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    Boppard-Buchholz

    [2. Update] Drogen und Waffen gefunden: "Tag der offenen Tür" bei den Hells Angels

    Kontrollen mit großem Polizeiaufgebot in Boppard. Die dort ansässige Gruppe der Hells Angels in Boppard hat zum "Tag der offenen Tür" eingeladen.

    Von Regina Theunissen, Suzanne Breitbach, dpa

    Der Großeinsatz der Polizei im Industriegebiet Hellerwald nahe der Autobahn 61 begann am frühen Vormittag, indem der unmittelbare Bereich um den Treffpunkt herum von der Polizei abgesperrt wurde. An mehreren Kontrollstellen wurden die ins Industriegebiet kommenden Fahrzeuge und ihre Insassen kontrolliert. Innenminister Roger Lewentz kam gegen Mittag, um sich persönlich ein Bild von dem Geschehen zu machen.

    "Hintergrund der Polizeiaktion ist eine bekanntgewordene überregionale Veranstaltung eines dort ansässigen Rockerclubs", hieß es in einer Pressemitteilung der Polizei. Auf ihrer Internetseite hatte die Bopparder Gruppe sogenannte "open house dates" angekündigt - unter anderem am Samstag, 12. Juli 2014.

    Foto: Sascha Ditscher

    "Everybody welcome", heißt es auf der Seite. Wer und wie viele Personen genau zu dem Treffen gekommen sind, ist noch nicht bekannt. Mit dem Motorrad angereist sind allerdings nur wenige. Es wurden hauptsächlich Autos kontrolliert. Da es in Rheinland-Pfalz verboten ist, die auf den sogenannten "Kutten", den typischen Westen der Gruppe, aufgenähten Klubsymbole (der berüchtigte, geflügelte Totenkopf und der rotweiße Schriftzug Hells Angels) zu tragen, waren nicht alle Teilnehmer des Treffens auf den ersten Blick erkennbar.

    Welche Erkenntnisse sich bei den Kontrollen ergeben haben, ist noch nicht bekannt.

    Wanderer, die an der Einfahrt zum Industriegebiet parken wollten, verfolgten das Geschehen neugierig und mussten wegen der Kontrollen einen Umweg entlang der Bundesstraße 327 nehmen.

    In Hessen gab es am Freitag ebenfalls ein "Treffen" von den Hells Angels mit der Polizei:    Als Folge der Schießerei unter Rockern mitten in Frankfurt hatte die Polizei am Freitag ein Treffen der Hells Angels in Hanau verhindert. Zwischenfälle oder Festnahmen habe es keine gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei in Offenbach am Samstag. Die Beamten waren nach Angaben des Landeskriminalamtes aufmerksam geworden, weil sich mehr als zehn Rocker vor einem Lokal in Hanau-Wolfgang versammelt hatten. Darunter seien auch Hells Angels aus den Untergruppen - sogenannten Chartern - gewesen, deren Mitglieder an der Schießerei in Frankfurt beteiligt waren. Seitdem versuchten die Beamten, größere Ansammlungen der Rocker zu verhindern, so der Sprecher.

    Bei der Schießerei unter rivalisierenden Rockern am Rande des Frankfurter Bahnhofsviertels hatte es am 3. Juli fünf Verletzte gegeben. Die Kontrahenten gehörten den Hells Angels an, sie sind nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft Mitglieder der Charter aus Gießen und vermutlich aus Frankfurt. Zwei Frankfurter Charter hatte das hessische Innenministerium 2011 verboten. Hells Angels werden immer wieder mit Straftaten wie Schutzgelderpressung, Drogen-, Waffen- und Menschenhandel in Verbindung gebracht. 

    [Update]

    Mehr als 500 Polizisten sind am Samstag im Einsatz. Hermetisch ist das Industriegebiet Hellerwald abgeriegelt. Die Polizei kontrolliert bei der Einfahrt an beiden Zufahrten. Überall sind Polizeifahrzeuge rund um das Industriegebiet zu finden.

    Buchholzs Ortsvorsteherin Brigitte Aufermann kam besorgt zu einem der Kontrollpunkte „Muss ich mir Sorgen um Buchholz machen? Die Bevölkerung ist sehr beunruhigt“, fragte sie bei der Pressessprecherin der Polizei nach. Nach kurzer Aufklärung tritt sie erleichtert den Heimweg an.

    Auf dem Parkplatz am Bahnhof Buchholz, der wochentags von den Mitarbeitern der Firma Bomag genutzt wird, hat sich die Polizeikontrollstelle breitgemacht. Zelte sind aufgebaut, damit die kontrollierten Fahrzeuge auch bei Regen durchsucht werden können.

    Eine Wandergruppe aus Karbach, die über den Hunsrückbahnwanderweg nach Boppard wandern wollte, durfte die Kontrollstelle nicht passieren. Sie mussten einen Umweg in Kauf nehmen, hatten für die Arbeit der Polizei allerdings Verständnis.

    Obwohl um die Mittagszeit immer wieder Polizeifahrzeuge abfahren, ist die Kontrollstelle bis zum Nachmittag noch eingerichtet. Innenminister Roger Lewentz kommt von einer Preisverleihung in Koblenz, um die Arbeit seiner Polizisten zu begleiten.

    Am Clubhaus der Hells Angels herrscht am Mittag Ruhe und Frieden. Die kontrollierten Autos haben eine Durchfahrterlaubnis erhalten. Auf dem Sammelparkplatz im Wendehammer, auf dem sonst Lkws auf die Abfertigung bei der Firma Bomag warten, parken etliche große Edel-Limousinen statt der üblichen Motorräder.

    Im Industriegebiet selbst sind keine weiteren Kontrollstellen eingerichtet. Hier gehen die Mitarbeiter der Deutschen Post AG und in einigen anderen Betrieben die Menschen ihrer Arbeit nach, während sich am Clubhaus der Hells Angels eine größere Menschenmenge trifft.

    Im Frühjahr 2013 hatten die damaligen Gruppen der Hells Angels aus Bonn und aus Boppard ihre Auflösung verkündet. Gründe wurden damals offiziell keine benannt. Wie lange die Gruppe in Boppard dann "untätig" war, ist unklar. Sehr lange wird es nicht gewesen sein, denn bereits im Frühjahr diesen Jahres gab es Durchsuchungen bei einigen Mitglieders des HA-Charters Boppard. Insgesamt wurden damals 222 Objekte in Nordrhein-Eestfalen und Rheinland-Pfalz, drei in Thüringen sowie fünf in den Niederlanden durchsucht. Dabei wurden Waffen, hohe Bargeldbeträge und verschiedene Drogen sichergestellt.

    Auch bei den jetzigen Kontrollen ist davon auszugehen, dass die Polizei ein besonders Augenmerk auf Drogen und Waffen hatte.

    [2. Update]

    Die Polizei kontrollierte mit Unterstützung von Polizisten aus Hessen sowie Kräften der Bereitschaftspolizei insgesamt 242 Fahrzeuge und 366 Menschen.

    Es wurden insgesamt 19 Strafanzeigen gestellt, darunter

    1 Verstoß gegen das Waffengesetz,

    2 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz,

    15 Verstöße gegen das Vereinsgesetz sowie

    1 sonstige Strafanzeige.

    Die Polizisten stellten geringe Mengen Betäubungsmittel sicher, sowie einige Gegenstände, die nach dem Waffengesetz verboten sind.

     

     

     

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