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Laurenburg

925-Jahr-Feier: Laurenburg wird gewürdigt als Wiege des Hauses Nassau

Willi Schmiedel

In der „Lahngemeinde unter der Burg“ laufen die letzten Vorbereitungen für das 925. Jubiläum ihrer Ersterwähnung, das am Sonntag, 19. August, mit einem zünftigen Dorffest im Schlosspark an der Lahnbrücke gefeiert werden soll.

Ein Kupferstich von Johann Benjamin Brühl aus dem Jahre 1740 zeigt das Fürstliche Schloss Laurenburg an der Lahn mit seinen Nebengebäuden, darüber die Weinberge und die Ruine der erstmals 1093 urkundlich genannten mittelalterlichen Burg.
Ein Kupferstich von Johann Benjamin Brühl aus dem Jahre 1740 zeigt das Fürstliche Schloss Laurenburg an der Lahn mit seinen Nebengebäuden, darüber die Weinberge und die Ruine der erstmals 1093 urkundlich genannten mittelalterlichen Burg.
Foto: Willi Schmiedel

Laurenburg. Bei dem historischen Datum berufen sich die Initiatoren der Jubiläumsfeierlichkeiten – allen voran Ortsbürgermeister Ulrich Kuhmann – auf eine Urkunde aus dem Jahre 1093, in der ein Graf Dudo von Laurenburg („Comes Dudo de Lurenburch“) als einer von 14 Zeugen bei der Stiftung der Abtei Maria Laach genannt ist.

Zum gesicherten Geschichtswissen gehört ebenso, dass sich die Nachfahren des Burgherren Dudo lahnabwärts orientierten und nach der Erbauung der Burg Nassau ab 1157 „Grafen von Nassau“ nannten. Damit ist Laurenburg mit seiner mittelalterlichen Burg als Wiege und Stammsitz des einst einflussreichen westeuropäischen Herrschergeschlechtes der Nassauer ausgewiesen, dessen Nachfahren in dem Oranien-Nassauischen Königshaus der Niederlande und dem Großherzogtum Luxemburg bis in unsere Gegenwart Rang und Namen beanspruchen.

Die Laurenburg selbst war nach dem Ortswechsel ihrer gräflichen Besitzer in Richtung Nassau von niederadeligen „Burgmannen“ bewohnt. Belastbare Daten über ihre spätere Zerstörung, die auch mit den Wirren des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) in Verbindung gebracht wird, liegen nicht vor.

Tatsache ist jedoch, dass die einst stattliche Burganlage bereits im Jahre 1643, als sie mit der Esterau in den Besitz des Grafen Peter Melander von Holzappel überging, nicht mehr bewohnbar war. Melanders Plan, sie zu seinem Herrensitz in der Grafschaft Holzappel aufzurichten, wurde durch seinen Soldatentod als Kaiserlicher Feldmarschall 1648 durchkreuzt.

Die glückliche Fügung, dass zumindest der zuletzt vom Einsturz bedrohte Bergfried vor dem gänzlichen Verfall bewahrt blieb, ist allein der privaten Initiative des „Burgenfans“ Horst Wienberg zu verdanken, der das geschichtsträchtige Baudenkmal 1985 erwerben konnte und von Grund auf sanieren ließ. Tatkräftig unterstützt wurde er dabei von dem 1986 gegründeten Förderverein „Freunde der Laurenburg“ sowie der Denkmalpflege Rheinland-Pfalz und dem Zweckverband Naturpark Nassau.

Konkrete Hinweise auf die Anfänge des Dorfes am Lahnufer als „Hof und Schloss zu Laurenburg unter der Burg“ reichen zurück in das 13. Jahrhundert. Lange vorher – vermutlich schon ab dem 5. Jahrhundert (!) – gab es zudem circa 800 Meter talaufwärts eine kleine Ansiedlung mit dem Namen „Zuylheim“. Das „Dörflein Zilmer“, so seine liebevolle Bezeichnung in der Literatur, wurde erst im Jahre 1790 endgültig unter dem gemeinsamen Ortsnamen „Laurenburg“ mit dem „Unterdorf“ beim Schloss vereinigt. Die Bewohner des Dorfes lebten bis weit in das 19. Jahrhundert hinein vorwiegend von Landwirtschaft und Weinbau. Dazu gab es einige Dorfschmiede, Schreiner oder Wagner. Ein bescheidenes Zubrot brachten Fähr- und Treideldienste an der Lahn. Spürbaren wirtschaftlichen Auftrieb brachte das Erzbergwerk „Grube Holzappel“, insbesondere mit der Verlegung der Grubenverwaltung von Holzappel in das Schloss Laurenburg (1859) und mit dem Bau einer großen Aufbereitungsanlage am Ortsausgang in Richtung Nassau (1866).

Der Bergwerksgesellschaft verdankt das Dorf auch seine erste Lahnbrücke, 1877 als Stahlkonstruktion errichtet. Schließlich trug die bereits 1862 fertiggestellte Lahntaleisenbahn mit der Haltestelle „Bahnhof Laurenburg“ dazu bei, dass die Bevölkerung innerhalb eines halben Jahrhunderts (1850 bis 1900) von 200 auf über 400 Personen anstieg. Gegenwärtig zählt die Ortsgemeinde Laurenburg noch rund 320 Einwohner, die beruflich vorwiegend zu Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen in der weiteren Umgebung „auspendeln“ müssen. Zu den wenigen Gewerbebetrieben im Dorf gehören derzeit nur noch drei Hotels und Gasthäuser sowie ein Autohaus mit Werkstatt und Tankstelle.

Von unserem Mitarbeiter
Willi Schmiedel

Böllerschüsse eröffnen das Fest

Das Fest wird am 19. August im Schlosspark um 9 Uhr mit Böllerschüssen der Kadettengarde Diez eröffnet. Um 9.30 Uhr folgt ein Festgottesdienst, begleitet vom gemischten Chor Esterau aus Scheidt.

Um 10.20 Uhr beginnt ein Frühschoppen mit den Oldies Hillscheid, ab 13.30 Uhr gibt es Kaffee, dazu Reisingers Kaffeehausmusik und mittelalterliche Klänge der Gruppe Ranunculus. Gegen Abend ist der Ausklang mit Alphornbläsern. Zur Erinnerung an die Bergbautradition ist ein Einblick in den Adelheidstollen mit Präsentation historischer Fotos vorgesehen. Außerdem gibt es Vorführungen einer alten Dorfschmiede sowie das Waldmobil des Kreisjagdverbands. Kinder dürfen sich auf Luftballon-Wettflug und Hüpfburg freuen. wis

Diez
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