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Rhein-Lahn

Helfer im Dauereinsatz: "Burglind" wirbelt den Kreis durcheinander

Mehr als 50 Feuerwehreinsätze hat es am Mittwochmorgen wegen des heftigen Sturmtiefs „Burglind“ im ganzen Rhein-Lahn-Kreis gegeben. In vielen Ortschaften war teils der Strom ausgefallen, die Lahntalbahn zwischen Koblenz und Weilburg war bis in den späten Vormittag komplett gesperrt – der Grund waren umgestürzte Bäume im Gleisbett.

Auf Veranlassung des stellvertretenden Kreisfeuerwehrinspekteurs Lars Ritscher kam die technische Einsatzleitung im Katastrophenschutzraum der Kreisverwaltung zusammen, um sich ein Bild von der Lage im Kreis zu machen und – falls es nötig gewesen wäre – entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Zu Letzterem kam es aber nicht, da alle Schadensereignisse von den örtlichen Einsatzkräften bewältigt werden konnten. Die Züge auf der Lahntalbahn mussten demnach auch nicht auf offener Strecke halten, sodass die Fahrgäste nicht von Einsatzkräften versorgt werden mussten.

Auch in den Verbandsgemeinden Bad Ems und Nassau kam es zu Unfällen ohne Verletzte. Fünf Straßen mussten hier wegen jeweils mehrerer umgestürzter Bäume geräumt werden: Zwischen Becheln und Dachsenhausen, Welschneudorf und Hömberg, Nassau und Winden, Winden und Weinähr sowie zwischen Singhofen und Pohl lagen Bäume quer. Großes Glück hatte ein Autofahrer, der kurz vor Hömberg unterwegs war. Der Baum stürzte direkt auf sein Auto. Während am Fahrzeug Totalschaden entstand, kam der Fahrer mit dem Schrecken davon.

Insgesamt 19 Einsätze hatten die Feuerwehrkameraden in der Verbandsgemeinde Nassau zu bestreiten. Bäume waren umgefallen und hatten Straßen versperrt oder Versorgungsleitungen gekappt. Acht Wehren mit 56 Mann waren im Einsatz. Nach drei Stunden waren die Aufräumarbeiten beendet, abgesehen von einem Straßenstück: „Die K 48 zwischen Niedertiefenbach und Lollschied wurde komplett gesperrt“, erläutert Gunnar Gramsch, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Nassau. Dort wurde der Landesbetrieb Mobilität angefordert, um die Straße von umgestürzten Bäumen freizuräumen. Nach Angaben der Syna gab es in Teilen von Nassau und umliegenden Gemeinden wie Seelbach und Singhofen etwa eineinhalb Stunden keinen Strom.

Die Verbandsgemeinde Nastätten hat es nicht ganz so schlimm erwischt, aber auch hier war die Feuerwehr unterwegs, wie der stellvertretende Wehrleiter Michael Schmidt bestätigt. In Bogel, zwischen Buch und Holzhausen sowie zwischen Nastätten und Lautert war jeweils ein Baum umgestürzt. 25 Mann waren mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Nach Angaben der Feuerwehr war in Teilen von Bogel sowie in Diethardt und Lautert der Strom ausgefallen.

Zu einer ganzen Reihe von Einsätzen rückte am Mittwochmorgen auch die Feuerwehr in der VG Diez aus. Grund waren auch dort umgefallene Bäume. In der Weiherstraße in Freiendiez fiel ein Baum auf ein Auto, in der Luise-Seher-Straße knickte ein Nadelbaum um und fiel gegen ein Haus. Betroffen war auch die L 318 zwischen Birlenbach und Schönborn, wo mehrere Bäume umfielen. Dort kamen laut Wehrleiter Walter Diehl auch Feuerwehrleute aus der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen zum Einsatz, ebenso auf der B 274 zwischen Mittel- und Oberfischbach. Zu einem größeren Einsatz kam es in Dörnberg, wo das Dach einer Scheune abgedeckt wurde. Laut Wehrleiter Marcus Grün (VG Diez) wurde bei den Absicherungsarbeiten auch das Technische Hilfswerk aus Lahnstein und Limburg hinzugezogen.

Schwierigkeiten zeichneten sich auch an der Baustelle der neuen Aarbrücke an der Alten Kaserne in Diez ab. Das anschwellende Hochwasser an der Mündung der Aar in die Lahn wurde durch die Baustellenaufbauten am Ablauf gehindert.

17 Bäume krachten allein im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion St. Goarshausen auf die Fahrbahnen und legten kurzzeitig den Verkehr lahm. Drei Verkehrsunfälle hielten dabei die Beamten auf Trab: Zwischen St. Goarshausen und Kaub lag ein Baum quer und verursachte einen Zusammenstoß mit einem Pkw. In Wellmich wehte der Sturm ein Straßenschild um, das auf ein vorbeifahrendes Auto prallte. Außerdem übernahm die PI St. Goarshausen noch einen Unfall der Bad Emser Kollegen bei Singhofen auf der B 260. „Zum Glück handelte es sich bei allen Unfällen nur um Blechschaden“, hieß es vonseiten der PI. Außerdem rückte die Feuerwehr Kamp-Bornhofen zu einem Einsatz aus, weil die Bahnhofsunterführung überflutet worden war.

Die Forstämter warnen indes dringend davor, den Wald zu betreten. Es können erhebliche Gefahren von instabilen Bäumen oder von abgebrochenen, in den Baumkronen hängenden Ästen ausgehen, teilt die Behörde mit.

Von unseren Reportern

Stromausfälle im Rhein-Lahn-Kreis

Das Sturmtief „Burglind“ hat zahlreiche Stromausfälle im Rhein-Lahn-Kreis verursacht, wie der Energieversorger Syna mitteilt. Ab 6.20 Uhr am Mittwochmorgen war der Strom in Teilen von Charlottenberg, Dörnberg, Holzappel, Obernhof, Seelbach und Weinähr weg. Alle Betroffenen seien wieder seit 7.41 Uhr versorgt gewesen.

Ab 6.28 Uhr gab es in Teilen von Dörsdorf, Katzenelnbogen, Klingelbach, Berghausen, Allendorf, Ergeshausen, Niedertiefenbach, Roth und Herold keinen Strom. Die Versorgung wurde laut Syna um 7.20 Uhr wieder hergestellt. In Teilen von Cramberg, Birlenbach, Balduinenstein, Langenscheid, Flacht, Diez und Holzheim gab es ab etwa 6.30 Uhr einen Stromausfall. Nach wenigen Minuten sei die Versorgung wieder hergestellt worden. Von 6.32 Uhr bis etwa 7.30 Uhr gab es in Teilen von Auel, Bogel, Lierschied, Niederwallmenach, Nochern, Oberwallmenach, Patersberg, Reichenberg, Reitzenhain und Rettershain keinen Strom.

In Teilen von Attenhausen, Bremberg, Gutenacker, Herold, Kördorf, Laurenburg, Nassau, Scheidt, Seelbach und Singhofen viel der Strom ab 6.33 Uhr aus. Alle Betroffenen seien kurz nach 8 Uhr wieder mit Strom versorgt gewesen.

Diez
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