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Kaltenholzhausen

Wegen Optik und Statik: Mobilfunkmast kommt nicht an den Kirchturm

Katrin Maue-Klaeser

Mit Windkraft und Mobilfunk standen zwei kontrovers diskutierte Infrastrukturthemen auf der Tagesordnung des Kaltenholzhausener Gemeinderats. Das Gremium zeigte sich allerdings sehr einheitlich in seinem Meinungsbild.

Am Kirchturm hätte die Telekom gern den Mobilfunksendemast angebracht, der Kaltenholzhausen mit besserem Handyempfang versorgen soll – nutzbar auch von anderen Anbietern. Mitsprache bei der Standortwahl, den Kirchturm hatte Ortsbürgermeisterin Roselinde Zimmermann wegen statischer und optischer Bedenken ausgeschlossen, hat sich der Gemeinderat vorbehalten: Es soll einen Ortstermin geben.  Foto: Katrin Maue-Klaeser
Am Kirchturm hätte die Telekom gern den Mobilfunksendemast angebracht, der Kaltenholzhausen mit besserem Handyempfang versorgen soll – nutzbar auch von anderen Anbietern. Mitsprache bei der Standortwahl, den Kirchturm hatte Ortsbürgermeisterin Roselinde Zimmermann wegen statischer und optischer Bedenken ausgeschlossen, hat sich der Gemeinderat vorbehalten: Es soll einen Ortstermin geben.
Foto: Katrin Maue-Klaeser

Während die Gemeinde mit der Realisierung ihrer eigenen Pläne zur Nutzung der Windenergie in einer Warteschleife hängt, die in der Kombination einer in der Schwebe befindlichen Flächennutzungsplanung und der aufschiebenden Wirkung der anstehenden Verbandsgemeindefusion begründet liegt, muss sich mit den rasch fortschreitenden Plänen der hessischen Nachbarn befassen: Aus der Gemeinde Hünfelden kam die Aufforderung zur Stellungnahme zum Windpark „Hünfeldener Wald“ beim Ortsteil Kirberg. „Wir mussten unsere Stellungnahme schon Ende Januar abgeben“, erklärte Kaltenholzhausens Ortsbürgermeisterin Roselinde Zimmermann.

Vor allem habe man gefordert, den Mindestabstand zur Wohnbebauung von 1100 Metern einzuhalten, wie er auf rheinland-pfälzischer Seite gilt. Im Hinblick auf den eigenen Wunsch, sechs Windräder auf Kaltenholzhausener Gemarkung zu errichten, habe man den Nachbarn zudem nahegelegt, einen Abstand von 250 Metern zur Landesgrenze einzuhalten. „Diese Entfernung halten wir mit unseren angedachten Standorten auch ein“, erklärte Zimmermann. Denn andernfalls könnten Standorte dadurch wegfallen, dass sie bestehenden Anlagen im Wortsinn den Wind aus den Segeln nehmen: Stehen Rotoren zu dicht beieinander, wird gegebenenfalls der Wirkungsgrad einzelner Anlagen verringert. „Bei einzelnen Kirberger Standorten war die Rede von nur 30 Metern Abstand zur Landesgrenze“, sagte Zimmermann. Die Stellungnahme wurde der Gemeinde Hünfelden fristgerecht zugesandt. Inwieweit die Forderungen erfüllt werden, kann erst der weitere Planungsfortschritt zeigen.

Interesse an der Installation eines Mobilfunkmastes hat die Telekom angemeldet. Bei einem Ortstermin der Ortsbürgermeisterin mit Vertretern der Telekom äußerten diese zunächst den Wunsch, die Sendeanlage am Kirchturm anzubringen, weil von diesem erhöhten Standort der Ort Kaltenholzhausen besonders gut abgedeckt werden könne. Zimmermann erklärte, sie habe dies sowohl aus optischen Erwägungen als auch wegen statischer Bedenken einer Montage an dem Holzgebälk abgelehnt, was die Zustimmung des Gemeinderats fand. Die Telekom-Vertreter zeigten Interesse an einer Errichtung des Mastes im Schulgarten – von dem gemeindeeigenen Gelände würde eine Fläche von etwa zehn mal zehn Metern benötigt, um den Mast zu errichten und zu verspannen. Wegen der umliegenden Wohnbebauung regten mehrere Ratsmitglieder an, nach Alternativen zu suchen. Allerdings ist die Suche nach einem geeigneten Standort nicht einfach – denn er soll hoch genug gelegen sein, um den gesamten Ort zu versorgen, andererseits wegen der Strahlung möglichst weit von der Wohnbebauung entfernt sein, muss aber mit Strom versorgt werden. Verschiedene Möglichkeiten wurden im Rat diskutiert. Die größte Zustimmung fand die Idee, den Sendemast am Motocrossgelände des MSC Kaltenholzhausen anzubringen. Um diesen Vorschlag und gegebenenfalls andere Möglichkeiten mit den Fachleuten zu diskutieren, soll es einen gemeinsamen Termin mit dem Gemeinderat geben, den Zimmermann organisiert. Dies beschloss das Gremium einstimmig.

Von unserer Redakteurin Katrin Maue-Klaeser

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