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    DiezInterview: FDP spricht sich für einen Verkauf des Werkes aus

    Die Diezer Stadtpolitik bietet viele Themenfelder und Herausforderungen. Trotz finanziell angespannter Lage müssen Stadtrat und die Verwaltung dem gerecht werden. Im Sommerinterview hakt die RLZ bei den Fraktionen nach. Wie soll es weitergehen mit der Stadt? Welche Perspektiven sehen die Parteien und Wählergruppen für ihre Heimatstadt. Den Anfang macht heute Gisela Diebold von der FDP.

    Die Stadtverwaltung soll im Rathaus an der Wilhelmstraße bleiben, sagt die FDP. Ein Umzug aus dem sanierungsbedürftigen Gebäude in den ebenfalls sanierungsbedürftigen Werkes kommt für die FDP nicht infrage.  Foto: Egenolf
    Die Stadtverwaltung soll im Rathaus an der Wilhelmstraße bleiben, sagt die FDP. Ein Umzug aus dem sanierungsbedürftigen Gebäude in den ebenfalls sanierungsbedürftigen Werkes kommt für die FDP nicht infrage.
    Foto: Egenolf

    Ende August beginnt das Tunnelbauprojekt und soll künftig eine noch effektivere Entlastung der Innenstadt bringen. Was versprechen Sie sich davon?

    Effektiv entlastet wurden in der Vergangenheit die Rosen- und Wilhelmstraße sowie der Marktplatz und die Schulstraße. Nach Fertigstellung des Tunnels in einigen Jahren werden die Kanalstraße, der Ernst-Scheuern-Platz und die untere Schaumburger Straße entlastet. Durch die Untertunnelung für Schwerlaster, die heute noch durch die oben genannten Straßenzüge fahren, werden die Abgase der Verbrennungsmotoren fast im Nullzustand sein. Für die Anlieger tritt auch eine entscheidende Lärmentlastung ein.

    Die Leerstände in zentraler Lage sind trotz aller Verbesserungen durch die innerstädtische Verkehrsführung weiter ein großes Thema. Wie kann das Problem gelöst werden, und welche Rolle könnte und sollte dabei die Option „Wohnen“ in heutigen Geschäftslagen spielen?

    Wohnen in den heutigen Geschäftslagen führt zur Schlafstadt, das kann absolut kein Ziel sein. Außerdem besteht in den Straßenzügen Hochwassergefahr. Auch kleine Läden können sich ein Publikum suchen, welches sie bedienen. Einige Beispiele gibt es schon. Schüler der verschiedenen Schulen könnten in einen Ideenwettbewerb treten, wo mit möglichst wenig Geld die Leerstände attraktiv ausgestaltet werden.

    Das Park- und Geschäftshaus Werkes ist zum größten Leerstand und Fremdkörper im Herzen der Stadt geworden. Wie konnte es dazu kommen?

    In der Liegenschaft Werkes liegt eine gemischte Nutzung vor. Für die Stadt wäre eine Veräußerung des gesamten Komplexes am sinnvollsten. Die Kosten für die gesamte Renovierung steigen ins Unermessliche.

    Wie steht Ihre Fraktion zu der Idee, die Stadtverwaltung und Tourist-Info in den Werkes zu integrieren und das sanierungsbedürftige Rathaus dafür aufzugeben und gegebenenfalls zu veräußern?

    Das Diezer Rathaus macht einen attraktiven und standesgemäßen Eindruck, und mit wenig Geld und relativ wenig Aufwand könnte in der Ebene des Rathaussaales einiges besser gestaltet werden. Das Dach ist vor Zeiten neu gedeckt worden. Kein Feuchtigkeitsbefall von oben oder unten! Der Werkes wäre für die Aufgaben, die die Stadtverwaltung zu organisieren hat, viel zu umfangreich, zu groß. Behindertengerecht kann die Tourist-Info erreicht werden. Sie ist neu gestaltet und macht einen schicken Eindruck, ist mit Navi gut auffindbar. Parkmöglichkeiten sind im Umfeld gegeben. Behindertengerechtigkeit für die öffentlichen Ausschusssitzungen kann in der alten Bücherei hergestellt werden. Wie in der VG kann eine Aufzugmöglichkeit für Behinderte angebracht werden.

