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Aar/Einrich

Fusion im Blick: CDU hat neuen Gemeindeverband und kündigt Kandidatur an

Dagmar Schweickert

Ganz kurz war die CDU an der Aar und im Einrich führungslos, doch der Landtagsabgeordnete Matthias Lammert konnte die Mitglieder beruhigen: „Das ist nur eine juristische Sekunde, wir stellen gleich alles wieder her.“ Er leitete die Gründungsversammlung des neuen CDU-Gemeindeverbandes Aar-Einrich. Zunächst mussten sich dazu beide bisherigen Gemeindeverbände getrennt voneinander auflösen, was jeweils einstimmig geschah.

Bestens gelaunt präsentierte sich der frisch gewählte Vorstand des neuen CDU-Gemeindeverbandes Aar-Einrich mit Vorsitzendem Karl Werner Jüngst (schwarzes Hemd) und MdL Matthias Lammert (rechts). Foto: Dagmar Schweickert
Bestens gelaunt präsentierte sich der frisch gewählte Vorstand des neuen CDU-Gemeindeverbandes Aar-Einrich mit Vorsitzendem Karl Werner Jüngst (schwarzes Hemd) und MdL Matthias Lammert (rechts).
Foto: Dagmar Schweickert

Führungslos aber wiedervereinigt sahen sich die CU-Mitglieder dann einem Versammlungsleiter gegenüber, der zunächst mutterseelenallein vor ihnen saß. Kurz erinnerte Lammert an die Vorgeschichte: „Es wird ein neuer Gemeindeverband gegründet wegen der Fusion der Verbandsgemeinden. Das kann man gutheißen oder nicht: Es ist nun offiziell eine freiwillige Fusion.“ Während bei den ebenfalls fusionierenden Verbandsgemeinden Bad Ems und Nassau schon in diesem September Wahlen des VG-Rates und des Bürgermeisters anstehen, geschieht das für die VG Aar-Einrich erst am 26. Mai.

In einer kurzen Vorstellungsrunde lernten sich die CDU-Mitglieder von der Aar und aus dem Einrich stichwortartig kennen. Immer wieder betonten sie dabei die Hoffnung, dass man gut zusammenarbeiten und sich zusammen für eine gute Entwicklung der neuen VG einsetzen wolle.

Um 19.59 Uhr erfolgte der einstimmige Beschluss für die Gründung des neuen CDU-Gemeindeverbandes. „Damit ist nun ein Grundgerüst vorhanden“, stellte Lammert zufrieden fest. Die folgenden Vorstandswahlen waren so intensiv vorbereitet worden, dass sie schnell und reibungslos über die Bühne gingen: Karl Werner Jüngst wurde mit 33 von 33 Stimmen zum Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist ab sofort Alexander Lorch, der wie alle anderen Vorstandsmitglieder ebenfalls alle Stimmen erhielt. Nur bei den Beisitzerposten gab es hier und da 32 statt 33 erreichte Stimmen.

Kassierer ist nun Frank Mohr, Pressewartin Flavia Schardt, Schriftführer Clemens Gemmer und Mitgliederbeauftragter Marcel Willig. Zu Beisitzern wurden Achim Wallrabenstein, Sven Splettstoesser, Andreas Schelke, Jutta Lankes, Horst Klöppel, Kai Müller, Erwin Weber und Andreas Meyer gewählt.

Karl Werner Jüngst dankte für das Vertrauen und versprach, sich dafür einzusetzen, dass das Zusammenwachsen gelingt. Lammert freute sich: „Das ist ein geschlossener Start. Ich finde das großartig.“ So eine Einigkeit sei ein gutes Zeichen für die Zukunft.

Jüngst betonte, es sei wichtig, die Fusion konstruktiv und mit Sachverstand zu begleiten. Für die Bürger sollten keine Nachteile entstehen, weder in Bezug auf den Service noch in finanzieller Hinsicht. Mit Blick auf die Wahl des neuen VG-Rates zeigte er sich optimistisch: „Wir sind personell gut aufgestellt. Die CDU hat dank einer aktiven Jungen Union bereits junge Ratsmitglieder mit Erfahrung in den eigenen Reihen, die an der Aar und im Einrich bekannt sind.“ So früh vor der Wahl wolle die CDU nicht mit konkreten Prozentvorgaben oder Zielen zur Sitzverteilung um sich werfen. „Ich glaube aber, dass die Wahl für uns nicht von Nachteil sein sollte“. Zu den Zukunftsaufgaben des neuen Verbandes erklärte Jüngst: „Die Gestaltung des ländlichen Raums und die Frage, wie überlebt er im Vergleich zur Stadt steht da ganz vorne.“ Man müsse Anreize schaffen, damit die Menschen nicht „aus dieser schönen Gegend wegziehen“. Als Eckpunkte nannte er die neuen Medien, den ÖPNV, um die Anbindung zu sichern: „Da gibt es noch viel zu tun.“

Er bat alle Mitglieder, den Wahlkampf ehrlich und zukunftsorientiert für den ländlichen Raum zu unterstützen. Sein Stellvertreter Alexander Lorch dankte Jüngst, dass er bereit war, den Vorsitz zu übernehmen: „Das ist nicht selbstverständlich“. Lorch unterstrich: „Für uns zählt die Zukunft. Wir müssen nach vorne schauen. Dafür haben wir gutes Personal und gute Themen.“Als konkrete nächste Punkte steht bei den CDU-Mitgliedern nun neben organisatorischen Dingen vor allem das persönliche gegenseitige Kennenlernen an. Dazu gehört eine Rundreise durch die Ortschaften an der Aar und im Einrich, um Probleme zu eruieren und einen Plan zu erstellen für künftige Ziele.

Außerdem lud Karl Werner Jüngst alle Mitglieder aus dem Einrich zum traditionellen Scheunenfest an der Aar ein, „weil es mit Sicherheit viel einfacher ist, sich bei einem Glas Wein oder Bier kennenzulernen, als bei solchen Sitzungen, wo man sich nur am Tisch gegenübersitzt.“

Eine große Frage stand natürlich im Raum: Wird sich nach der SPD und der FWG auch die CDU am Wahlkampf um den Bürgermeisterposten der künftigen Verbandsgemeinde beteiligen? Der frisch gewählte Vorsitzende des Gemeindeverbands Aar-Einrich nahm dazu ganz klar Stellung: „Die CDU verfügt an Aar und im Einrich über viele hervorragende Kommunalpolitiker. Es kann jeder davon ausgehen, dass wir zur gegebenen Zeit auch eine Kandidatur verkünden werden.“ Gleichzeitig mahnte er bei diesem Thema zur Besonnenheit: Man habe gerade erst einen neuen Gemeindeverband gegründet und einen Vorstand gewählt. Dass man den Vorstand nun nicht direkt mit einer Kandidatenvorstellung überrasche, sei auch eine Frage von Etikette und Demokratieverständnis. „Es kommt hinzu, dass bei einem Wahltermin im Mai 2019 auch keine überzogene Eile geboten ist“, so Jüngst. Die CDU werde diese Personalentscheidung nach intensiven Beratungen im Rahmen einer erneuten Mitgliederversammlung in den nächsten Monaten treffen. Jüngst versprach: „Sicher ist: Wir werden eine Entscheidung treffen.“

Von unserer Redakteurin
Dagmar Schweickert

Diez
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