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    Limburg

    Streit um Goldschmuck zur Hochzeit: Gericht legt Scharia-Maßstäbe an

    Ist eine Ehe türkischer Brautleute nach kurzer Dauer gescheitert, braucht die Ehefrau die nach türkischem Ritus gewährte Brautgabe nicht zurückzugeben. Das hat das Limburger Landgericht entschieden und dabei die Rechtsgrundsätze der Scharia, des islamischen Rechtssystems, herangezogen, die hier auf Seiten der Frau sind.

    Goldschmuck für 12.000 Euro zur Hochzeit, und die Braut trennt sich nach zwei Monaten. Der Schwiegervater hat kein Recht auf Rückgabe, hat das Landgericht Limburg entschieden und sich dafür auch Scharia-Rechtsprechung angeschaut.
    Goldschmuck für 12.000 Euro zur Hochzeit, und die Braut trennt sich nach zwei Monaten. Der Schwiegervater hat kein Recht auf Rückgabe, hat das Landgericht Limburg entschieden und sich dafür auch Scharia-Rechtsprechung angeschaut.
    Foto: dpa (Symbolbild)

    Im vorliegenden Fall hatte der Vater des Bräutigams seiner Schwiegertochter anlässlich der türkischen Hochzeit Goldschmuck im Wert von 12.000 Euro geschenkt. Als sie sich nach zwei Monaten von ihrem Mann trennte, wertete der Vater das Verhalten als „groben Undank“, verlangte das Geschenk vergeblich zurück und klagte vor Gericht.

    „Die Klage ist abzuweisen, die Schwiegertochter darf das Gold behalten“, entschied die Zivilkammer. Wenn - wie in vorliegendem Fall – keine erhebliche Verletzung der ehelichen Treuepflichten feststehe, sei die Trennung vom Ehemann auch nach kurzer Zeit kein grober Undank gegenüber dem Schwiegervater oder dem Ehemann.

    Goldgeschenke, die nach der türkischen Tradition anlässlich einer Hochzeit der Braut oder den Brautleuten übergeben und angehängt würden, könnten selbst bei nur kurzer Ehe nicht zurückgefordert werden. Diese nach türkischem Ritus gewährte so genannte Brautgabe diene – auch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung der türkischen Obergerichte - zur Absicherung der Ehefrau für den Fall des Scheiterns der Ehe. Dies entspreche auch islamischen Rechtsgrundsätzen der Scharia.

    Auf diese Grundsätze eines fremden Kulturkreises dürfe abgestellt werden, wenn diese nicht gegen das Wertesystem des Grundgesetzes verstoßen, begründete die Limburger Zivilkammer ihr Urteil. (Aktenzeichen 2 O 384/10). flu

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