    Was soll aus dem Haus Eberhard werden, das ebenfalls dringend saniert werden müsste?

    Das Haus Eberhard ist das kleine Kulturhaus der Stadt Diez. Leider ist in der Vergangenheit zu wenig auf den sich verschlechternden Zustand von städtischer Seite geachtet worden. Keller- und Außenwände der Liegenschaft sind aufsteigender und seitlich eindringender Feuchtigkeit ausgesetzt. Wasser steigt in den Kapillaren des Mauerwerks auf. Feuchtigkeit und muffiger Geruch, Ausblühungen und Salpeter im Kellerbereich haben sich gebildet. Die Bausubstanz des Hauses wird dadurch geschädigt, da sich das Wasser im Mauerwerk ausdehnt. Der Kellerbereich ist, wie das bei den Häusern, die um 1700 gebaut wurden, kühl. Im Haus Eberhard leider ungepflegt. Eine Sanierung ist dringend nötig. Ein ansässiges Unternehmen kann recht schnell Auskunft geben über den Zustand und wie er verbessert werden kann. Nach Einsicht in die Schenkungsurkunde von 1936 kann eventuell auch an eine Umnutzung gedacht werden.

    Eine mögliche Rekommunalisierung der Friedhofspflege ist schon lange im Gespräch: Wie stehen Sie zu diesem Thema?

    Wir sind der Meinung, dass Beerdigungen dem freien Markt und damit Beerdigungsinstituten überlassen werden sollen. Bei einem gut funktionierenden Wettbewerb bringen die Anbieter gute Dienstleistungen und Produkte auf den Markt; damit gewährleistet der Wettbewerb, dass die Bedürfnisse am Markt optimal befriedigt werden. Auf den ersten Blick könnte es sein, dass der Bauhof preiswerter arbeitet, doch besteht die Gefahr, dass sich die Dienstleistungen verschlechtern, es beispielsweise keine Beerdigungen mehr freitagnachmittags und samstags gibt.

    Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Stadt- und der Verbandsgemeindeverwaltung? Wo hakt es?

    Leider ist die Stadtspitze überlastet durch viele Aufgaben. Für uns, die FDP-Fraktion, wäre es wünschenswert, wenn manches schneller geregelt werden könnte. Im Augenblick liegt vieles vor, das schnell entschieden werden muss. Der Entscheidungsstau muss dringen abgebaut werden. Die Stadtspitze fremdelt unserer Meinung nach mit der Spitze der Verbandsgemeinde, da sollte sich einiges verbessern. Die Arbeit der Verbandsgemeinde kann die FDP-Fraktion als hervorragend bezeichnen. Ich habe als Fraktionsvorsitzende durch meine Tätigkeit viel Kontakt mit der Verwaltung und kann aus meiner Erfahrung sagen, dass die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern äußerst effektiv ist.

    Welche Vision haben Sie von der Diezer Innenstadt im Jahr 2030?

    Ich wünsche mir eine lebendige Kleinstadt, die durch ihren Blütenschmuck auf sich aufmerksam macht, wo junge Familien wohnen können – denn Möglichkeiten für den Ausbau von Wohnmöglichkeiten gibt es genügend. In der kleinen Stadt sollte man die Möglichkeit haben, kulturelle Angebote weiterhin nutzen zu können. In Richtung Gastronomie sollte Vielfalt bestehen. Diez als Schulstadt könnte noch ausgeweitet werden über den Bereich von Studiengängen. Ein duales Studium ist durch eine enge Verzahnung von Studium und Berufspraxis gekennzeichnet. Dann blieben junge Leute im Umfeld. Und endlich könnten sinnvolle Freizeitangebote für junges Publikum geschaffen werden. jgm

    Diez
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