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    Büros und Ladenstraße im Diezer Bahnhof

    Im Erdgeschoss des Diezer Bahnhofsgebäudes soll eine kleine Ladenstraße entstehen, oben drüber sollen Büros eingerichtet werden. Der neue Besitzer, ein Limburger Bauunternehmer, hat seine Pläne jetzt mit einem Architekten und einem Finanzberater im Diezer Rathaus vorgestellt.

    Das Baustellenschild hängt schon, der Bahnhof wird zurzeit entrümpelt. Foto: Egenolf
    Das Baustellenschild hängt schon, der Bahnhof wird zurzeit entrümpelt.
    Foto: Egenolf

    Die Aussicht auf eine Art Mini-Werkstadt nach dem Limburger Vorbild auf dem Gelände des ehemaligen Ausbesserungswerkes erfreut Gerhard Maxeiner.

    „Das ist seit zehn, zwölf Jahren die erste positive Nachricht, was den Diezer Bahnhof anbelangt", sagte der Stadtbürgermeister auf Anfrage der RLZ. Seit die deutsche Bahn AG das denkmalgeschützte Gebäude aufgegeben hat, ist der Diezer Bahnhof dem Verfall preisgegeben. Die zerborstenen Fenster sind mit massiven Metall- und Holzplatten verrammelt worden, das Gebäude ist zu den Gleisen hin mit Graffiti überzogen, an vielen Stellen bröckeln mittlerweile Farbe und Putz. Der Eindruck, den das heruntergekommene Gebäude bei Zugreisenden vermittelt, ist für Diez fatal.

    Jetzt aber keimt Hoffnung, dass sich daran endlich etwas ändern könnte. Anfang Dezember war bekannt geworden, dass die Deutsche Aktenvernichtung, die das Empfangsgebäude im November 2011 bei einer Versteigerung in Köln erworben hatte, die Immobilie – vermutlich gewinnbringend – weiterverkauft hat. Seitdem war viel spekuliert worden, es mehrten sich die Zweifel, dass sich die Dinge mit dem Besitzerwechsel zum Besseren kehren würden. Allem Anschein nach waren diese Bedenken unbegründet. Stadtbürgermeister Maxeiner hat von dem Bauunternehmer jedenfalls einen positiven Eindruck.

    Das Gespräch sei in einer sehr sachlichen Atmosphäre verlaufen, nicht großspurig, sondern mit einem Blick für die Realitäten. „Die wissen, worauf sie sich eingelassen haben, wissen um den Denkmalschutz", sagte Maxeiner. Im ersten Schritt will der neue Besitzer laut Maxeiner in Büroräume investieren und dafür den ersten Stock des Gebäudes herrichten. Die einzig verbliebene Mieterin soll gehalten werden; auch im Wohnbereich des Bahnhofs gibt es wohl aber Sanierungsbedarf. Darüber hinaus möchte der neue Bahnhofsbesitzer hinter dem jetzigen Park & Ride-Parkplatz liegende Flächen für einen eigenen Abstellplatz pachten.

    Thema des Gesprächs war demnach auch die Frage, wie die Reisenden in Diez künftig zu den Bahnsteigen gelangen sollen. Im Zusammenhang mit der geplanten Reaktivierung der Aartalbahn muss zum einem ein zweiter Zugang von der Wilhelmstraße aus geschaffen werden. Zum anderen will die Stadt mit aller Macht verhindern, dass der barrierefreie Zugang von beiden Seiten durch Aufzüge gesichert wird. Die Stadt bevorzugt Rampen und schienengleiche Übergänge zu den Bahnsteigen. Die DB AG hat dies bislang abgelehnt, Maxeiner sieht jetzt aber Bewegung. Die Bahn zeige sich mittlerweile doch kooperativer – und muss dies wohl auch tun.

    „Die Zeit drängt, wenn 2015 die Aartalbahn wieder in Betrieb gehen soll", gibt der Stadtchef zu bedenken. Hintergrund für die Forderung der Stadt, die Zugreisenden über die Gleise zu den Bahnsteigen zu geleiten, ist vor allem auch der unhaltbare Zustand der Unterführung, die – auch dank fehlender Toiletten am Bahnhof – einer übel riechenden Kloake gleicht und permanent vom städtischen Bauhof gereinigt werden muss. „Das bleibt eine Schmuddelecke, da wollen wir raus", sagte Maxeiner. Wie ist der Zeitplan für den Umbau des Bahnhofsgebäudes? Bereits jetzt hat der neue Besitzer den Bahnsteig am Gebäude mit Bauzäunen abgesperrt und ist offensichtlich schon dabei, die Räume zu entrümpeln.

    Wenn das Konzept steht, wird der Investor eine Bauvoranfrage einreichen, damit frühzeitig klar wird, dass das Vorhaben nicht städtischen Interessen zuwiderläuft. Die Pläne des Bauunternehmers gehen im Übrigen in die Richtung dessen, was die Architektengruppe denkmal um Nicole Lieber bereits vor Jahren in einer Präsentation vorgestellte hatte; eine Mischnutzung, die Zugreisenden, Touristen, aber auch Bürgern der Stadt und Bewohnern und künftigen Arbeitnehmern in den Büros des Bahnhofsgebäudes zugute kommen könnte. Hans Georg Egenolf

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