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    Limburg

    Zeitungsbericht: Kommission belastet Bischof schwer

    Der neue Bischofssitz in Limburg kostet deutlich mehr als 31 Millionen Euro und soll zudem teilweise aus Stiftungsgeld finanziert worden sein. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Spiegel".

    Bischof Tebartz-van Elst
    Bischof Tebartz-van Elst.
    Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv – DPA

    Der Prüfbericht zum neuen Bischofssitz am Limburger Domberg steht kurz vor dem Abschluss. Während die Deutsche Bischofskonferenz angekündigt hat, der Report liege bis Mitte Februar vor, will das Nachrichtenmagazin „Spiegel" bereits jetzt erfahren haben, dass die Untersuchungskommission Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wegen der explodierenden Baukosten schwer belastet. Laut dem Wochenblatt wird der Neubau außerdem mehr als die jetzt schon bekannten 31 Millionen Euro kosten. Der umstrittene Bischofssitz sei zudem teilweise mit Stiftungsgeld finanziert worden. Eine Quelle seiner Informationen nennt der „Spiegel" nicht.

    Der fünfköpfigen kirchlichen Untersuchungskommission, die von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzt worden war, um die Vorgänge aufzuklären und Papst Franziskus eine Entscheidungsgrundlage zu verschaffen, ist es demnach offenbar gelungen, Ergebnisse zu dokumentieren, die zu einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren gegen den Geistlichen führen könnten. Wie berichtet liegen gegen den Bischof, aber auch gegen den ehemaligen Generalvikar Franz Kaspar sowie gegen Mitglieder des von Tebartz-van Elst eingesetzten Verwaltungsrates Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft in Limburg vor. Die Behörde hatte mehrfach darauf hingewiesen, die Ermittlungsergebnisse der Prüfkommission abwarten zu wollen.

    Die kirchlichen Ermittler waren laut „Spiegel" zunächst Hinweisen auf eine Geheimregistratur nachgegangen, die nach Informationen des Nachrichtenmagazins „in eigens angemieteten Räumen, einer Art konspirativen Wohnung in Limburg lagerten". Weil die Schlüssel zunächst fehlten, hätten die Prüfer zunächst keinen Zutritt zu der Wohnung gehabt. Schließlich seien sie aber in die Räume gelangt und hätten dort die wichtigsten Unterlagen zum Neubau gefunden. Wie der „Spiegel" schreibt, tragen einige der bislang unbekannten Finanzierungspapiere beweiskräftig die bischöfliche Unterschrift.

    Die bisher auf 31 Millionen Euro geschätzten Baukosten des Limburger Bischofshauses liegen nach dem, was das Nachrichtenmagazin erfahren haben will, zudem noch wesentlich höher. Ein weiterer Vorwurf lautet demnach, dass aus mindestens einer kirchlichen Stiftung im Bistum Geld herausgezogen worden sei soll, um das aufwendige Bauvorhaben zu finanzieren.

    Mit Spannung darf der für diese Woche angekündigte Abschlussbericht der Kommission erwartet werden. Der Report wird zunächst der Deutschen Bischofskonferenz und dann dem Vatikan vorgelegt, um über das Schicksal des Bischofs zu entscheiden, dem Papst Franziskus nach Bekanntwerden der Vorwürfe hinsichtlich des Bischofssitzes eine Auszeit außerhalb des Bistums verordnet hatte. Dabei dürften auch die Ermittlungen der Hamburger Staatsanwaltschaft wegen einer Falschaussage nach einem Erste-Klasse-Flug nach Indien eine Rolle gespielt haben. Das Verfahren wurde bekanntlich gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 20000 Euro eingestellt.

    In Limburg hoffen viele Katholiken auf eine rasche Entscheidung des Papstes. In den vergangenen Wochen schlugen die Wellen im Bistum immer wieder hoch. Gerüchte um eine angeblich von Rom erwogene Auflösung des Bistums Limburg haben viele Christen verunsichert. Zuletzt wurde bekannt, dass Tebartz-van Elst trotz der Beurlaubung  durch den Papst mehrfach in Limburg war und dort versucht haben soll, Einfluss auf die Amtsgeschäfte zu nehmen.

    Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hält es indes für fraglich, ob sein umstrittener Limburger Amtsbruder auf seinen Bischofsstuhl zurückkehren kann. „Ich nehme eine große Entfremdung zwischen Bischof und Bistum wahr", sagte Ackermann in einem Zeitungsinterview. Ackermann kritisierte zugleich Gerüchte über eine mögliche Auflösung des Bistums Limburg als „verantwortungslos und schlimm". Bei der Entscheidung, ob der Limburger Bischof nach seiner Beurlaubung in sein Amt zurückkehren könne, werde sich Papst Franziskus „von keiner Gruppe unter Druck setzen lassen", wird Ackermann zitiert.

    Im Umfeld des Papstes denkt man nach „Spiegel"-Informationen inzwischen an eine Versetzung des umstrittenen Bischofs ins Ausland nach, etwa in Form einer Stiftungsprofessur oder eines Einsatzes in einer Nuntiatur. Demnach soll sogar eine Art Frühpensionierung im Gespräch sein. jgm

    Diez
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