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Rheinböllen

AfD-Chef wettert gegen Flüchtlinge: Junge macht Wahlkampf für Fischer

Die Alternative für Deutschland (AfD) hielt ihre zentrale Wahlkampfveranstaltung im Rhein-Hunsrück-Kreis im Kulturhaus in Rheinböllen (KiR) ab. Rund 70 Zuhörer verfolgten die einstündige Rede des Landesvorsitzenden Uwe Junge. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor dem KiR demonstrierten etwa 20 Personen gegen die AfD.

30 Beamte der Polizei, unter ihnen auch Kräfte der Bereitschaftspolizei, waren vor Ort, um einen störungsfreien Ablauf der Wahlkampfveranstaltung sicherzustellen, die mit der Begrüßung des Kreisvorsitzenden Matthäus Kielkowski begann. Anwesend waren neben dem Direktkandidaten für den Wahlkreis 200 Mosel/Rhein-Hunsrück, Martin Fischer, auch der Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, Sebastian Münzenmaier, sowie die Landtagsabgeordnete der AfD, Sylvia Groß aus Dichtelbach.

Foto: Thomas Torkler

Direktkandidat Martin Fischer bekam Beifall, als er die „Verspargelung der Landschaft“ durch Windkraftanlagen im Hunsrück anprangerte und dies mit der Behauptung untermauerte, die Tourismuszahlen seien aufgrund der vielen Windräder „extrem zurückgegangen“.

Foto: Thomas Torkler

AfD-Landeschef Uwe Junge nahm publikumswirksam seinen Weg auf die Bühne mit einem kühnen Sprung, um dann zu Anfang seiner Rede kurz auf die Demonstranten einzugehen, die er, abwertend als „rot-grüne Mischpoke da draußen“ bezeichnete. Junge griff auch das Thema Windkraft auf: „Der Anblick der Windparks ist sehr traurig. Ich habe genug von den Öko-Schamanen.“

In der Folge sprach Junge den Zuhörern augenscheinlich aus der Seele, als er mit drastischen Formulierungen wiederholt die Politik der Bundeskanzlerin und der Regierung in Bund und Land geißelte: „Gehirngewaschene Gutmenschen sitzen in den Regierungen und fahren dieses Land in den Abgrund“, sagte Junge und forderte mit starker Polemik: „Man müsste sie alle vor ein deutsches Gericht stellen und sie sich für den Schaden am deutschen Volk verantworten lassen.“

Junges zentrales Thema war die Flüchtlingsproblematik, die der ehemalige Bundeswehrsoldat häufig ins Feld führte, wie bei den Themen soziale Gerechtigkeit oder innere Sicherheit. „Deutschland hat die Kontrolle verloren“, behauptete Junge und begründete dies mit der Öffnung der Grenzen durch Bundeskanzlerin Merkel im Jahr 2015: „Da sind alle durchgewunken worden und niemand wurde kontrolliert oder registriert“, wetterte Junge und legte nach: „Diese rot-schwarzen Pharisäer holen lieber marokkanische Analphabeten ins Land als unsere Rentner, die zu wenig haben, zu unterstützen.“ ces/tor

J103 AfD-BZ

AfD-Direktkandidat Martin Fischer (oben links) stellte sich im KiR Rheinböllen vor 70 Zuhörern vor. Landesvorsitzender Uwe Junge ging hart mit der Bundesregierung ins Gericht.

Fotos: Thomas Torkler
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