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Diez

Ein Blick zurück: Brandhaus hat bewegte Historie

Wilma Rücker

Über Nacht ist das geschichtsträchtige Eckhaus an der Ecke Unterstraße/Schaumburger Straße in Diez zum Schandfleck geworden. Durch einen Brand, ausgelöst wohl durch defekte Stromversorgung, ist das einst interessante Haus stark beschädigt worden. Hoffentlich trägt es mit einem derzeit angedachten Abriss nicht zu einem Ausverkauf Diezer Geschichte bei, denn das barocke Gebäude war ein Blickfang nicht nur für baukundige und denkmalschützende Mitbürger.

Diese handkolorierte Radierung von Rudolf Fuchs stammt aus dem Jahr 1965 und zeigt das Eckhaus in seinem damaligen guten Zustand. Jetzt steht möglicherweise der Abriss an. Repro: Wilma Rücker
Diese handkolorierte Radierung von Rudolf Fuchs stammt aus dem Jahr 1965 und zeigt das Eckhaus in seinem damaligen guten Zustand. Jetzt steht möglicherweise der Abriss an. Repro: Wilma Rücker
Foto: wr

Vermutlich im 18. Jahrhundert erbaut, könnte es ein Ausläufer des holländischen Viertels sein. Mit seinem barocken Dachstuhl bestimmte es einige Jahrhunderte den Blickfang der Passanten. Das Gebäude war einst ein Teil des pulsierenden Lebens in der Grafenstadt, denn die Gastwirtsfamilie um Leo Kreuz, die zu Beginn der 1960er-Jahre von Koblenz nach Diez kam, betrieb in dem historischen Gebäude eine florierende Gastwirtschaft mit dem treffenden Namen „Zum Aartal“. Besitzer war damals die Brauerei Heckelmann-Kuhn-Biere.

Nach der Ära Kreuz übernahm ein Spielautomatenhandel aus Hahnstätten das Gebäude und bot Zeitgenossen Glücksspiele in vielfältiger Art und Weise an. In der letzten Zeit war nur noch die obere Etage bewohnt, deren Mieterin durch den Brand erheblich zu Schaden kam. Nun dümpelte das einst schöne Gebäude halb zerstört fast ein Jahr vor sich hin.

Wie das Haus vor mehr als 50 Jahren aussah, hat der Diezer Maler Rudolf Fuchs in einer von Hand kolorierten Radierung festgehalten. Ältere Diezer werden sich noch daran erinnern, an die Gaststätte „Zum Aartal“, wo über lange Zeit hervorragendes Bier der nicht mehr existierenden, Brauerei Heckelmann-Kuhn ausgeschenkt wurde.

Es wäre zu wünschen, dass sich die derzeitigen Eigentümer mit dem Denkmalschutz und den Vertretren der Stadt beraten. Vielleicht kann trotz des schlechten Zustands doch etwas für den Erhalt des einst barocken Kleinodes im Diezer Stadtkern getan werden.

Von unserer Mitarbeiterin Wilma Rücker

Diskussion über Teil- oder Komplettabriss

Bei dem schweren Brand vor rund einem Jahr wurde vor allem das Dachgeschoss des Eckhauses schwer beschädigt. Eine Frau ist wegen der Flammen aus dem Fenster gesprungen und zog sich dabei Verletzungen zu. Über die Zukunft des Gebäudes ist mehrfach im Stadtrat gesprochen worden.

Zuletzt ging es dabei um die Frage, ob eine teilweiser oder ein kompletter Abriss erfolgen soll. ag

Diez
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