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    Windenergie bekommt kräftigen Gegenwind

    Windkraft – Retter der Energiewende oder Mittel zur Zerstörung wertvoller Landschaften? Bei einer Infoveranstaltung in der Altendiezer Lahnblickhalle, zu der die neue Initiative "Altendiez ohne Windkraft" eingeladen hatte, war die Zielrichtung eindeutig, da sich alle Referenten klar gegen die Windenergie positioniert hatten.

    Silke Dehe, Harry Neumann und Ditmar Hanke (von links) gehörten zu den Rednern in der Lahnblickhalle.
    Silke Dehe, Harry Neumann und Ditmar Hanke (von links) gehörten zu den Rednern in der Lahnblickhalle.
    Foto: ag

    Von unserem Redakteur Andreas Galonska

    Neben den Sprechern der Initiative, Ditmar Hanke und Sven Wewer und Moderator Klaus-Hermann Wilbert, sprachen Harry Neumann, Bundesvorsitzender der Naturschutzinitiative, Harry Rollig (Burgschwalbach ohne Windkraft), Silke Dehe, Biologin der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, und Hilmar Horny, früherer Leiter der Verbandsgemeindewerke Katzenelnbogen, über das brisante Thema Windkraft. In der Nähe von Altendiez könnten nach jetzigem Planungsstand acht große Anlagen entstehen, was Hunderte Besucher in die Lahnblickhalle brachte.

    Schwerpunkt der Veranstaltung war der sehr umfangreiche Auftritt von Harry Neumann von der Naturschutzinitiative. "Leisten Sie Widerstand", forderte er gleich zu Anfang von den zahlreichen Zuhörern. "Erst fängt es mit 8 Anlagen an, und dann werden es 50 oder 60", schilderte er ein abschreckendes Szenario. "Die Energiewende ist Unsinn, sie wird einfach nicht funktionieren", betonte er. Neumann bezweifelte massiv das Ziel der Bundesregierung, Deutschland in den kommenden Jahrzehnten komplett auf den Einsatz von regenerativen Energien umstellen zu wollen.

    "Es werden keine ,Parks' gebaut, sondern riesige Windindustrieanlagen mitten im Wald", hob Harry Neumann hervor. Damit müsse möglichst bald Schluss sein. "Diese Anlagen sind unerträglich", hielt er fest. Seiner Auffassung nach verbrauchen Windenergieanlagen enorm viel Natur, da allein für die Stellfläche und die Zuwegungen für einen Rotor zahlreiche Bäume gerodet und Wege verbreitert werden müssen. "Der Beitrag zum Bruttoenergieverbrauch macht gerade 1,6 Prozent aus", hielt er dem entgegen. Bei Neumann sei eine "unglaubliche Desillusionierung" bei der Windenergie – die er früher auch befürwortet habe – eingetreten. "Es geht jetzt nur noch ums Geld", resümierte er. Bis zum 31. Dezember werde von Betreibern noch "alles abgegriffen", was sie an Finanzmitteln mitnehmen könnten.

    "Der Windatlas gehört in den Reißwolf, denn er ist das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt wurde", monierte Harry Neumann. Die dafür verwendeten Messungen seien lückenhaft und falsch.

    Heftige Kritik fingen sich die Grünen ein, die nach Neumanns Sicht einseitig auf Windkraft setzten. Doch auch die Bundeskanzlerin bekam ihr Fett weg. "Merkel ist eine der Grundprotagonistinnen des ganzen Schlamassels", beklagte der Referent. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz gehöre abgeschafft.

    Harry Neumann machte allerdings auch Vorschläge, wie künftig Energie gewonnen und eingespart werden kann, wenn man auf den Faktor Windkraft verzichten will. "Wir brauchen einen Energiemix", forderte er. Dabei müssten auch auf längere Zeit fossile Energien verwendet werden. Hinzu sollten verstärkt Gaskraftwerke kommen. Speicher für Sonnenenergie und Blockheizkraftwerke nannte er als weitere Faktoren. Zudem sollte jeder Mensch seine Lebensweise überprüfen. "Wir brauchen keine Erdbeeren im Januar", schlug er mit Blick auf die Transportkosten der Früchte vor. Viel Energie könne zudem durch ein Tempolimit von maximal 120 km/h gespart werden.

    Scharf ins Gericht ging Harry Neumann mit Verwaltungen und Gutachtern. "Viele Gutachter kennen die Gebiete, über die sie entscheiden, nur über Google Earth", kritisierte er. Seine Naturschutzinitiative habe bereits oft schützenswerte Tiere wie den Schwarzstorch oder den Rotmilan in Gebieten entdeckt, in denen sie laut Gutachten nicht zu finden seien. "Wenn Gutachten nicht passen, dann werden sie halt passend gemacht", beklagte er. "90 Prozent der Gutachten sind in Wirklichkeit Schlechtachten", unterstrich Neumann unter Applaus. Er fragte sich, warum das Wassergutachten für die Altendiezer Anlagen so lange auf sich warten lässt.

    "Hier sind Landschaftszerstörer am Werk", behauptete Neumann mit Blick auf Windanlagen. "Wir brauchen eine Naturwende", forderte er. Die Energiewende müsse zu den Akten gelegt werden.

    Wenige Fragen der Besucher wurden knapp abgehandelt. Fred Kessler, Betreiber einer Anlage und einst Direktkandidat der Grünen, durfte eine Einlassung zum Thema Eiswurf nicht ausführen, da es sich nicht um eine Frage handelte.

    Diez
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