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Limburg-Weilburg/Hagen

Ermittlungen laufen noch: Tierärztin drohen bis zu zehn Jahre Haft

Der Prozess gegen einen Hundehändler aus Kreuztal sowie eine Tierärztin aus dem Landkreis Limburg-Weilburg wird in diesem Jahr nicht mehr eröffnet. Bis zu zehn Jahre Haft könnten der Frau drohen, die falsche Impfausweise ausgestellt haben soll.

Ein gruseliges Bild mit mehr als 100 teils verwahrlosten Hunden bot sich den Beamten bei der Razzia auf dem Gelände des vermeintlichen Hundezüchters im Dezember 2016 in Kreuztal bei Siegen.  Foto: dpa
Ein gruseliges Bild mit mehr als 100 teils verwahrlosten Hunden bot sich den Beamten bei der Razzia auf dem Gelände des vermeintlichen Hundezüchters im Dezember 2016 in Kreuztal bei Siegen.
Foto: dpa

Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. In einem vermeintlichen Hundezuchtbetrieb in Kreuztal bei Siegen hatten Polizeibeamte aus Hagen am 14. Dezember 2016 bei einer groß angelegten Razzia 106 lebende sowie fünf tote Hunde aufgefunden. Etliche der Tiere waren behandlungsbedürftig, abgemagert und krank.

Hauptangeklagter ist der 65-jährige vermeintliche Hundezüchter. Beteiligt sollen auch seine 52 Jahre alte Ehefrau sowie die 22-jährige Tochter sein. Dem Ehepaar und seinen Helfern wird vorgeworfen, Hundewelpen in Polen für 80 bis 100 Euro gekauft und die Tiere dann in Deutschland für rund 1000 Euro als eigene Rassezucht weiterverkauft zu haben.

Ein Haftbefehl, der kurze Zeit später ausgesetzt wurde, lag damals auch gegen eine Tierärztin aus dem Landkreis Limburg-Weilburg vor. Die Frau soll für die Hunde Blanko-Impfausweise ausgestellt haben, ohne die Tiere jemals gesehen oder behandelt zu haben. Im April 2017 hatte das Regierungspräsidium Gießen der Tierärztin ihre Approbation entzogen. Ein von ihr gestellter Eilantrag gegen das angeordnete Ruhen ihrer Approbation wurde vom Verwaltungsgericht Wiesbaden abgelehnt. Durch das ihr vorgeworfene Verhalten habe sich die Frau als unwürdig erwiesen, den Beruf der Tierärztin auszuüben.

Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug wird dem Hauptangeklagten und seinen Helfern vorgeworfen, der Tierärztin Beihilfe dazu. Strafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Freiheitsentzug könnten der Ärztin aus dem Landkreis drohen. „Derzeit kann man seriöserweise aber noch nichts zum Strafmaß sagen“, teilte ein Sprecher des Landgerichts Hagen auf Nachfrage mit. Vom Tisch ist ein schneller Prozessauftakt, den die Staatsanwaltschaft in Hagen im Frühjahr 2017 noch für den Sommer angekündigt hatte.

Frühestens im Frühjahr 2018 sei damit zu rechnen, dass der Prozess eröffnet wird, heißt es am Landgericht Hagen. Der Grund: Die zuständige Kammer am Landgericht habe ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das muss vorliegen, bevor der Prozess beginnen kann. Ein Sachverständiger soll prüfen, welchen Wert die Hunde haben, die in Osteuropa eingekauft und in Deutschland um ein Vielfaches teurer als Rassehunde wieder verkauft worden sein sollen. „Das mag merkwürdig klingen, aber es muss zunächst ein Wert ermittelt werden, bevor das Verfahren eröffnet wird“, erklärte ein Sprecher am Landgericht Hagen. Und auch die Staatsanwaltschaft Siegen ist in den Fall involviert. Diese ermittelt derzeit gegen einen Mitarbeiter des Kreisveterinäramts Siegen-Wittgenstein, bestätigt Staatsanwalt Rainer Hoppmann. Beim zuständigen Veterinäramt sollen seit Jahren immer wieder Hinweise und Beschwerden über den vermeintlichen Hundehändler eingegangen sein.

Von Christian Keller

Diez
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