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Diez

Diez: Weitere Hunderte Flüchtlinge werden erwartet

Am Freitag sind die ersten 200 Flüchtlinge in der Diezer Freiherr-vom-Stein-Kaserne angekommen. Über das Wochenende ist ihre Zahl bereits auf 400 gestiegen.

Sie liegt damit bei der Größenordnung, mit der die Behörden vor wenigen Tagen gerechnet haben. Angesichts des weiteren massiven Zustroms von Asylsuchenden vor allem in München erscheint nun ein weiterer Anstieg auf insgesamt 800 Männer und Frauen wahrscheinlich. Für weitere Hunderte Flüchtlinge müssen allerdings zunächst Betten in den bisherigen Bundeswehrgebäuden eingerichtet werden.

Laut Landrat Frank Puchtler gibt es aber noch Räumlichkeiten in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne, um weitere Menschen aufzunehmen. Dazu müssen jedoch zunächst weitere Betten organisiert und aufgestellt werden. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) schätzt, dass es bis gut 800 Personen in der Kaserne werden können. Landrat Frank Puchtler vermutet, dass im Laufe der Woche weitere Flüchtlinge und Asylbewerber in den Rhein-Lahn-Kreis kommen werden.

Der Diezer Stadtbürgermeister Frank Dobra nimmt die Prognose gelassen hin, dass sich die Anzahl der Menschen in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne schon sehr bald deutlich erhöhen dürfte. „Es war zu befürchten, dass es dazu kommt. Wenn man die Lage in München betrachtet, dann ist klar, dass die Leute weiter verteilt werden müssen“, betont er. Frank Dobra lobt die vielen ehrenamtlichen Helfer vom Technischen Hilfswerk und vom Deutschen Roten Kreuz. „Es ist einfach phänomenal, was hier geleistet wurde. Das ist wirklich gelebtes Ehrenamt“, unterstreicht der Stadtbürgermeister. „Wir alle haben Augen und Ohren, haben gehört und gesehen, was sich auch und besonders in den vergangenen 24 Stunden am Münchener Hauptbahnhof abgespielt hat“, ergänzt Michael Schnatz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Diez. Insoweit könne man nicht überrascht sein, wenn auch in der Stein-Kaserne weitere Flüchtlinge aufzunehmen sind. „Mein großer Wunsch ist aber, dass wir auch über die nötige Infrastruktur bis dahin verfügen – Betten, Hygieneartikel ... Darüber hinaus muss man wissen, dass die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer weit mehr leisten müssen, als wir das erwarten durften. Und das ist nicht unbegrenzt möglich“, mahnt Michael Schnatz. Hier gelte es, nachzusteuern im Interesse der Flüchtlinge, der Helfer und der Bürger. „Denn es gilt, die bisher positive Stimmung und die deutlichen Zeichen von Solidarität sowie die Bereitschaft, anzupacken und zu helfen, aufrechtzuerhalten“, macht Michael Schnatz deutlich. Ein rückläufiger Trend bei der Zahl neu ankommender Menschen sei aus seiner Sicht nicht zu erwarten. „Die Aufgaben, die vor uns liegen, sind eher mit einem Langstreckenlauf denn mit einem Sprint zu vergleichen“, merkt der Bürgermeister der VG Diez an.

Udo Rau, Bürgermeister der VG Nassau, erklärt, dass zurzeit 62 Asylsuchende in der VG Nassau untergebracht sind. Rau rechnet bis Jahresende mit einer Verdoppelung dieser Zahl. Am Wochenende sind keine neuen Leute dazugekommen, diese kommen nach und nach aus den Erstaufnahmelagern. „Bislang war die Unterbringung in der VG Nassau kein großes Problem, weil es ausreichend Leerstände gibt, aber es kann künftig schwieriger werden.“ Eine zentrale Unterbringung soll es nicht geben, um Gettoisierung zu vermeiden.

Josef Oster, Bürgermeister der VG Bad Ems, spricht von zurzeit 120 Asyl suchenden Personen in Verbandsgemeinde. Eine ungeplante Ankunft von Flüchtlingen habe es bisher nicht gegeben. Prognosen will er nicht stellen, „alle Zahlen sind Spekulation“, weil niemand wisse, wie der Zustrom weitergehe. Mit zwei bis drei Monaten Verzögerung komme das aber in den Kommunen an, wenn die Leute aus den Erstunterkünften verteilt werden. „Wir werden jetzt offensiver um Wohnungen werben, denn wir sind auf die Unterstützung durch die Eigentümer angewiesen“, hebt Josef Oster hervor. Auch in Bad Ems will man „so lange wie möglich“ dezentral unterbringen.

Weder in der Stadt Lahnstein noch in den Verbandsgemeinden Loreley oder Nastätten sind am Wochenende neue Flüchtlinge oder Asylsuchende angekommen. Die Bürgermeister gehen davon aus, dass sie im Laufe der Woche „Zuwachs“ bekommen. ag/crz/ms

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