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    Jung: Gewalt nicht mit neuer Gewalt vergelten

    Gegen ein Versinken in "Verzweiflung und Resignation" angesichts der gegenwärtigen weltweiten Herausforderungen hat sich der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung, in seiner Osterbotschaft gewandt. Fluchtbewegungen, Kriege, wirtschaftliche Not in vielen Teilen der Welt und zunehmender Terrorismus in Europa dürften nicht dazu führen, "vor den Problemen die Augen zu verschließen und sich zu sagen 'wir können ohnehin nicht die ganze Welt retten'". Dies würde "dem freien Lauf zu lassen, was Menschen den Tod bringt". Die Osterbotschaft sei dagegen "Gottes großes Wort vom Leben". Für alle Christen bedeute dies, sich im Glauben, "an dieses Wort zu hängen" und todbringenden Mächten entgegenzutreten.

    EKHN-Präsident Volker Jung
    Volker Jung, Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).
    Foto: A. Dedert/Archiv - dpa

    Nach Jung stehen vielen Menschen an diesem Osterfest zudem noch ganz unmittelbar die Bilder des Anschlags aus Brüssel vom vergangenen Dienstag vor Augen. "Der Terror hat entsetzliches Leid über viele Menschen gebracht. Und der Terror macht vielen Menschen Angst", sagte Jung. Allerdings gebe es keine einfachen Lösungen zu seiner Bekämpfung. Dazu sei die Lage in der Welt "zu schwierig und zu kompliziert". Ein erster Schritt könne aber sein, "Gewalt nicht einfach mit neuer Gewalt zu beantworten". Vom Kreuz Christi und von der Auferstehung gehe vielmehr die Botschaft aus: "Sucht Wege der Versöhnung und des Friedens, tretet dem Tod entgegen, weil Gott ein Gott des Lebens ist."

    Zum religiös motivierten Terror erklärte Jung: "Gott darf in keiner Religion missbraucht werden, um Gewalt zu rechtfertigen." Gerade der Blick auf das Kreuz mit dem leidenden Jesus zeige, "wie nötig es ist, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen, und dass wir im Glauben die Kraft finden können, gut miteinander zu leben - versöhnt mit Gott und den Menschen". Um Versöhnung zu leben, brauche es zudem Menschen, die versöhnt leben wollen. Dabei dürfe Schuld nicht immer aufgerechnet werden.

    Dass dies gelingen könne, zeige etwa Europa selbst. So seien die heutigen Beziehungen Deutschlands zu Frankreich und Polen ohne den Prozess der Versöhnung nicht denkbar gewesen. Jung: "Christlich zu leben bedeutet für mich, immer wieder Wege der Versöhnung zu suchen - direkt und unmittelbar in persönlichen Beziehungen, aber auch als Staatsbürger, der dazu beiträgt, dass Versöhnung gelebt werden kann zwischen Religionen, Kulturen und Staaten."

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