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Hunsrück

Anlieger bangen um die Hunsrückbahn (September 2011)

Kommt sie, oder kommt sie nicht? Ob die Signale für die Reaktivierung der Hunsrückbahn eher auf Rot oder auf Grün stehen, darüber wird in Mainz und auf der Hunsrückhöhe heftig gerungen.

Kommt sie, oder kommt sie nicht? Ob die Signale für die Reaktivierung der Hunsrückbahn eher auf Rot oder auf Grün stehen, darüber wird in Mainz und auf der Hunsrückhöhe heftig gerungen.
Kommt sie, oder kommt sie nicht? Ob die Signale für die Reaktivierung der Hunsrückbahn eher auf Rot oder auf Grün stehen, darüber wird in Mainz und auf der Hunsrückhöhe heftig gerungen.

Während Innenminister Roger Lewentz (SPD) noch vom – verspäteten – Start der Hunsrückbahn 2018 ausgeht, läutet Landtagspräsident Jochim Mertes (SPD) bereits heftig deren Totenglöckchen (unsere Zeitung berichtete).

Das ruft natürlich die Christdemokraten auf den Plan. „Überrascht und enttäuscht“ ist der Rheinböllener Abgeordnete Hans-Josef Bracht. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion spricht in Sachen Bahnreaktivierung von „einer Geschichte gebrochener Versprechungen“. In einer Stellungnahme verweist Bracht auf die erheblichen Kosten, die inzwischen Gemeinden an der Bahnstrecke sowie das Land in Planungen und Vorbereitungen gesteckt haben. „Verbindliche Vereinbarungen über Streckenverlauf, Lärmschutz und Haltepunkte sind konkret ausgehandelt.“

In der Tat schauen momentan im Kreisgebiet vor allem Kirchberg, Simmern und Rheinböllen in die Röhre. Dort sollten die Züge regelmäßig anhalten, haben die Räte die Planungen vorangetrieben, um für den ursprünglich angedachten Starttermin 2014 gerüstet zu sein. So hat die Stadt Kirchberg einen Plan für das Gelände am alten Bahnhof samt Pkw-Stellplätzen, Ladestation für Elektrofahrzeuge und Gewerbeansiedlungen erstellen lassen. Kostenpunkt: 5000 Euro. „Dabei handelt es sich aber erst um eine Vorstudie“, erläutert Verbandsgemeindebürgermeister Harald Rosenbaum, „die vom SPNV-Zweckverband bezuschusst wurde. Für uns war das kostenneutral.“ Rund 600.000 Euro wollten die Kirchberger in ihren neuen Bahnhof stecken – jetzt dürften Gelder und Planungen erst einmal auf Eis gelegt werden. Deutlich mehr hat Rheinböllen ausgegeben. 37.000 Euro kosteten die Pläne für einen neuen Bahnhof mit Bushaltestellen und Park-and-Ride-Station. Für die Summe wurde aber nicht nur der Haltepunkt, sondern ein großflächiges Gelände überplant.

Ein Teil der Kosten wird deshalb durch Zuschüsse abgedeckt. „Die Stadt Rheinböllen hat einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht und Studien erstellen lassen“, erklärt VG-Bürgermeister Arno Imig. „Wir sind bereit – die Bahn muss nur noch kommen.“
Vorbereitet auf den Zugverkehr hat sich auch die Kreisstadt. Dort laufen schon seit Jahren die Planungen für den „Tag X“. Der Busbahnhof sollte umgestaltet, der Schinderhannes-Radweg bis zum Haltepunkt geführt und die Bahnstrecke an der Zieferspange tiefergelegt werden. An der Rottmannstraße war ein Park-and-Ride-Parkplatz vorgesehen, ein neuer Bahnübergang angedacht.

20.000 Euro haben Stadt und VG Simmern in ihre Visionen investiert, zum großen Teil allerdings mit finanzieller Unterstützung des Landes. Der monetäre Schaden für die Hunsrücker Bahnanrainer hält sich somit weitgehend in Grenzen. Dennoch sind die Bürgermeister über den Mainzer Zickzack-Kurs verärgert. Sie sehen gute Zukunftsperspektiven schwinden. „Nach wie vor bin ich für eine Reaktivierung, weil sie als Jahrhundertprojekt unserer strukturschwachen Region enorme Entwicklungschancen bietet“, betont Simmerns Stadtchef Andreas Nikolay. „Wir wollen aber eine klare Entscheidung und kein Hinhalten.“ Allein schon aus ökologischer Sicht wäre die Hunsrückbahn für Arno Imig ein großer Fortschritt. „Eine gute Anbindung macht nicht nur wegen dem Hahn Sinn.“

Ins gleiche Horn stößt sein Kollege Harald Rosenbaum. „Das ist ein wichtiges Infrastrukturprojekt auch über den Flughafen hinaus. Wie schon bei unseren Großeltern wäre der Hunsrück an die große weite Welt angeschlossen. Ich weigere mich, dieses Projekt zu beerdigen. Niemand weiß, wie sich der ÖPNV entwickeln wird.“

Boppard Simmern
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