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    ElzRainhard Fendrich in Elz: Macho Macho trotzt dem Regen

    Rainhard Fendrich ist einer der erfolgreichsten Musiker Österreichs. Auf seiner aktuellen Tour hat der sympathische Wiener trotz schlechtem Wetter das Elzer Schwimmbad gerockt und 800 Fans mit auf eine Reise durch seine Erfolge aus drei Jahrzehnten genommen.

    Rainhard Fendrich nahm die Zuhörer mit auf eine Reise durch mehr als 30 Jahre seiner Musikkarriere.   Foto: Kerstin Kaminsky
    Rainhard Fendrich nahm die Zuhörer mit auf eine Reise durch mehr als 30 Jahre seiner Musikkarriere.
    Foto: Kerstin Kaminsky

    Mit dem humorvollen Hit von 1982 „Es lebe der Sport“ eröffnete Fendrich sein Programm, gefolgt von einer Liebeserklärung an seine Heimatstadt bei Nacht. Dann präsentierte er Stücke aus seinem neuen, politisch geprägten Album. Der Titelsong „Schwarzoderweiss“ ist ein Plädoyer für die Gleichbehandlung von Menschen aller Rassen oder Religionen.

    „Rassismus ist für mich ein Verbrechen“, sagte Fendrich und erntete dafür einen Extraapplaus. Der Facebook-Generation hielt er einen Spiegel vor und malte eine Horrorvision mit der Vorstellung, dass es plötzlich kein Internet mehr gäbe. Ob sich die Leute dann wohl gar nichts mehr zu sagen hätten? „Wenn du was willst, dann sprich mit mir oder schreib mir einen Brief. Aber lass bitte das Herumgetippe auf dem Handy sein“, so seine Botschaft. Dass die intelligenten Texte von Rainhard Fendrich kein Verfallsdatum haben, zeigte der Sänger mit einem Lied, das er 1984 nach seinem ersten Auftritt in der damaligen DDR geschrieben hatte. Da habe er hautnah den Wunsch nach Freiheit der Bürger gespürt, sagte Fendrich, und an dieses Gefühl müsse er immer denken, wenn irgendjemand irgendwo auf die Welt glaubt, politische Probleme durch den Bau von Mauern zu lösen. Denn vor dem Stacheldraht ist Sehnsucht schon Verrat, heißt es in „Frühling in Berlin“. Auch vor einen Seitenhieb auf die AfD machte Fendrich nicht halt.

    Vom steinigen Weg zum Erfolg sprach der Sänger und dass es niemanden gäbe, der tatsächlich über Nacht berühmt wird. Nur das Scheitern bringe einen letztendlich voran – doch wer den Kopf in den Sand stecke, könne nur noch mit den Zähnen knirschen. Natürlich hatte er auch ein passendes Mutmachlied im Programm. Sein eigenes Geschlecht nahm der Liedermacher nicht nur mit dem Gassenhauer „Macho Macho“ auf die Schippe, auch in „Midlife-Crisis“ bekamen die Männer ihr Fett ab. Bei Fendrichs in eine Rockballade verpackten Erinnerungen an seine erste Liebe gingen die Zuhörer voll mit und schwenkten ihre brennenden Feuerzeuge. Auch „Das höchste der Gefühle“ ist ein Lied voller Erinnerungen, nämlich wie der Sänger im jugendlichen Alter die Bedeutung der Musik für sich entdeckte und seine Musikkarriere begann. „Heute noch ist es für mich das Größte, hier bei Euch auf der Bühne zu stehen“, dankte Fendrich dem begeisterten Publikum, das bis zur Zugabe auf den Partyhit „Macho Macho“ warten musste, dann aber lauthals mitsang.

    „Ein super Auftritt“, urteilt ein 72-jähriger Fan aus Bad Neuenahr, der mit seinem gleichaltrigen Freund aus Runkel das Konzert besucht hat. Er fand es toll, auch ein paar neue Stücke zu hören und lobte die politisch bezogenen Botschaften des Liedermachers.

    Ein 40-jähriger Sauerländer ist schon seit seiner Jugend Fendrich-Fan und hat den Sänger aus Österreich schon viele Male live erlebt. „Meistens musste ich dafür nach Süddeutschland fahren“, sagte er glücklich darüber, dass er es diesmal nicht so weit hatte.

    Von Kerstin Kaminsky

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