendezeit" nennt der Holzfelder Fotograf Herbert Piel seine Ausstellung in der Hauptstelle der Kreissparkasse Rhein-Hunsrück (KSK). 40 Schwarz-Weiß-Bilder dokumentieren die Zeit nach der Wende in Ostdeutschland, die Piel während mehrerer Aufenthalte im Osten der Republik aufgenommen hat.

    Auch in Buchform gibt es Herbert Piels "Wendezeit". Der Fotograf signierte zahlreiche Exemplare bei der Vernissage.
    Auch in Buchform gibt es Herbert Piels "Wendezeit". Der Fotograf signierte zahlreiche Exemplare bei der Vernissage.
    Foto: Thomas Torkler

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Torkler

    "Wendezeit – der Titel gefällt mir gut", schmunzelte KSK-Vorstand Klaus Wende in Anspielung auf seinen Nachnamen bei der Einführung anlässlich der Vernissage in der Kundenhalle. Musikalisch eröffnet wurde der Abend mit der Wende-Hymne der Hardrock-Band Scorpions, "Wind of change". "Wenn ich das Lied heute nach 25 Jahren höre, läuft mir immer noch eine Gänsehaut über den Rücken. Wir alle haben ja noch die Bilder der friedlichen Revolution und des Mauerfalls vor Augen", sagte Wende.

    Nicht aktuell zum Mauerfall war Piel im Osten, sondern etwa ein Jahr danach. Was er dort erlebt hat, zeigen nicht nur seine Fotografien. Piel verstand es bei der Vernissage, auch mit Worten zu schildern, was ihm in der Zeit unmittelbar nach der Wende vornehmlich in Thüringen alles widerfahren ist.

    Bilder per Telefonleitung übermittelt

    Da sind die Besuche in einem Kombinat, wo er erwartungsfreudige Mitarbeiterinnen antraf, die im Laufe seiner mehreren Besuche immer weniger wurden und schließlich ganz weg waren, weil die Firma schließen musste. Oder die abenteuerliche Aufgabe, seine Fotos an die Nachrichtenredaktion der Rhein-Zeitung zu übermitteln: "Ich musste in den Westen mit einem Sack voller Markstücke zur nächsten Telefonzelle, von wo ich dann über die Telefonleitung meine Abzüge auf die Reise schickte. Die bequeme digitale Datenübermittlung von heute war damals noch nicht einmal Zukunftsmusik.

    Auch Klaus Wende erinnerte sich an die damalige Zeit. "Ich war damals noch bei der Nassauischen Sparkasse, die eine Partner-Sparkasse in Görlitz hatte. Dadurch war ich seinerzeit oft im Osten unterwegs", erinnert sich Wende. Damals gingen auch im Bankwesen die Uhren noch anders als heute.

    Teilweise tristen Alltag dokumentiert

    Zahlreiche Besucher nutzten die Ausstellungseröffnung zu einem Rückblick in vergangene Zeiten. Piels Fotos zeigen den teilweise tristen Alltag in Ostdeutschland – die schwarz-weiße Aufnahmetechnik seiner Bilder unterstreicht diese Stimmung ideal. Zu sehen sind Momentaufnahmen, wie die von Willy Brandt am Fenster des Erfurther Hofs oder von Kanzler Helmut Kohl auf dem Erfurther Domplatz in jubelnder Menge. Die eindringlichen Bilder von ganz einfachen Menschen, von Landschaften und Stadtansichten zeigen aber noch mehr Wirkung. "Wendezeit" ist ein Zeitdokument, das noch bis Weihnachten in der KSK zu den Öffnungszeiten zu sehen ist.

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