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    Limburg

    Sozialkaufhaus: Komitee für Nothilfe kündigt Mietvertrag

    Der Vorstand des Komitees für Nothilfe (KfN) hat den Pachtvertrag für sein Sozialkaufhaus zum 31. Januar nächsten Jahres gekündigt. Der gemeinnützige Verein kann die jährlichen Kosten von 10.000 Euro für die 800 Quadratmeter große Halle nicht mehr durch Verkaufserlöse und Zuwendungen oder Spenden und schon gar nicht durch Mitgliedsbeiträge decken. Das haben der Vorsitzende Dr. Heinrich Richard und Vorstandsmitglied Edgar Preußer mitgeteilt.

    Die Auswahl im Warenhaus des Nothilfekomitees ist riesengroß, nicht so der Kundenbesuch. Gemessen an den Sortimenten herrscht oftmals gähnende Leere. Das Foto gewährt einen Blick auf einen Bereich der Halle.  Foto: Dieter Fluck
    Die Auswahl im Warenhaus des Nothilfekomitees ist riesengroß, nicht so der Kundenbesuch. Gemessen an den Sortimenten herrscht oftmals gähnende Leere. Das Foto gewährt einen Blick auf einen Bereich der Halle.
    Foto: Dieter Fluck

    „Wir arbeiten defizitär, und wenn die Restmittel aufgebraucht sind, können wir nicht mehr weitermachen, sonst müsste der Vorstand für die fehlenden Mittel geradestehen“, macht Preußer die prekäre Lage deutlich und stellt kompromisslos fest: „Wenn sich nichts bewegt, dann müssen wir raus.“

    Unterdessen hat ein Gespräch mit Bürgermeister Dr. Marius Hahn, dem Ersten Stadtrat Michael Stanke, der Integrationsbeauftragten sowie Vertretern von Hilfsorganisationen wie dem Caritasverband, dem Diakonischen Werk und dem Roten Kreuz stattgefunden. „Wir wollen versuchen, Nachfolger für das Sozialkaufhaus zu finden; denn es wäre ein Jammer, wenn die Einrichtung ganz aufgegeben werden müsste“, erklärt Richard.

    Organisationen, die ähnliche Läden in eigener Regie führen, sollten überlegen, ob in der gekündigten großen KfN-Halle im kommenden Jahr Sortimente zusammengeführt werden können, schlägt Richard vor. Auch an die Gründung einer gemeinnützigen GmbH sei zu denken. „Die Stadt Limburg ist am Erhalt des Kaufhauses interessiert. Ihre Vertreter haben Bereitschaft erklärt, dass sich die Stadt noch etwas stärker in die Finanzierung einbringen könnte“, informiert der KfN-Vorsitzende. Möglicherweise könne eine Stiftung zur Unterstützung gefunden werden. Mit allen interessierten Beteiligten werde ein zweites Gespräch mit dem Ziel einer Kooperation stattfinden. Würde eine tragbare Lösung zustande kommen, wäre der Vermieter der Immobilie zum Abschluss eines neuen Vertrags bereit. Den wichtigsten Beitrag zur Weiterführung des Warenhauses würden mehr Käufer leisten, wenn sie die Halle in der Rudolf-Schuy-Straße nahe der Stadtgrenze zu Diez aufsuchen würden. Der Erhalt des Kaufhauses mit seiner riesigen Auswahl sei laut Richard und Preußer in zweifacher Hinsicht sinnvoll: Einerseits könnten sich Menschen für wenig Geld mit sauberen und gepflegten Secondhand-Sachen einkleiden oder einrichten; andererseits würden von allen, die dort einkaufen (nicht nur Bedürftige), sehr gut erhaltene Objekte einer Wiederverwendung zugeführt, die zu schade zum Wegwerfen sind. „Wir sind am Aufräumen, müssen unsere Regale leeren. Deshalb nehmen wir auch nicht mehr alles an. Was nicht so stark nachgefragt wird, wollen wir jetzt als Erstes gegen kleines Geld loswerden“, sagt Betriebsleiterin Stacey Omar und nennt als Beispiele einzelne Möbelstücke, Tausende Bücher, Spiele, Porzellan und Steingut. Stärker nachgefragte Artikel stünden nun im Blickpunkt: warme Bett- und Unterwäsche, warme Kinderbekleidung und Schuhe sowie Weihnachtssachen. Krippen zum Beispiel.

    Stacey Omar berichtet: „Jeder zweite Besucher sucht Töpfe oder Pfannen. Auch Bestecke haben wir viele.“ Auch Leute, die Spezielles suchen, würden im Sozialkaufhaus oft fündig. Nachgefragt seien Rollatoren, auch mal ein Kinderwagen, ein neuwertiges Plüschtier oder eine warme Kopfbedeckung. „Neulich suchte ein Herr ein Küchengerät zum Bohnenschnippeln. Auch ihm haben wir helfen können“, sagt sie.

    Von Dieter Fluck

    Die Öffnungszeiten

    Das billige Warenhaus in der Rudolf-Schuy-Straße nahe der Stadtgrenze zu Diez

    ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat geöffnet; so wieder am 7. Oktober, von 10 bis 13 Uhr.

    Diez
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