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Limburg

Dicke Luft in Limburg: Runder Tisch soll Lösungen finden

Einwohner, Unternehmer, Touristen – sie alle atmen sie ein, die dreckige Limburger Luft, und sie alle haben ihren Anteil an den Problemen, die sie seit Jahren macht.

Die Daten der Luftmessstation an der Schiede belegen offen im Internet einsehbar, dass die Limburger Luft nicht die beste ist. Der Verkehrsclub Deutschland fordert einen Runden Tisch aller Betroffenen und Verantwortlichen. Foto: Glotz
Die Daten der Luftmessstation an der Schiede belegen offen im Internet einsehbar, dass die Limburger Luft nicht die beste ist. Der Verkehrsclub Deutschland fordert einen Runden Tisch aller Betroffenen und Verantwortlichen.
Foto: Glotz

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) möchte sie alle deshalb auch an der Lösung beteiligen, durch einen Runden Tisch. Viel zu lange dauert dem ökologisch ausgerichteten Verkehrsclub die Lösungsfindung für die Luftproblematik in Limburg. „Wir wollen die Diskussionsprozesse in der Stadt anregen“, sagt Vorstandsmitglied Werner Hartmann. Deshalb müssten Anwohner, Einzelhändler, Gewerbebetriebe und die Verwaltung Limburgs gleichermaßen mitgenommen werden bei der Lösung, sagt er. Der VCD schlägt aus diesem Grund einen Runden Tisch vor. Einen entsprechenden Brief richtet der Club an die Fraktionsvorsitzenden im Stadtparlament, an den amtierenden sowie den künftigen Bürgermeister und an den Ersten Stadtrat Michael Stanke (CDU). Etwas verwundert zeigt sich darüber die Stadt. Anfang des Jahres hat die Stadtverordnetenversammlung die Erstellung eines „Masterplans Mobilität“ beschlossen. Unabhängig davon gebe es seit Jahren die Treffen der „Agenda-Gruppe Mobilität“, erinnert Pressesprecherin Alexandra Hesse und ergänzt: „Hier ist der VCD herzlich eingeladen, sofort mitzuarbeiten“.

Doch dem Club reicht das alleine nicht. „Wir haben keine Zeit“, sagt Hartmann. Es brauche möglichst schnell möglichst konkrete Vorschläge. Mit Blick auf das Urteil des Wiesbadener Verwaltungsgerichts zur Klage der Deutschen Umwelthilfe Ende Juni sagt er, dass Stadt und Land ein Jahr Zeit hätten für das Erstellen eines Plans. Doch so konkret wird das Gericht nicht: Im Urteil heißt es, „dass ein Luftreinhalteplan ein Konzept enthalten müsse, aus dem sich ergebe, mit welchen Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter für Stickstoffdioxid erreicht werden kann“. Unabhängig vom Vorschlag des VCD springt Die Linke im Kreis in dieselbe Bresche: „Es ist schon zu viel Vertrauen gegenüber den Bürgern verspielt worden, dass dieses nur durch Offenheit bei Planung und Durchführung der Maßnahmen zurückgewonnen werden kann“, heißt es in einem von Wolfram Richter, Mitglied des Sprecherrats im Kreisverband, veröffentlichten Schreiben. Die daraus resultierende Forderung ist die gleiche wie die des VCD: Die Einrichtung eines Runden Tisches, „unterstützt von Fachleuten aus Nichtregierungsorganisationen“.

Der VCD bringt ganz konkret das eigene Programm „Clean Air“ ins Spiel. Beteiligt sind daran neun europäische Umwelt- und Verkehrsverbände, darunter neben dem VCD allein aus Deutschland die Umwelthilfe, Nabu und Bund, aber auch der europäische Dachverband „Transport and Environment“, der 51 ökologische Nichtregierungsorganisationen mit Bezug zu Verkehrsthemen vereint. „Clean Air“ beinhaltet Vorschläge wie das Projekt „European Biking Cities“, durch das der Anteil von Fahrrädern am Stadtverkehr gesteigert werden soll, den Ausbau des Personennahverkehrs unter Nutzung ökologisch nachgerüsteter Busse, die Einrichtung und Überwachung von Umweltzonen oder City-Maut-Zonen, sowie Fachgespräche und Rechtsinformationen. Damit ähnelt das Programm in vielen Punkten dem, was die Stadtverordneten für die Fortschreibung des Luftreinhalteplans bereits beschlossen haben: So soll es eine Durchfahrtsbeschränkung für Lastwagen geben, insbesondere für die Bundesstraßen 8, 54 und 417 innerhalb der Ortsdurchfahrten. Die Einrichtung einer Umweltzone steht ebenso auf dem Programm wie die Fahrplanverbesserung im öffentlichen Nahverkehr und der Ausbau des Radwegenetzes: An der Kapellenstraße in Offheim, an der Grabenstraße zwischen Graupfortstraße und Konrad-Kurzbold-Straße, in der Westerwaldstraße und an der B 8 am Staffeler Dreieck sollen Radwege entstehen. Weitere Themen sind die Förderung von E-Mobilität, verbesserte Wegführung in der Stadt und eine Optimierung der Ampelphasen. Die Stadt, erläutert Hesse, sehe all dies nicht nur unter dem Aspekt der Luftreinhaltung. Es gehe auch um Lärmbelastung und Verkehrssicherheit, also gleichsam um ein ganzheitliches Konzept. Malte Glotz

Diez
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