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    Schwarzfahrt: Eselei wegen kranken Pferdes

    „Haben Sie jemals einen Führerschein gehabt?“ Beim Blick auf den Registerauszug des Angeklagten überkamen den Diezer Amtsrichter Eckhard Krahn Zweifel.

    Foto: dpa

    Von unserer Redakteurin
    Katrin Maue-Klaeser

    Diez. Der Angeklagte gab an, den Führerschein 1990 gemacht zu haben – wann das Dokument eingezogen wurde, konnte er hingegen nicht mehr erinnern. Wieder zurückerhalten hatte er es offensichtlich nie. Vor dem Diezer Amtsgericht musste der Mann aus der Verbandsgemeinde Loreley nun vorstellig werden, weil er im Mai 2015 in Singhofen einmal mehr ohne Führerschein hinter dem Steuer eines Autos erwischt worden war. Den erneuten Fehltritt räumte der Angeklagte unumwunden ein: „Das ist korrekt, wie es vorgetragen wurde.“

    „Warum sind Sie denn gefahren?“, wollte Krahn wissen. Auch darauf antwortete der Angeklagte entwaffnend offen „Es war einfach Dummheit.“ Sein Pferd sei krank gewesen, der Tierarzt unterwegs zu dem Stall in Singhofen, in dem das Tier einsteht. „Ich wollte zum Pferd“, mit diesem Gedanken habe er sich in das Auto gesetzt, das zwar ihm gehöre, aber auf jemand anderen zugelassen sei. „ÖPNV von meinem Wohnort nach Singhofen gibt es nicht, ich konnte keinen Bekannten erreichen“, betonte er.

    Rund 20 Kilometer beträgt die Fahrstrecke von seiner Wohnung nach Singhofen – quasi auf den letzten Metern war er einer Polizeistreife begegnet. Dies war bei Weitem nicht das erste Mal: Seit Ende 1991 war er allein zehnmal wegen Fahrens ohne Führerschein verurteilt worden. Hinzu kamen Geld- und Bewährungsstrafen wegen versuchten Diebstahls, Betrugs, Unterschlagung, Urkundenfälschung und versuchter Nötigung. 2013 war er zu einer Gesamthaftstrafe von zehn Monaten verurteilt worden. Während er diese absaß, besuchte er als Freigänger die Fahrschule und legte sogar die Fahrprüfung ab. Allerdings kassierte er eine weitere Fahrsperre, die „in diesem Jahr auslaufen müsste“, wie er sich zu erinnern glaubte.

    Derzeit brauche er beruflich keinen Führerschein, erklärte der 44-Jährige, der seit rund einem Jahr in einem Gartenbaubetrieb unbefristet angestellt ist: Er werde von Kollegen mitgenommen. Trotz der zahlreichen, auch einschlägigen Einträge galt ihm angesichts seiner Einsicht und Reue die Milde des Staatsanwalts und auch des Gerichts: Eine sechsmonatige Freiheitsstrafe wurde beantragt und verhängt, ausgesetzt für drei Jahre zur Bewährung. Außerdem muss der Mann 500 Euro an die Staatskasse zahlen.

    Diez
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