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    LimburgStadt Limburg lehnt vorgeschlagene Lkw-Umleitung ab

    Die Stadt Limburg lehnt in ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Luftreinhalteplans des Landes Hessen die vorgeschlagene Lkw-Umleitung ab. Das hat die Stadt am Freitag mitgeteilt, nachdem zuvor die Stellungnahme zum Entwurf an das hessische Umweltministerium versandt worden war. Kritik an der Lkw-Umleitung kommt gerade auch aus Rheinland-Pfalz. Gemeinden entlang der Landesgrenze befürchten einen erheblichen Anstieg der Verkehrsbelastung.

    Nach der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten, die sich noch einmal ausführlich mit dem Entwurf befasste, ist der vom Magistrat am 19. April beschlossene Entwurf ergänzt worden. Stellungnahmen und Anregungen der Fraktionen sowie Bedenken sind berücksichtigt worden. Der Luftreinhalteplan soll in diesem Jahr in Kraft treten und mit der Umsetzung verschiedener Maßnahmen die Luftqualität verbessern. Die Stickstoffdioxidbelastung in der Stadt überschreitet die Grenzwerte deutlich. Als unstrittig gelten von Limburger Seite die Ausweisung der Kernstadt als Umweltzone (grüne Plakette) und die im Entwurf vorgeschlagene Fernwegweisung auf den Bundes- und Landesstraßen, um die Limburger Innenstadt zu umfahren. Positiv vermerkt wird in der Domstadt auch, dass die bisherigen Anstrengungen der Stadt zur Reduzierung der Schadstoffbelastung gewürdigt werden. Dazu zählen die Förderung des Radverkehrs, die Verbesserung im Stadtlinienverkehr, die Anschaffung abgasarmer Busse sowie die Energie- und Klimaschutzberatung durch die Stadtverwaltung. Positiv wird in Limburg auch der Verkehrsleitrechner bewertet, der in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen und zu einer Beschleunigung des Verkehrs und weniger Stauerlebnissen in der Innenstadt beitragen soll.

    Abgelehnt wird in der von Bürgermeister Dr. Marius Hahn unterzeichneten Stellungnahme die vorgeschlagene Lkw-Umleitung, die das Lkw-Durchfahrtsverbot begleiten soll. „Unzweckmäßig und nicht durchführbar“ ist die Einschätzung aus Limburger Sicht. Die Umfahrung belaste das Wohngebiet in Blumenrod, führe zu einer deutlich längeren Strecke durch Limburg, erhöhe die Lärmbelastung von Anwohnern, und es komme durch den zusätzlichen Lkw-Verkehr zu einer starken Belastung der Knotenpunkte, teilweise sogar zu einer völligen Überlastung. Kritisiert wird in der Stellungnahme auch die fehlende Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises, dem Regierungspräsidium Gießen, der Polizei, den örtlichen Behörden in Diez und Rheinland-Pfalz sowie den Verkehrsverbünden. Diese Abstimmung sei nötig, um eine einheitliche Beschaffung von umweltfreundlichen Fahrzeugen für alle Behörden im Großraum Limburg/Diez zu erreichen, ein einheitliches Tarifsystem im ÖPNV umzusetzen, eine umweltfreundliche Busflotte aufzubauen sowie ein großräumiges Verkehrskonzept anbieten zu können.

    Die Limburger Südumgehung genießt als Bundesstraße im Bundesverkehrswegeplan keine Priorität. Sie soll jedoch vordringlich weiter geplant werden, so ein Hinweis in der Stellungnahme. Notfalls soll dies dadurch erreicht werden, indem die Bundesstraße zur Landesstraße abgestuft wird.

    Zudem soll das Land sich beim Rhein-Main-Verkehrsverbund dafür einsetzen, dass im Bahnhof Eschhofen wieder Regionalexpresszüge auf der Lahntalbahn halten. Das steigere die Attraktivität der Verbindung und vermeide Autofahrten nach Limburg, um dort die Züge zu besteigen. Auch im Bereich der Limburger Stadtlinie sind Verbesserungen angedacht. In der Stellungnahme wird die Anregung der Stadtverordnetenversammlung erwähnt, einen 30-Minuten-Takt (bisher 60-Minuten-Takt) anzubieten, die Stadtlinie künftig alle Stadtteile anfahren zu lassen und die Fahrten mit der Stadtlinie gegebenenfalls günstiger zu gestalten. Das erfordere jedoch eine finanzielle Unterstützung durch das Land. Korrekturbedarf wird in Limburg zum Beispiel noch im Bereich Grabenstraße gesehen. Dort gelte es zu prüfen, ob die Straße nicht für Lastwagen ab 7,5 Tonnen gesperrt werden kann. Auch soll es Angaben darüber geben, inwieweit die Stadt durch Autos belastet wird, die die Autobahn verlassen, wenn dort Unfälle oder Sperrungen aus anderen Anlässen zu Staus führen.

    Die Umweltzone ist unstrittig, doch in der Stellungnahme spricht sich die Stadt schon klar gegen Fahrverbote aus, die mit einer blauen Plakette verbunden wären. Das schade einer Stadt mit einer so hohen Arbeitsplatz- und Einzelhandelszentralität.

    Diez
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