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Urbar

33-jähriger KVK krönt närrisches Jubiläum

33 Jahre Fassenacht unter der Regie des KVK: Der Karnevalverein Kadaldera feiert sein närrisches Jubiläum mit zwei krachenden Sitzungen auf der Bühne des Winzerhauses. Gut fünf Stunden lang feuerten die Urbarer Aktiven aus allen Rohren und zeigten, dass der Karneval auf der Rheinhöhe auch dank junger Talente einer fröhlichen Zukunft entgegenschunkelt.

Die Thronfolge ist gesichert: Als Last-Minute-Prinzenpaar erhalten Bernd und Alex Oppermann Unterstützung von Tochter Nina. Foto:  Ingo Lips
Die Thronfolge ist gesichert: Als Last-Minute-Prinzenpaar erhalten Bernd und Alex Oppermann Unterstützung von Tochter Nina.
Foto: Ingo Lips

Sitzungspräsident Johannes Clemens hatte gerufen, und aus allen Erdteilen kamen die Gratulanten. Ob als Aborigine, Maya oder Pharao verkleidet – die Elferräte strömten aus sämtlichen Himmelsrichtungen herbei, um bei der großen Schnapszahl-Party dabei zu sein. Es war eine Verbeugung der Hochkulturen vor Kadaldera (wissenschaftlich für Urbar). Im Land der Muderse und Oppermänner schienen sie alle auf der Suche nach dem Missing Link der Evolutionsgeschichte und fanden die Krone der Schöpfung in einem Narrentypus, der alljährlich unverwüstlich wie Ötzi aus dem Eis zur fünften Jahreszeit ersteht.

Doch o Schreck: Fast wäre die Krönung ohne Prinzenpaar über die Bühne gegangen. Wie gut, dass „KVK“ in Urbar eben auch „Kerb vor Karneval“ bedeuten kann, wie in einem Vortrag zu hören war. So gelang es Sitzungspräsident Jojo noch gerade so im Januar – wohl mit Beistand des heiligen Antonius –, Prinz Bernd aus der Hohl und seine Alex für das höchste Amt im Staate Kadaldera zu begeistern. Unterstützung erhielten die beiden auf der Bühne von Töchterchen Nina, die nicht bereit war, ihre Prinzessinnenrolle so einfach abzutreten. Somit ist die nächste närrische Generation gesichert, was auch die junge Funkengarde mit einem spritzigen Tanz (Trainerin Svenja Radler) eindrucksvoll belegte.

In der Bütt begeisterte Statistik-Ass Christoph Scheer mit einer närrischen Zeitreise in seine persönliche Vergangenheit, in der Schnapszahlen eine besondere Rolle spielten. Danach sorgte sich ein Urbarer Ehepaar (Carina Kemmer und Carolin Kind) um seinen ausgewanderten Sohn (Michael Pompetzki). Allerdings zeigte das Telefonat, dass die Berliner Freiheit leicht überschätzt wird, während die Fantasie der Landbevölkerung nicht zu unterschätzen ist.

Auf die Elf und die 33 machten sich Kim Muders und Johannes Clemens ihren Reim und jonglierten mit närrischen Zahlen, ehe die Bühne den Showtänzerinnen gehörte. Hippende Hinkel, der Name der Formation, ist allerdings irreführend. Die jungen Frauen entführten das begeisterte Publikum äußerst anmutig ins Reich der Maya. Im Standesamt wurde es politisch brisant und närrisch zugleich: Frau Goubloch musste sich zwischen einem Ehemann aus Emmelshausen und Boppard entscheiden. Doch machte die Oberweseler Braut eine ebenso unglückliche Figur wie die männlichen Vertreter besagter Gebietskörperschaften. Am Ende sah sich der Standesbeamte außer Stande, die Ehe zu besiegeln. Urbarer Karnevalstalente (Kai Breitbach, Joel Walderbach, Michael Pompetzki, Carolin Kind, Clara Gemünden und Wolf-Kristian Wolf) zeigten, dass GroKo-Sondierungen ein Klacks sind, verglichen mit derzeitigen (Kon-)Fusionsverhandlungen am Rhein. Der gefeierte Vortrag stammte aus der Feder von Altmeister Jürgen Kind. Er wurde für seine Verdienste um den Urbarer Karneval genau wie KVK-Urgestein Hubert „Blum“ Plenz mit Orden ausgezeichnet und dankte dafür in geschliffenen Versen. Die Möhnen kamen als „Putzschnitten“ und konnten viel mehr als schmuddelige Wäsche waschen. Elegant kehrten sie vor fremden Türen und legten dazu noch einen heißen Rollatortanz aufs Parkett.

Entspannender ist da eine Kaffeepause im Urbarer Kindergarten. Die ambitionierten Erzieherinnen Hedwig (Thomas Muders), Heidrun (Thomas Clemens) und Anja (Thomas Theis) erholten sich vom pädagogischen Nahkampf mit Kevin, Shania und Co. bei einem Plausch über musikalische Früherziehung und Antiaggressionstraining auf dem Töpfchen. Und was, wenn kein Konzept greift? Dann muss Praktikant Henning (Philipp Muders) oder die japanische Methode „Nin-ten-do“ her – die hilft zumindest, bis der Akku leer ist. Ein hinreißender Vortrag aus dem Erziehungsalltag, geschrieben von Thomas Muders, begeisterte das Publikum, ehe das Urbarer Männerballett (trainiert von Sonja Dietrich und Susanne Laßhofer) als Sambatänzerinnen den Saal zum Kochen brachte. Nun dürfte Kadaldera die richtige Betriebstemperatur haben, um beim Urbarer Umzug am heutigen Dienstag um 14.11 Uhr noch einmal richtig Gas zu geben. il

Boppard Simmern
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