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Diez

Interkulturelle Woche: Zeichen für Frieden und Vielfalt setzen

Heinz-Burkhard Westerweg

Hoffnung soll es ausdrücken: Wenn sich am 23. September in einem ökumenischen Gottesdienst 1000 aus Papier gefaltete Kraniche auf den Weg in den Kirchenhimmel machen, dann wollen die Absender ein Zeichen setzen – für Frieden und Vielfalt, gegen „Rechts“ und Fremdenfeindlichkeit. Kennenlernen, diskutieren, etwas tun – dieser Sinn steckt hinter der interkulturellen Woche (IKW) in Diez, Hahnstätten und Katzenelnbogen unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Ein Symbol für Hoffnung und Frieden setzen die Veranstalter der interkulturellen Woche aus den drei Verbandsgemeinden Diez, Katzenelnbogen und Hahnstätten mit den Papierkranichen, die in den Himmel der Stiftskirche steigen.  Foto: Heinz-Burkhard Westerweg
Ein Symbol für Hoffnung und Frieden setzen die Veranstalter der interkulturellen Woche aus den drei Verbandsgemeinden Diez, Katzenelnbogen und Hahnstätten mit den Papierkranichen, die in den Himmel der Stiftskirche steigen.
Foto: Heinz-Burkhard Westerweg

„Vielfalt verbindet“ heißt es in Einladungen und Flyern von Willkommenskreis, AWO und Diakonischem Werk, die bei der dritten IKW stolz auf die Geschlossenheit mit den beteiligten Nachbarinitiativen verweisen. Als besondere Veranstaltung kündigen die Gastgeber das Kulturfest zum Tag des Flüchtlings am 28. September an, aber auch andere Aktionen entbehren nicht der symbolträchtigen Bedeutung. Da ist die Geschichte der an Leukämie erkrankten Sadako, zu dessen Genesung 1000 Papierkraniche gefaltet werden sollten. Deren Vollendung erlebte das Mädchen nicht mehr. Trotzdem griffen Christiane Beule und Helfer die Idee auf: Bis Anfang der Woche entstanden am Standort im Wilhelm-von-Nassau-Park bereits mehr als 400 Exemplare. Im Gottesdienst ab 10 Uhr in der Diezer Stiftskirche wird die Geschichte von Sadako verlesen und das Gestell mit den Kranichen in die Höhe gezogen werden – als Zeichen der Hoffnung. Musikalisch begleiten werden Profimusiker aus Syrien den Gottesdienst.

Zur offiziellen Eröffnung der interkulturellen Woche ist am 21. September ab 17 Uhr eine gemeinsam von Flüchtlingen und ehrenamtlich tätigen Helfern gestaltete Kunstausstellung. Geöffnet ist die Ausstellung auch am Samstag von 16 bis 19 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 16 Uhr. Die Lahnartists bieten eine Malaktion für Kinder an. Der Flüchtlingsrat organisiert in der Woche bis zum 29. September zum zweiten Mal das Café „Kontakt“, diesmal im Modehaus Schmidt am Diezer Marktplatz. Bei frischen Falafeln werden Bilder zu sehen sein, die Geflüchtete nach Sprichwörtern gemalt haben. Darüber möchten sie mit den Menschen ins Gespräch kommen und erfahren, ob es Parallelen zu Deutschland gibt. Gelegenheit zum Kontakt besteht Samstag, 22. September, von 10 bis 13 Uhr, Montag, 24. September, von 15 bis 18 Uhr und Dienstag, 25. September, von 15 bis 18 Uhr.

Am Montag veranstaltet die Flüchtlingshilfe Untere Aar im Kreml in Zollhaus einen Frauennachmittag von 16 bis 19 Uhr. Das Erzählcafé für Frauen schließt sich am Dienstag in der Diezer Stadtbibliothek an. Zwischen 15 und 18 Uhr lädt die Fachstelle für Flüchtlinge und Migranten des Diakonischen Werkes Rhein-Lahn zum Gespräch über Frauenfreundschaften ein. „Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern“, schrieb schon Aristoteles. Tatsächlich scheint die Sehnsucht nach Freunden so alt zu sein wie die Menschheit selbst. In der Pubertät spielt besonders bei den Mädchen die beste Freundin eine Schlüsselrolle. Ihr vertraut man (fast) alles an, sie ist häufig wichtiger als Eltern oder Geschwister. Wer es schafft, gute Beziehungen aufzubauen, steigert damit sein Wohlbefinden. Eine Freundschaft wirkt sich aber nur dann positiv aus, wenn es sich dabei um eine vertrauensvolle und gleichberechtigte Beziehung handelt und die Freundinnen gemeinsam „durch dick und dünn gehen“. Was ist aber, wenn Freundinnen voneinander getrennt werden? Wie kann eine Freundschaft über Ländergrenzen hinweg bestehen? Mit Impulsen der Poesie und Musik soll über Vertrauen und andere bewegende Themen gesprochen werden. Wie im vergangenen Jahr wirkt Annie Vollmers von der Kulturenwerkstatt Limburg mit. Judith Gaede aus dem Familienzentrum am Hexenberg wird mit ihren musikalischen Stücken das Erzählcafé begleiten.

Am Donnerstag, 27. September, folgt ab 15 Uhr eine Informationsveranstaltung der Erziehungshilfe in Deutschland im Gemeindesaal der Stiftskirche. Bei dem von der AWO Rheinland veranstalteten Treffen informiert das Jugendamt des Landkreises über Erziehungshilfen mit Übersetzung ins Arabische und Persische.

Am Freitag, 28. September, ist dann ab 17 Uhr mit Kulturfest und Tag des Flüchtlings eine besondere Veranstaltung im Saal der Herz-Jesu-Gemeinde Diez: Hanne Kah und Band spielen auf und stellen auf dem Fest ihre neue CD mit aktuellem Bezug vor. Zudem musizieren zwei Iraner, die sich professionell im musikalischen Bereich bewegen. Die Geflüchteten bringen orientalisches Essen für ein reichhaltiges Buffet mit. Sportlich wird es Samstag, 29. September, ab 12 Uhr bei einem Fußballturnier im Schulzentrum Katzenelnbogen.

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