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    Diez

    Flüchtlinge: Kinderstube in Kaserne organisiert

    Eine 18-jährige Sozialassistentin betreut ab jetzt die jüngsten Flüchtlinge in der Kaserne. Sie bekommt jede Menge Unterstützung von Helfern und den Gästen der Einrichtung.

    Sarah Biebricher kümmert sich in der Kinderstube um die jüngsten Flüchtlinge.
    Sarah Biebricher kümmert sich in der Kinderstube um die jüngsten Flüchtlinge.
    Foto: das

    Von unserer Redakteurin
 Dagmar Schweickert

    Vor wenigen Monaten erst hat Sarah Biebricher ihre Ausbildung zur Sozialassistentin an der Limburger Marienschule abgeschlossen. Nun organisiert sie fast von heute auf morgen die Kinderstube der Notaufnahmestelle für Flüchtlinge in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne.

    Die 18-Jährige hatte wie die meisten Helfer erst kurzfristig erfahren, dass viel früher als erwartet Hunderte Flüchtlinge in Diez eintreffen werden. Ihre Eltern Mike und Traudel Biebricher engagieren sich beim DRK, sie packten das ganze Wochenende über mit an, schleppten Möbel, sortierten Kleider, halfen, wo sie konnten. Sie erzählten Sarah, dass jemand gesucht wird, der sich um die Kinder kümmert, sie betreut und wieder zum Lachen bringt. Sarah bot ihre Hilfe beim DRK-Kreisverband an.

    Sie ist noch jung, aber hat in ihrer Ausbildung viel mit Kindern im Grundschulalter zu tun gehabt. Bis vergangenen Freitag absolvierte sie ein Praktikum in einem Behindertenwohnheim, weil sie das für die Anerkennung ihres Fachabiturs benötigte. „ Am letzten Tag bekam ich erst einen Anruf, konnte aber nicht drangehen, weil ich ja arbeiten musste“, erinnert sie sich. Plötzlich habe sie ihr Vater am Arbeitsplatz besucht und gefragt, ob sie ab sofort die Kinderstube organisieren will. Den ersten Kontakt mit den Flüchtlingen hatte sie gleich am Freitagabend im Aufnahmeraum. „Manche Kinder waren sehr eingeschüchtert, andere gleich offen. Die haben mich auch am Wochenende wiedererkannt, kamen strahlend auf mich zugerannt“, erinnert sie sich. Für Sarah stand sofort fest: „Ich will helfen, ich traue mir 
das zu.“

    Dass sie ab Samstag frei hatte, war ein Glücksfall. Sarah schaute sich die Räume im Gebäude 9 an. Sie liegen nah an den Häusern, in denen Familien mit Kindern untergebracht sind. Bei der Herausforderung, innerhalb eines Wochenendes eine Tagesstätte aus dem Boden zu stemmen hat sie viel Hilfe bekommen. THW und DRK waren im Einsatz, aber auch viele Flüchtlinge: „Sobald man hier etwas über das Gelände trägt, kommen sofort Flüchtlinge und packen mit an.“ Demnächst werden weitere Helfer kommen, die sie bei der Betreuung unterstützen.

    Sie ist sich sicher: „Anfangs werden viele Kinder mit ihren Eltern kommen. Sie können mit in den Spielbereich, wir haben aber 
auch einen separaten Elternbereich.“ Stolz präsentiert sie die schnell eingerichtete Kinderstube: Die Wände sind noch kahl, auf dem Boden liegen wenige Kuscheldecken. Die Möbel stammen aus der Kaserne, statt Aktenordnern stapeln sich hier nun Kuscheltiere und Malblöcke.

    Am Wochenende hat sie Kisten ausgepackt und Spielmaterial sortiert. Betreut werden nun Kinder von 6 bnis sechs Jahren. „Ich hoffe, dass ich ihnen mit einfachen Büchern und Spielen helfen kann, erste Wörter zu lernen. Vor allem aber sollen sie sich geborgen fühlen, und einfach mal wieder Kind sein dürfen“, erklärt die junge Frau voller Zuversicht.

    Die Kinderstube hat durch private Spenden, vom Willkommenskreis und lokalen Unternehmen einen guten Grundstock bekommen, um den kleinsten Flüchtlingen beim Spielen, Malen und Basteln das Einleben zu verschönern. Doch es fehlen noch Dinge, um für mehr Wohlfühlatmosphäre zu sorgen und den Raum kindgerechter auszustatten. Konkret wünscht sich Sarah Biebricher für die Kinder kleine Kinderstühle, Fingerfarben, Bilderbücher und 
-spiele, die helfen, den Wortschatz aufzubauen. Spielteppiche oder Schaumstoffbodenbelag, Kinderposter oder Bilder, um die kahlen Wände zu verschönern, Bastelmaterial wie Klebstifte, Scheren, Buntpapier. Einen Kassettenrekorder, CDs mit Kinderliedern, Bewegungsspiele wie Springseile oder Hula-Hoop-Reifen. Wer etwas spenden oder aktiv mithelfen möchte, kann sich an der Pforte der Freiherr-vom-Stein-Kaserne melden oder sich erkundigen bei der zentralen Ehrenamtsvermittlung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion unter www.add.rlp.de (Flüchtlinge-Ehrenamtskoordination). Auch Sach-, Kleider- oder Geldspenden werden über diese Seite aufgenommen.

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