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Langenscheid

Leidenschaft: Günter Martin ist begeistert vom Drechseln

Willi Schmiedel

Mit dem Werkstoff Holz und dem Drechseln, einer der ältesten Holzbearbeitungstechniken der Menschheit, auf Du und Du: Wer dem ehemaligen Postbeamten Günter Martin in der Langenscheider Schulstraße einen Besuch abstattet, gerät ins Staunen über die vielfältigen Beweise handwerklicher Kunstfertigkeit, die einem dort auf Schritt und Tritt als Ergebnis einer intensiven Freizeitbeschäftigung begegnen.

Vom Kinderspielzeug über kunstvolle Dekokreationen und Schachtische bis zu funktionsfähigen Spinnrädern: Hobbydrechsler Günter Martin aus Langenscheid präsentiert einige Ergebnisse seiner Freizeitbeschäftigung. Fotos: Willi Schmiedel
Vom Kinderspielzeug über kunstvolle Dekokreationen und Schachtische bis zu funktionsfähigen Spinnrädern: Hobbydrechsler Günter Martin aus Langenscheid präsentiert einige Ergebnisse seiner Freizeitbeschäftigung. Fotos: Willi Schmiedel
Foto: wis

„Ich habe mich bereits in meiner Jugendzeit besonders gern mit dem Werkstoff Holz und den Möglichkeiten seiner Bearbeitung beschäftigt“, erzählt der heute 79-Jährige, den einst die Liebe von seinem Geburtsort Horhausen nach Langenscheid zog. Hier bot sich ihm in der früheren Schreinerei Schaub während seiner Freizeit immer wieder die Gelegenheit, seinem Faible mit Herzenslust zu frönen und seine handwerklichen Ambitionen zu verwirklichen.

Mit der Errungenschaft einer leistungsfähigen eigenen Drechselbank als Geschenk seiner Frau zu seinem 50. Geburtstag ging für den Hobbyhandwerker ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. Nach zwei speziellen Praxiskursen in Neckar-Steinach wagte er sich mit Begeisterung und zunehmendem Erfolg an anspruchsvollere Gestaltungsaufgaben.

Die Nachweise seines noch immer ungebrochenen Heimwerkerengagements kommen vor allem seiner Frau sowie seinen Kindern und Enkelkindern in der Gestalt ansprechender Kunst- und Gebrauchsgegenstände zugute. Zu den vielfältigen Kreationen Günter Martins gehören unter anderem kunstvolle Kerzenständer, Schalen, kleinere Möbelstücke (zum Beispiel Klubtischchen mit Einlegearbeiten), dazu solide Spielgeräte sowie ein funktionsfähiges und dekoratives Spinnrad und ein praktisches Notenpult.

Beeindruckt zeigt sich der Besucher von der geräumigen Werkstatt des Hobbydrechslers und ihrer umfangreichen technischen Ausstattung. Neben der unverzichtbaren Drechselbank gibt es da eine Bandsäge sowie eine Tisch- und eine Handkreissäge, eine Hobelbank und eine Bandschleifmaschine, dazu mehrere Dutzend verschiedener Beitel (Schnitzeisen) – für jede Holzart und für jeden Arbeitsgang den passenden. So vielfältig wie das Ergebnis des Freizeitengagements Günter Martins sind auch die Holzarten, aus denen sie hergestellt werden.

Neben den heimischen Hölzern wie Buche, Eiche und Esche – dazu Nussbaum, Kirschbaum und Pflaumenbaum – verwendet er zuweilen auch importiertes Mahagoni-Edelholz. „Wichtig ist, dass das verwendete Material – je nach Dicke – mindestens drei bis fünf Jahre zum Trocknen gelagert ist, ehe es verarbeitet wird“, weiß der ambitionierte Kunsthandwerker aufgrund seiner langjährigen Erfahrung.

Von unserem Mitarbeiter Willi Schmiedel

Drechseln kommt von drehen

Die Drechslerei gehört zu den uralten Techniken der Holzbearbeitung, die bereits lange vor Christi Geburt in Ägypten, Kleinasien sowie in der griechischen Antike zu Hause war und über die Römer nach Mitteleuropa kam. Die Bezeichnung „drechseln“ ist von „drehen“ abgeleitet.

Sie erklärt damit zugleich die handwerkliche Kunst, wobei die gewünschte Formgebung des Endproduktes bei einer möglichst gleichmäßigen Drehung des zu bearbeitenden Rohlings durch die Einwirkung eines Beitels erfolgt.

Die Drehung, die heute mühelos und in jeder gewünschten Geschwindigkeit mit elektrischer Energie erreicht wird, war einst eine knifflige Hand- und Fußarbeit. Zu den bahnbrechenden Erfindungen des Mittelalters gehörte die Wipp- oder Fußdrehbank, deren Technik unter anderem auch zum Antrieb der Töpferscheibe, des Spinnrades oder der Nähmaschine genutzt wurde. wis

Diez
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