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    Jury: Faszinierende Zeitsprünge von besonderem Reiz

    Das Künstlerpaar Koschies aus Potsdam hat den mit 5000 Euro dotierten Limburger Kunstpreis 2017 erhalten. Verbunden mit der Preisverleihung ist auch eine Ausstellung, die in den folgenden Wochen in den Kunstsammlungen zu sehen ist.

    Axel und Birgit Koschies erläutern vor den Gästen der Preisverleihung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg ihre Werke, die in den kommenden Wochen dort ausgestellt sind.  Fotos: Stadt Limburg
    Axel und Birgit Koschies erläutern vor den Gästen der Preisverleihung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg ihre Werke, die in den kommenden Wochen dort ausgestellt sind. Fotos: Stadt Limburg

    Auf dem Sprung. das ist der Eindruck, den die Bilder des Künstlerpaars Koschies aus Potsdam vermitteln. Beeindruckende und faszinierende Arbeiten zwischen Film und Fotografie, die in den kommenden Wochen die Kunstsammlungen der Stadt Limburg prägen werden. Und Arbeiten, die die Stadt mit ihrem diesjährigen Kunstpreis würdigt.

    Birgit und Axel Koschies präsentieren in einem Raum der Kunstsammlung Porträts, es sind 360-Grad-Aufnahmen, die mit einer Schlitzkamera über einen Zeitraum von 30 Sekunden gemacht werden.
    Birgit und Axel Koschies präsentieren in einem Raum der Kunstsammlung Porträts, es sind 360-Grad-Aufnahmen, die mit einer Schlitzkamera über einen Zeitraum von 30 Sekunden gemacht werden.

    „Eine besondere Ausstellung, das ist schon auf den ersten Blick zu bemerken; sehr beeindruckende Arbeiten.“ Bürgermeister Marius Hahn ließ zur Begrüßung der Preisverleihung und der Ausstellungseröffnung keine Zweifel aufkommen. Und er könne die Entscheidung der Jury, die sich unter 41 Bewerbungen für den unter dem Motto „ZeitSprünge“ ausgeschriebenen Kunstpreis einstimmig für die Koschies als Preisträger ausgesprochen hatte, sehr gut nachvollziehen. In der Bewertung der Jury, bestehend aus Irene Rörig (Leiterin des Kulturamtes der Stadt Limburg), Prof. Eckhard Kremers (Künstler), Dr. Gabriel Hefele (Kunsthistoriker), André Kramm (Vorsitzender Förderkreis Bildende Kunst Limburg) und Johannes Bröckers (Journalist), heißt es unter anderem: „Das Ergebnis sind faszinierende Zeitsprünge von besonderem Reiz, deren Rätselhaftigkeit die Fantasie ebenso herausfordert wie den Verstand.“

    Annette Kretzschmar, stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises Bildende Kunst und neben der Stadt mit Unterstützung durch die Kreissparkasse Limburg Ausrichter des Kunstpreises, forderte die Gäste in den Kunstsammlungen dazu auf, sich Zeit zum Betrachten der Arbeiten zu nehmen. Es sind Bilder, die einen zweiten, dritten oder vierten Blick nötig machen – und selbst dann bleibt noch vieles unentdeckt.

    Axel Koschies führte dann selbst in die Werke ein. Es gibt in dem Schaffensprozess eine klare Arbeitsteilung zwischen ihm und seiner Frau Birgit. Sie steht hinter der Kamera, er schreibt das Drehbuch für die Aufnahmen, und die Umsetzung der Inszenierung geschieht zusammen. „Wir sitzen mit unserer Arbeit zwischen den Stühlen, zwischen Film und Foto, zwischen Physik und Philosophie“, beschreibt der Künstler die gemeinsame Arbeit und dessen, was davon in Limburg präsentiert wird.

    Die Technik ist zwischen Film und Foto. Denn die Arbeiten des Paares werden als Fotos präsentiert, sind im Entstehungsprozess jedoch das Ergebnis eines Films. Koschies fotografieren mit einer Schlitzkamera und lassen den Film dabei laufen. Das war zu Beginn ein analoges Verfahren. Der Film lief hinter einem senkrechten Schlitz vorbei, wurde belichtet und kam gleich in den Entwickler. Bei dieser Technik des Aufnehmens wird die Zeit quasi sichtbar – in schwebenden, verzerrten, gestauchten Motiven. Was sich nicht bewegt, wird zum Strich. Was sich bewegt, wird erkennbar. Scharf abgebildet werden die Motive, wenn sie die gleiche Geschwindigkeit wie der Film haben.

    Inzwischen arbeitet das Künstlerpaar auch mit einer digitalen Kamera, dadurch sind auch farbige Aufnahmen möglich. Das zeitliche Nacheinander wird auch bei digitalen Aufnahmen zu einem räumlichen Nebeneinander. Deshalb sind die Bilder auch sehr breit.

    In den Kunstsammlungen präsentieren die Preisträger des mit 5000 Euro dotierten Limburger Kunstpreises ihre Arbeiten selbst als „ZeitSprünge“. In jedem Raum präsentieren sie Bilder aus verschiedenen Schaffensperioden. Der Start in der Eingangshalle ist den alten Arbeiten mit der analogen Schlitzkamera vorbehalten, der zweite Ausstellungsraum ist vor allem Arbeiten mit Regisseuren vorbehalten, und den Abschluss bildet eine Ansammlung von Porträts. Das ist für das Künstlerpaar noch eine recht frische Herausforderung. „Der Prozess des Werkes führt auch bei uns immer noch zu überraschenden Ergebnissen“, gab Axel Koschies den Gästen vor dem ersten Rundgang mit auf den Weg der überraschenden Motive, die scheinbar gar nicht auf den physikalischen Gesetzen basieren. Das Künstlerpaar dankte der Stadt natürlich für die Verleihung des Preises. Dank sagte auch Bürgermeister Hahn der Jury und dem Team vom Kulturamt für die vorbereitenden Arbeiten und die Präsentation sowie der Kreissparkasse für die Förderung.

    Die Ausstellung ist noch bis 12. November in den Kunstsammlungen zu sehen.

    Diez
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