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    Am ICE-Bahnhof in Limburg randaliert: Fortuna-Fans vor Gericht

    Fußballfans aus Düsseldorf hatten am 11. September vorigen Jahres einen Großeinsatz der Polizei am Limburger ICE-Bahnhof ausgelöst. Der Lokführer eines ICE in Richtung Köln hatte am späten Samstagnachmittag seinen Schnellzug mit etwa 50 bis 60 Anhänger von Fortuna Düsseldorf auf ihrer Heimreise wegen Krawallen vorzeitig gestoppt und die Fans zum Verlassen des Zuges aufgefordert. Sie waren auf der Heimreise vom Zweitligaspiel beim FSV Frankfurt. Zwei Männer müssen sich seit Montag wegen Brandstiftung vor dem Limburger Schöffengericht verantworten.

    Fortuna-Fans droht in Limburg Ungemach: Sie müssen sich dort wegen Brandstiftung verantworten.
    Fortuna-Fans droht in Limburg Ungemach: Sie müssen sich dort wegen Brandstiftung verantworten.

    Limburg - Fußballfans aus Düsseldorf hatten am 11. September vorigen Jahres einen Großeinsatz der Polizei am Limburger ICE-Bahnhof ausgelöst. Der Lokführer eines ICE in Richtung Köln hatte am späten Samstagnachmittag seinen Schnellzug mit etwa 50 bis 60 Anhänger von Fortuna Düsseldorf auf ihrer Heimreise wegen Krawallen vorzeitig gestoppt und die Fans zum Verlassen des Zuges aufgefordert. Sie waren auf der Heimreise vom Zweitligaspiel beim FSV Frankfurt. Zwei Männer müssen sich seit Montag wegen Brandstiftung vor dem Limburger Schöffengericht verantworten.

    Eine Gruppe von 20 bis 30 Fortuna-Fans wollte nicht am Bahnsteig auf Ordnungskräfte warten und zog es vor, den Bahnhof in das benachbarte Feld in Richtung des Stadtteils Eschhofen zu verlassen. Kurz darauf stand dort in der Nähe des Antoniushofes ein Klein-Lkw Mercedes-Benz in Flammen und musste von der Feuerwehr gelöscht werden. Von dem Fahrzeug blieb nur noch Schrott übrig. Der Sachschaden wurde mit 10.000 Euro angegeben.

    Dafür sollen laut Staatsanwaltschaft zwei 28 und 24 Jahre alte Männer aus Düsseldorf verantwortlich sein. Während der ältere keine Angaben machte, gab der jüngere nach anfänglichem Schweigen zu, im Führerhaus am Lenkrad des Lkw gesessen und irgendwann  gezündelt zu haben. Er wisse aber nicht mehr, wie es dazu gekommen sei; er sei auch ziemlich stark alkoholisiert gewesen. Eine Sachverständige vom gerichtsmedizinischen Institut in Gießen soll nun den Zustand der beiden Fans zur Tatzeit feststellen.

    Eine 42-jährige Frau, die dort zur gleichen Zeit mit einer Bekannten im Feld Hunde ausführte, hatte die 20 bis 30 Leute beobachtet, die dort grölend mit viel Stimmung den parallel zur Bahnlinie verlaufenden Feldweg entlanggingen. Es seien Gläser und Flaschen geflogen und etwa zehn Leute zum Antoniushof gegangen; andere hätten weiter weg Leuchtkörper gezündet.

    „Ein paar Leute gingen in die Scheune und kamen heraus, hatten eine Fahnenstange mit einer Eschhöfer Fahne geschwungen. Zwei Personen stiegen in den Lkw ein“, berichtete die Zeugin. Ein Passant habe mit seinem Handy die Polizei angerufen, und als sie aus den Fenstern des Lkw dunklen Rauch aufsteigen sah, habe sie den Passant aufgefordert, auch die Feuerwehr zu alarmieren“, sagte die Zeugin.  Unterdessen seien die beiden Männer aus dem Führerhaus ausgestiegen, aus dem kurz darauf Flammen schlugen. Die beiden Männer, die vorher im Führerhaus saßen, hätten ruhigen Schrittes den Ort verlassen. Dass es die beiden Angeklagten waren, das konnte die Zeugin nicht bestätigen.

    Laut Registerauszug wurde der ältere Angeklagte vor zwei Jahren vom Amtsgericht Düsseldorf wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe verurteilt. Der selbstständige Kurierdienstfahrer ist verheiratet und seit drei Monaten Vater eines Kindes. Der jüngere, ledig und von Beruf Fachlagerist, hat drei Eintragungen. Zwei Verfahren gegen ihn wegen Hausfriedensbruch und Diebstahls wurden 2004 eingestellt. Später wurde er wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt.    

    Das Gericht vernahm eine Reihe von Zeugen, darunter Polizeibeamte, die an dem Abend jenes 11. September mit mindestens 35 Kräften, einem Polizeihubschrauber und einem Suchhund im Einsatz waren. Etwa ein Dutzend junger Leute waren damals festgenommen und zur Limburger Polizeidienststelle gebracht worden. Nach mehrstündigem Aufenthalt konnten sie in einem Extrawagen die Heimreise fortsetzen. Das Bundesligaspiel hatte Düsseldorf mit 0:1 in Frankfurt verloren. Der Prozess wird am Mittwoch, fortgesetzt.

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