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Diez

Paket nicht erhalten: Mann rastet verbal aus – Prozess in Diez

Weil er ein Paket in einer Postagentur nicht bekam, hat sich ein 28-Jähriger völlig im Ton vergriffen. Deswegen ist der Mann jetzt vor das Diezer Amtsgericht zitiert worden.

Foto: dpa

Die Herausgabe des Paketes wurde verweigert, weil der Angeklagte einen zerschnittenen Personalausweis vorlegte, der mit Tesafilm notdürftig gekittet wurde und der außerdem abgelaufen war. Der Mann bezeichnete die Frau von der Nassauer Postagentur zunächst als „doof“ und warf ihr dann die Worte „Du bist das letzte Stück Scheiße, das in Nassau rumläuft“ an den Kopf.

„Die Altersprüfung hätte erfolgen können“, erklärte der 28-Jährige zu seinem Verhalten. Nachdem er sein Paket nicht bekommen hatte, habe er seinen Vater mit einer Vollmacht ausgestattet, der das Paket aber auch nicht erhalten habe. Schon zuvor soll es laut dem Angeklagten bei der Nassauer Postagentur zu Problemen bei der Aushändigung von Paketen gekommen sein.

Eine 48 Jahre alte Zeugin bestätigte den Vorwurf gegen den 28-Jährigen. „Es ging um ein Paket mit einer vorgeschriebenen Altersprüfung, das er mit einem zerschnittenen und abgelaufenen Personalausweis abholen wollte“, betonte der Frau. Sie habe den Mann mit ruhigen Worten darauf hingewiesen, dass das so nicht geht. „Er ist dann gleich sehr aggressiv geworden, hat mich als doof bezeichnet und hatte die Postagentur schon fast verlassen – dann kam er aber wieder und wollte mir eine knallen“, berichtete die Frau. Anschließend habe er sie als „großes Stück Scheiße“ tituliert und habe den Laden voller Wut verlassen.

Für den Staatsanwalt war klar, dass der Angeklagte für seine Beleidigung eine Freiheitsstrafe bekommen muss – er stellte sich aber die Frage, ob diese auf Bewährung ausgesetzt werden kann und verwies darauf, dass der mehrfach vorbestrafte Mann die Tat während laufender Bewährung in einem Fall von Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz begangen hat. „Sie müssten jetzt eigentlich in den Knast“, merkte er an. „Ich hege aber die leise Hoffnung, dass Sie doch etwas gerafft haben“, fügte der Staatsanwalt an, denn schließlich gehe es jetzt „nur“ um Beleidigung und nicht um Körperverletzung, weswegen sechs Monate auf Bewährung gefordert wurden. Dem folgte Richterin Anna-Lena Engelke, die zudem 100 Sozialstunden verhängte.

Von unserem Redakteur Andreas Galonska

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