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    Diez/Mainz/Hagen

    Sexualmord: Diezer Häftling in Hagen vor Gericht

    Der Mann sitzt seit 1980 wegen eines brutalen Sexualmordes in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Diez. Jetzt wird ihm erneut der Prozess gemacht. Er soll eine weitere junge Frau umgebracht haben.

    Der Angeklagte Dieter Karl F. (links) unterhält sich zu Prozessbeginn in einem Saal des Landgerichts in Hagen mit seinem Anwalt Albert Balmert. Der Angeklagte soll vor fast 34 Jahren eine Schülerin erwürgt haben, nachträglich ausgewertete DNA-Spuren führten die Polizei zu ihm. Er verbüßt bereits wegen eines anderen Mordes eine lebenslange Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt in Diez. Foto: Caroline Seidel/dpa
    Der Angeklagte Dieter Karl F. (links) unterhält sich zu Prozessbeginn in einem Saal des Landgerichts in Hagen mit seinem Anwalt Albert Balmert. Der Angeklagte soll vor fast 34 Jahren eine Schülerin erwürgt haben, nachträglich ausgewertete DNA-Spuren führten die Polizei zu ihm. Er verbüßt bereits wegen eines anderen Mordes eine lebenslange Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt in Diez.
    Foto: Caroline Seidel/dpa

    Mehr als drei Jahrzehnte nach diesem Verbrechen muss sich der mutmaßliche Täter vor Gericht verantworten. Der heute 69-Jährige soll im Januar 1979 nachts im westfälischen Hagen eine 18-jährige Frau überfallen, vergewaltigt und erwürgt haben. Mit neuen Untersuchungsmethoden ausgewertete DNA-Spuren führten die Ermittler erst jetzt auf die Fährte des Angeklagten. Seit Dienstag wird der Fall vor dem Hagener Schwurgericht aufgerollt. Für den Prozess sind Verhandlungstage bis Ende Februar angesetzt.
    Der Mann verbüßt bereits seit 1980 wegen eines anderen Sexualmordes eine lebenslange Haftstrafe. Er hatte im März 1979 seine Freundin getötet und ihre Leiche zerstückelt. 1980 wurde ihm dafür vor dem Landgericht in Mainz der Prozess gemacht. Was damals niemand wusste: Offenbar hatte der Mann schon zwei Monate vorher die Frau in Hagen getötet. Vor Gericht will er schweigen.
    Die besonders im Unterleib grausam zugerichtete Leiche wurde von zwei Nachtschwärmern unter einem am Straßenrand geparkten Auto gefunden. „Ich bin über die Beine gestolpert“, erinnerte sich die inzwischen 81 Jahre alte Zeugin am Dienstag vor Gericht. Ihr Partner sei dann nach Hause gelaufen und habe die Polizei alarmiert.
    Mehr als drei Jahrzehnte lebte die Familie der Getöteten in schlimmer Ungewissheit. Erst dann ergaben DNA-Untersuchungen von der Hose des Opfers einen Treffer. Der Angeklagte hatte schon vor seiner ersten Verurteilung 1980 mehrere Jahre in Haft gesessen – fast ausschließlich wegen Gewaltdelikten. „Er ist einer der gefährlichsten Verbrecher, die es gibt“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Rahmer am Rande des Prozesses. Dafür spricht auch, dass dem Mann ein weiteres Verbrechen zur Last gelegt wird. Er soll 1971 einen Gastwirt in Worms erschlagen haben, um Goldmünzen und Bargeld im Wert von 750 Mark zu erbeuten. Bereits zu diesem Zeitpunkt sei der Mann Hauptverdächtiger gewesen. Doch erst jetzt habe man eine Zeugin vernehmen können, mit deren Aussage ihm das Verbrechen nachgewiesen werden könne, sagt die Staatsanwaltschaft in Mainz, die gegen den 69-Jährigen Anklage erhoben hat. Der Fall wird also bald vor dem Mainzer Landgericht verhandelt werden. Die Umstände – sofern sie sich vor Gericht bestätigen – legen die Vermutung nahe, dass im Neubau der Sicherungsverwahrung in der Diezer JVA für den Mann ein Zimmer reserviert werden sollte. dpa/jgm

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