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    "Berufsunfähiger" Lehrer verdient 8000 Euro in Schweizer Privatschule

    Sein Fall hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht: Mit dem 60-jährigen Lehrer aus Gießen, der im Dezember 2011 vom Wetzlarer Amtsgericht wegen Betrugs zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung und einer Geldauflage von 20 000 Euro verurteilt worden war, wird sich ab Dienstag, 23. Oktober, eine Berufungskammer des Limburger Landgerichts befassen. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft hatten gegen das Urteil der ersten Instanz Berufung eingelegt.

    Limburg - Sein Fall hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht: Mit dem 60-jährigen Lehrer aus Gießen, der im Dezember 2011 vom Wetzlarer Amtsgericht wegen Betrugs zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung und einer Geldauflage von 20 000 Euro verurteilt worden war, wird sich ab Dienstag, 23. Oktober, eine Berufungskammer des Limburger Landgerichts befassen. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft hatten gegen das Urteil der ersten Instanz Berufung eingelegt.

    1998 war der Lehrer im Alter von 46 Jahren aus dem hessischen Schuldienst ausgeschieden. Ein Gutachter hatte dem Berufsschullehrer an der Theodor-Heuss-Schule in Wetzlar psychische Probleme attestiert. Doch drei Jahre später war er gesund genug, um als Lehrer eine Vollzeitstelle an der Wirtschafts- und Kaderschule in Bern anzutreten. Dort betrug sein Einstiegsgehalt umgerechnet mehr als 8000 Euro. Zusätzlich bezog er aus Deutschland zeitweise eine Frühpension von 356 Euro und – wie sich viel später herausstellte – knapp 1000 Euro monatlich aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
    Der Pädagoge begründete die Wiederaufnahme seiner Berufstätigkeit mit dem krank machenden deutschen Schulsystem. Demgegenüber seien in der Schweiz die Bedingungen viel besser, weshalb dort das Arbeiten für ihn kein Problem darstelle. Der Wetzlarer Amtsrichter sagte seinerzeit in der Urteilsbegründung, Habgier und kriminelle Energie hätten den Mann veranlasst, bei Ämtern, vor Gericht und gegenüber Gutachtern falsche Angaben über seinen Gesundheitszustand zu machen.
    Der Tatzeitraum erstreckt sich vom 9. September 2003 bis zum 30. Juni 2009. Seit 2010 steht höchstrichterlich fest, dass der Pädagoge dienstfähig ist. Für die Berufungsverhandlung vor der Vierten Kleinen Strafkammer in Limburg sind zehn Tage angesetzt. Dieter Fluck

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