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Diez

In SPD-Fraktion: Jörg Denninghoff ist der Neue in Mainz

Mit der Ernennung von Frank Puchtler zum neuen Landrat endete sein Mandat im Mainzer Landtag, das von Jörg Denninghoff als Nachrücker übernommen wurde. Der IT-Systemtechniker aus Allendorf (VG Katzenelnbogen) ist seit dem 4. Juli neu in die SPD-Fraktion des Landtags für den Wahlkreis 7 (Diez/Nassau) gekommen. Die RLZ sprach mit dem neuen Abgeordneten über seine ersten Tage im Landtag.

Der neue Landtagsabgeordnete Jörg Denninghoff vor der Diezer Altstadt mit dem Grafenschloss. Der Sozialdemokrat ist kürzlich als Nachrücker ins rheinland-pfälzische Parlament gekommen.  Foto: Uli Pohl
Der neue Landtagsabgeordnete Jörg Denninghoff vor der Diezer Altstadt mit dem Grafenschloss. Der Sozialdemokrat ist kürzlich als Nachrücker ins rheinland-pfälzische Parlament gekommen.
Foto: Uli Pohl

Von unserem Redakteur Andreas Galonska

1998 ist Jörg Denninghoff in die SPD eingetreten – da liegt die Vermutung nahe, dass Kandidatur und Wahlerfolg von Gerhard Schröder bei der Bundestagswahl den Ausschlag für den Weg zur SPD gegeben haben könnten. "Nichts gegen Schröder, aber ich hatte damals schon länger über den Parteieintritt nachgedacht", erklärt Denninghoff. "Es waren weniger Bundespolitiker, sondern vor allem die lokalen Vertreter der SPD wie der damalige Allendorfer Ortsbürgermeister Horst Meyer, die mich zum Mitmachen bewogen haben", erinnert er sich. "Am gleichen Tag ist mein kleiner Bruder Lars Mitglied der SPD geworden", schildert Jörg Denninghoff einen lustigen Zufall. Auch sein Bruder hat ein neues Amt übernommen: Lars Denninghoff ist bei der jüngsten Kommunalwahl zum Ortsbürgermeister von Allendorf gewählt worden.

Wahl in den Ortsgemeinderat

In seiner Heimatgemeinde wollte Jörg Denninghoff daran weiterarbeiten, was sich gut entwickelt hat. Nach der Wahl in den Ortsgemeinderat im Jahr 1999 wurde er 2004 Beigeordneter und 2009 Erster Beigeordneter. Es folgte der Schritt in den Rat der Verbandsgemeinde: 2004 wurde Denninghoff in das Gremium gewählt, wo er zunächst stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD und ab 2009 schließlich Fraktionschef der Sozialdemokraten wurde.

Was sagt er zu Kompromissen, die man in der Politik zuweilen eingehen muss? "Bis zum 4. Juli war das eigentlich nicht in dem Maße nötig", meint Jörg Denninghoff. Auf kommunaler Ebene konnten Entscheidungen recht einvernehmlich getroffen werden. "Die Landespolitik hat nun eine andere Größenordnung als eine Verbandsgemeinde", hält er fest. Als Neuling musste er sich zunächst in der fremden Welt des Landtags zurechtfinden. "Im rheinland-pfälzischen Landtag hat es immer Hilfe von überall gegeben", berichtet der SPD-Abgeordnete. Eine Art Checkliste hat dabei aber nicht vorgelegen, sodass es anfangs viele Fragen gegeben hat. In Mainz ist er nun im Sozial- und im Petitionsausschuss aktiv.

Bereits vor seinem Einzug in den Landtag konnte er bei einer gemeinsamen Sitzung der Fraktionen von SPD und den Grünen teilnehmen. "Geholfen hat mir eine Exkursion der Fraktion nach Südtirol, bei der ich einfach etliche Fraktionsmitglieder kennenlernen konnte", berichtet Jörg Denninghoff. Den Schritt in Richtung Mainz beschreibt er als seltsames Gefühl. "Die Interaktion mit den Menschen ist schon anders geworden", hebt der Allendorfer hervor.

Nach wenigen Wochen im neuen Amt – dazu noch zu Ferienzeiten – könne er (noch) nicht vom Alltag im Landtag sprechen. Bei seinem ersten Besuch im Abgeordnetenhaus Anfang Juli kam es zu einem besonderen Zufall. "Der erste Mensch, der mir dort begegnet ist, war Matthias Lammert", erzählt Denninghoff schmunzelnd zum Zusammentreffen mit dem Konkurrenten von den Christdemokraten.

Welche Themen sind Jörg Denninghoff wichtig für den Wahlkreis Diez/Nassau? "Das größte Thema ist vielleicht die Zukunft der ärztlichen Versorgung in der Fläche", meint Jörg Denninghoff zu diesem Thema.

Offen für neue Entwicklungen

Bei den Schulen seien neue Entwicklungen – etwa der Campus AltenDiez – zu begrüßen, doch müsse auch die Gefahr gesehen werden, dass eventuell zu viele Schüler von staatlichen Einrichtungen abgezogen werden. "So sehr es verständlich ist, dass man etwas gegen den Leerstand eines Gebäudes tun will, so darf man sich auch nicht ins eigene Fleisch schneiden", unterstreicht er.

Zum Großprojekt Konversion der Diezer Freiherr-vom-Stein-Kaserne hebt er hervor, dass es dazu Nutzungsvorschläge aus der Region geben müsse. "Die Idee muss vor dem Fördergeld des Landes stehen", macht Denninghoff deutlich. Zur geplanten Wiederinbetriebnahme der Aartalbahn hat er klare Vorstellungen: "Die Aartalbahn hat nur wirklich eine Chance, wenn sie bis nach Wiesbaden betrieben wird." Wichtig erscheint Jörg Denninghoff außerdem, dass die Mobilfunkabdeckung verbessert und dass etwa für den Tourismus ein Oberbegriff für die Region gefunden wird, der griffig ist und von allen Menschen akzeptiert wird.

Motto demonstriert Einigkeit

Zu den großen Fußstapfen, die sein Vorgänger Frank Puchtler hinterlassen hat, erklärt Jörg Denninghoff: "Die Fußstapfen liegen hinter uns, jetzt geht es nach vorn. Frank Puchtler ist ja nicht aus der Welt, sondern als Landrat in einem Amt, wo wir uns gut ergänzen können." Als Motto dazu nennt er "Und wann wir schreiten Seit' an Seit'" – und ist mit dem sozialdemokratischen Traditionslied sicher nah bei Frank Puchtler.

Jörg Denninghoff ist in seinem Bürgerbüro zu erreichen unter Telefon 06430/929 855,

Fax 06430/929 857, E-Mail buero@denninghoff.org

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