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Limburg

Bistum ohne Bischof, aber mit der Perspektive auf einen Neuanfang

Was für ein Paukenschlag! Auch in dieser Woche hat ein Mann die Schlagzeilen geprägt: Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Rund um den Limburger Dom hoffen die katholischen Christen nach dem Skandal um Franz-.Peter Tebartz-van Elst auf einen Neunanfang. Foto: Uli Pohl
Rund um den Limburger Dom hoffen die katholischen Christen nach dem Skandal um Franz-.Peter Tebartz-van Elst auf einen Neunanfang.
Foto: Uli Pohl

Der Bischof, der nach Rom gereist war, um seine Zukunft in die Hände des Papstes zu legen, ist von Franziskus beurlaubt worden; es war eine weise Entscheidung.

Berufung verfehlt

Das fanden aber längst nicht alle Katholiken im Bistum Limburg, als die Nachricht am Mittwoch erstmals verbreitet wurde. Ein Urlaub geht auch mal zu Ende, danach kehrt der gewöhnliche Arbeitnehmer in seinen Job zurück. Das ist eine Perspektive, die viele nicht gelten lassen wollten, denn Tebartz-van Elst ist niemand, der irgendeinen Job hat. Er ist, nach allem was man weiß, seiner Berufung nicht gerecht geworden, darum ist er seinen höchst anspruchsvollen „Job" im Bistum Limburg nun los – und zwar, so glaube ich, endgültig.

Vertrauen zerstört

Wer kann sich vorstellen, dass dieser Bischof noch einmal in sein Amt zurückkehrt? Ich kenne niemanden. Domdekan Günter Geis, Weihbischof Thomas Löhr, Personaldezernent Helmut Wanka und Frankfurts Stadtdekan Johannes zu Eltz haben als Mitglieder des Domkapitels in dieser Woche vor aller Welt deutlich gemacht, dass das Vertrauensverhältnis zum Bischof komplett zerstört ist und nicht wieder aufgebaut werden kann.

Ein Zeichen gesetzt

Der Bischof bleibt verschwunden, seine Wohnung im neuen Bischofssitz ist verwaist. Die große Frage ist, was aus dem sogenannten Diözesanen Zentrum werden soll. Kann ein neuer Bischof dort guten Gewissens einziehen nach allem, was geschehen ist? Die Tatsache, dass das Domkapitel am Mittwoch im Priesterseminar vor die Presse getreten ist, und nicht im neuen Haus am Domberg, das dafür durchaus den Raum geboten hätte, spricht Bände.

Geis ergreift das Wort

Noch etwas ist bemerkenswert. Mit Domdekan Günter Geis war am Mittwoch bei der Pressekonferenz ein Kirchenmann der Wortführer, der im Bistum Limburg nach dem Rücktritt von Franz Kamphaus von vielen Katholiken als ein möglicher Nachfolger gehandelt worden war. Er wurde es nicht. Stattdessen kam Tebartz-van Elst – mit den bekannten Folgen.

Hans Georg Egenolf

Diez
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