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Hunsrück

Auf Streifzug durch die Geschichte der Bahn

Derzeit ist es ruhig geworden rund um die Reaktivierung der Hunsrückbahn. Während das Eisenbahnbundesamt die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren durchackert und eine Entscheidung noch aussteht, beackerte Hans Dunger in mühevoller Kleinarbeit die Geschichte der Eisenbahnstrecken durch den Altkreis Simmern. Und dabei hatte er nicht nur die Strecke zwischen Langenlonsheim und Hermeskeil im Blick. Die Geschichte sämtlicher „Eisenbahnen durch den Altkreis Simmern im Hunsrück“ ist nun in einem mehr als 100-seitigen Buch im Sutton-Verlag erschienen.

Lang sind sie vorbei die Zeiten, in denen regelmäßig ein Schienenbus über die Hunsrückhöhen brummte, wie hier am Viadukt bei Nieder Kostenz. Hans Dunger ist der Geschichte der Bahn im Altkreis Simmern in einem Buch auf den Grund gegangen.  Foto: Archivbild Thomas Torkler
Lang sind sie vorbei die Zeiten, in denen regelmäßig ein Schienenbus über die Hunsrückhöhen brummte, wie hier am Viadukt bei Nieder Kostenz. Hans Dunger ist der Geschichte der Bahn im Altkreis Simmern in einem Buch auf den Grund gegangen.
Foto: Archivbild Thomas Torkler

Und dabei hatte er nicht nur die Strecke zwischen Langenlonsheim und Hermeskeil im Blick. Die Geschichte sämtlicher „Eisenbahnen durch den Altkreis Simmern im Hunsrück“ ist nun in einem mehr als 100-seitigen Buch im Sutton-Verlag erschienen.

Der Kampf um eine Schienenstrecke im und durch den Hunsrück ist durchaus nicht neu. Denn bereits Mitte des 19. Jahrhunderts kämpfte der damalige Landrat Johann Friedrich Arnold Engelbert Hardt, der das Amt von 1854 bis 1876 innehatte, für eine Trassenführung über den Hunsrück. In einer Denkschrift kritisierte er die Anlage von Bahnstrecken in den Tälern scharf, denn „dadurch wird den Flussbewohnern, die neben der ausgedehnten und bequemen Verbindung durch die Schifffahrt auch durchschnittlich gute Straßen haben, auch noch der Vorzug der Eisenbahn-Anlagen gegeben“, schrieb Hardt damals. Die Bergbewohner hingegen seien „aus dem größeren Verkehr und dem zeitgemäßen Fortschritt ausgeschlossen und zur Armuth verdammt“. Seine Einwände fanden Gehör, am 7. Oktober 1889 schnauften die ersten Dampfloks von Langenlonsheim nach Simmern. Historische Fotos, Ausschnitte aus Berichten der Königlichen Eisenbahn-Direction, aus historischen Karten und Denkschriften zeugen von der damals großen Bedeutung der Bahnanbindung für die Region. Einige Jahre später sollten denn auch Kirchberg und Kastellaun an das Bahnnetz angeschlossen werden.

Am 15. Dezember 1902 rollten die Züge über Kirchberg weiter bis nach Morbach. Ein Jahr darauf ging es per Bahn sogar bis nach Hermeskeil. Bis 1906 endete die Trasse in nördlicher Richtung noch in Kastellaun, ab Oktober 1906 in Pfalzfeld. Zwei Jahre später, ab August 1908, konnten die Hunsrücker auch Boppard und damit die Rheinschiene erreichen. Zwei Kriege überdauerte der Zugverkehr im Hunsrück, Mitte der 1960er-Jahre aber sollte damit Schluss sein. Proteste schoben jedoch die Einstellung des Reisezugverkehrs um knapp zehn Jahre hinaus. Die letzte Fahrt zwischen Hermeskeil und Simmern fand am 29. Mai 1976 statt, die Strecke Simmern-Boppard konnten Gäste am 28. Mai 1983 noch einmal mit viel Tamtam genießen. Der Musikverein Kirchberg sorgte für Unterhaltung bei den Fahrgästen, während Lokführer Lothar Sitterle aus Simmern den sechsteiligen Schienenbus von Simmern nach Boppard und wieder zurück fuhr. Ein Jahr später war es dann auch vorbei mit der Strecke nach Langenlonsheim, am 1. Juni 1984 verließ der letzte Personenzug die Kreisstadt.

Mit mehr als 160 bisher meist unveröffentlichten Bildern und Dokumenten macht Dunger die wechselvolle Geschichte der Bahn im Hunsrück erlebbar. Er dokumentiert sie von der Planung, über den Ausbau bis hin zum Rückbau der Schienenwege. Dabei trifft der Leser auch auf Lokführer und Bahnarbeiter, auf alte Loks, Kursbücher und Frachtbriefe. Entstanden ist dabei ein Bildband, der in keinem Bücherregal eines Bahnliebhabers fehlen sollte.

Charlotte Krämer-Schick

Das Buch „Die Eisenbahnen durch den Altkreis Simmern im Hunsrück“ von Hans Dunger ist im Sutton-Verlag erschienen. Es ist erhältlich in der Buchhandlung Schatzinsel, Oberstraße 38 in Simmern. ISBN 978-3-95400-804-9, 128 Seiten, Hardcover.

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